{"id":30637,"date":"2024-04-04T11:30:55","date_gmt":"2024-04-04T09:30:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=30637"},"modified":"2024-04-04T11:30:57","modified_gmt":"2024-04-04T09:30:57","slug":"geburtenrueckgang-gibt-raetsel-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2024\/04\/04\/geburtenrueckgang-gibt-raetsel-auf\/","title":{"rendered":"GEBURTENR\u00dcCKGANG GIBT R\u00c4TSEL AUF"},"content":{"rendered":"\n<p>In Deutschland sterben mehr Menschen als geboren werden. Das ist soweit nichts neues, denn die Geburtenrate liegt seit Jahrzehnten deutlich unter dem Wert, der zur Stabilisierung der Bev\u00f6lkerungszahl notwendig ist. Mindestens 2,1 Kinder pro Frau m\u00fcssten es sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Beunruhigend ist der weitere R\u00fcckgang. Nachdem sich die Zahlen 40 Jahre lang auf einem historisch niedrigem Niveau befanden, n\u00e4mlich zwischen 1,2 und 1,4, stiegen sie von 2015 bis 2021 auf 1,5 bis 1,6 Kinder pro Frau. Eine Trendumkehr schien sich abzuzeichnen. Doch die Gebrutenrate sank wieder auf 1,57 im Jahr 2021, und 1,46 im Jahr 2022.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann folgt laut der gemeinsamen Studie des Bundesinstituts f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsforschung und der Universit\u00e4t Stockholm ein \u201ebemerkenswert starker und sehr pl\u00f6tzlicher R\u00fcckgang\u201c auf nur noch 1,36 Kinder pro Frau im Zeitraum von Januar bis November 2023.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcckgef\u00fchrt wird diese Entwicklung auf zus\u00e4tzliche Verunsicherungen nach der Corona-Zeit, wie den Krieg in der Ukraine, die gestiegene Inflation, die Angst vor dem Klimawandel. Einige Kreise bringen die Corona-Impfung ins Spiel, weil der R\u00fcckgang im Schnitt neun Monate nach Beginn der Impfkampagne f\u00fcr j\u00fcngere Menschen beginnt. Das entspricht dem Schwangerschaftszeitraum.<\/p>\n\n\n\n<p>In anderen EU-L\u00e4ndern und vor allem in einigen fern\u00f6stlichen Staaten ist die Situation \u00e4hnlich. Auch Japan, Singapur und S\u00fcdkorea melden auff\u00e4llig niedrige Geburtenraten f\u00fcr das Jahr 2023. Am Beispiel S\u00fcdkorea, das mit 0,72 Kindern pro Frau nunmehr die weltweit niedrigste Geburtenrate hat, wird deutlich, dass auch enorme staatliche Hilfen zur Verringerung der finanziellen Belastung durch die Mutterschaft nicht die erhoffte Wirkung haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie es hei\u00dft, konzentrieren sich Frauen in den wohlhabenderen L\u00e4ndern immer st\u00e4rker auf ihre berufliche Karriere. Kinder, Haushalt und Beziehung empf\u00e4nden sie nicht nur als physische und psychische Mehrbelastung, sondern auch als Problem bei der Selbstverwirklichung und angestrebten Autonomie.<\/p>\n\n\n\n<p>Beunruhigend sind auch die Prognosen f\u00fcr die kommenden Jahrzehnte. In einem Bericht im Fachmagazin \u201eThe Lancet\u201c ist zu lesen, dass im Jahr 2100 weltweit nur noch die sechs Staaten Samoa, Tonga, Somalia, Niger, Tschad, Tadschikistan eine Geburtenrate von mehr als 2,1 haben werden. In Westeuropa soll sie dann bei durchschnittlich 1,37 liegen. Finanziert wurde der Bericht von der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung.<\/p>\n\n\n\n<p>In Regionen mit hohem Bildungsniveau ist die Geburtenraten bekanntlich niedrig, in Gegenden mit niedrigem Bildungsniveau dagegen sehr hoch. Dieses Ph\u00e4nomen k\u00f6nnte die weitere Entwicklung bestimmen. H\u00e4lt der Trend an, wird das starke Wanderungsbewegungen und f\u00fcr Europa eine neue Bev\u00f6lkerungszusammensetzung zur Folge haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bundesregierung hatte versucht, mit dem Elterngeld auch f\u00fcr Besserverdienende die Geburtenrate in dieser &#8222;h\u00f6heren&#8220; Gesellschaftsschicht positiv zu beeinflussen. Zun\u00e4chst galt f\u00fcr Paare beim gemeinsamen Bruttoeinkommen eine Grenze von 300&#8217;000 Euro, bis zu dieser das Elterngeld gew\u00e4hrt wurde. Sie wurde abgesenkt auf 200&#8217;000 Euro. Im kommenden Jahr soll sie bei 175&#8217;000 Euro liegen. Der Grund ist der Sparzwang. Untersuchungen zeigen, dass die Geburtenrate in den wohlhabenderen L\u00e4ndern trotz einer Verdreifachung der Ausgaben f\u00fcr Kinderbetreuung, Elternzeit und Kindergeld sinkt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>In Deutschland sterben mehr Menschen als geboren werden. Das ist soweit nichts neues, denn die Geburtenrate liegt seit Jahrzehnten deutlich unter dem Wert, der zur Stabilisierung der Bev\u00f6lkerungszahl notwendig ist. 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