{"id":29859,"date":"2024-02-21T07:32:50","date_gmt":"2024-02-21T06:32:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=29859"},"modified":"2024-02-21T07:32:52","modified_gmt":"2024-02-21T06:32:52","slug":"grosse-freude-ueber-deutschlands-nachlassende-wirtschaftskraft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2024\/02\/21\/grosse-freude-ueber-deutschlands-nachlassende-wirtschaftskraft\/","title":{"rendered":"GROSSE FREUDE \u00dcBER DEUTSCHLANDS NACHLASSENDE WIRTSCHAFTSKRAFT"},"content":{"rendered":"\n<p>Die linksliberale S\u00fcddeutsche Zeitung hat wieder einen bemerkenswerten Artikel herausgebracht. Es geht um das Wirtschaftswachstum. F\u00fcr Deutschland sieht es in dieser Hinsicht momentan ja nicht sehr gut aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber es kommt offensichtlich nur auf die Deutung an. Der \u00d6konom Dietrich Vollrath von der \u201eUniversity of Houston\u201d in Texas wertet das nachlassende Wachstum n\u00e4mlich als Zeichen des Erfolgs. Und wie man sich denken kann, ist die S\u00fcddeutsche Zeitung der gleichen Ansicht, was sich im Titel \u201eHurra, das Wachstum sinkt\u201d widerspiegelt.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/wachstum-wirtschaft-bip-1.6374983?reduced=true\">https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/wachstum-wirtschaft-bip-1.6374983?reduced=true<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Ein \u00d6konom mit einem riesigen Haus in Texas \u2014 er beschreibt es gegen\u00fcber der Zeitung selbst \u2014 meint also, wir h\u00e4tten einen Punkt erreicht, an dem wir ziemlich satt und zufrieden sind mit dem, was wir haben. Und gleich im n\u00e4chsten Satz kommt er auf Milliard\u00e4re wie Jeff Bezos, Bill Gates oder Warren Buffett zu sprechen, die ja ebenfalls ziemlich satt seien. \u201eDer Lebensstandard verbessert sich rasant\u201d, ist der \u00d6konom \u00fcberzeugt. Seinen Ausf\u00fchrungen zur KI ist zu entnehmen, dass Dienstleistungen billiger und viele der dortigen Arbeitspl\u00e4tze nicht mehr ben\u00f6tigt werden. Dann spricht er \u00fcber etwas, das seine Denkrichtung zeigt: Das Brottoinlandsprodukt als Ma\u00dfstab f\u00fcr Wirtschaftswachstum wird \u201eimmer unwichtiger, weil wir viel reicher geworden sind\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p>In Wirklichkeit ist es aber so, dass &#8222;Klimaschutz&#8220; und Wirtschaftswachstum nicht miteinander zu vereinbaren sind. Um die Klimaziele zu erreichen, m\u00fcsste Deutschland n\u00e4mlich schrumpfen. Das aber w\u00e4re nicht so gut f\u00fcr das Bruttoinlandsprodukt.<\/p>\n\n\n\n<p>Man wei\u00df auch, dass der Abschied vom Wirtschaftswachstum zu Umverteilungen und Konflikten f\u00fchrt, dass anderen etwas weggenommen werden muss, um politische Projekte zu finanzieren. Aber diesen Preis m\u00fcssen wir zahlen, meint der \u00d6konom, der sich bei wachsenden Konflikten einfach in sein gro\u00dfes Haus in Texas zur\u00fcckziehen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch anderswo scheint Freude \u00fcber die sinkende Wirtschaftskraft aufzukommen. Im Nachrichtenkanal NTV wurde gefragt: \u201eBrennt die Industrie lichterloh?\u201d Der Pr\u00e4sident des Leibniz-Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung in Halle meint: Wer Staatshilfen will, kann gehen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Wer-Staatshilfen-will-kann-gehen-Volkswirt-Reint-Gropp-im-Klima-Labor-article24738136.html\">https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Wer-Staatshilfen-will-kann-gehen-Volkswirt-Reint-Gropp-im-Klima-Labor-article24738136.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Reint Gropp findet nichts schlechtes daran, dass die Industrie aufgrund der strengen Klimaziele abwandert. Ein wichtiger Mechanismus, dies ohne un\u00f6tig gro\u00dfe Kosten zu erreichen, seien Preissteigerungen. Das f\u00fchre zu einem geringeren Verbrauch. Anschlie\u00dfend geschieht etwas, das der \u00d6konom am Beispiel BASF erl\u00e4utert: Die Produktion wird ausgelagert oder zur\u00fcckgefahren. Aus Klimasicht wolle man das sogar, sagte der Volkswirt und Regierungsberater. Generell werde man es in Deutschland nicht mehr schaffen, m\u00f6glichst billig ein Massenprodukt herzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zusammengefasst passiert also folgendes: Die energieintensive Produktion wandert ins Ausland ab, und die Dienstleister im Inland werden durch die KI dezimiert. Viele Menschen verlieren ihren gutbezahlten Arbeitsplatz, weil es diesen nicht mehr gibt. Was vorher in Deutschland produziert wurde, muss k\u00fcnftig importiert werden. Durch den Klimazoll verteuern sich die Waren und werden f\u00fcr die meisten Menschen unerschwinglich. Die Folge sind komplexe Umverteilungssysteme, damit es nicht zum Aufruhr kommt. Gelder von Leuten mit h\u00f6heren Einkommen werden in die transferleistungsabh\u00e4ngigen Schichten geleitet, was wiederum die Abwanderung der Leistungstr\u00e4ger beschleunigt. Der Verlust der Wirtschaftskraft ist aber nicht mehr messbar, weil das BIP abgeschafft und durch einen neuen Indikator ersetzt wurde, der zum Beispiel das \u201eBruttonationalgl\u00fcck\u201d misst.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/scholz-bruttonationalglueck-bhutan-101.html\">https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/scholz-bruttonationalglueck-bhutan-101.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Davon jedenfalls war Bundeskanzler Olaf Scholz bei seinem Besuch in Bhutan fasziniert \u2014 dem ersten klimaneutralen Land der Welt, in dem die meisten Menschen vom Ackerbau leben. Der Indikator erfasst vorwiegend das subjektive Empfinden von &#8222;Gl\u00fcck&#8220; und &#8222;Wohlbefinden&#8220;, wobei die regierende Ebene definiert, was darunter zu verstehen ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Die linksliberale S\u00fcddeutsche Zeitung hat wieder einen bemerkenswerten Artikel herausgebracht. Es geht um das Wirtschaftswachstum. F\u00fcr Deutschland sieht es in dieser Hinsicht momentan ja nicht sehr gut aus. 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