{"id":30787,"date":"2024-04-13T10:43:51","date_gmt":"2024-04-13T08:43:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=30787"},"modified":"2024-04-13T10:43:52","modified_gmt":"2024-04-13T08:43:52","slug":"star-pianist-kommt-nach-ostthueringen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2024\/04\/13\/star-pianist-kommt-nach-ostthueringen\/","title":{"rendered":"STAR-PIANIST KOMMT NACH OSTTH\u00dcRINGEN"},"content":{"rendered":"\n<p>Der geb\u00fcrtige Hamburger Alexander Krichel gilt als eines der brillantesten deutschen Pianisten. Der 35-j\u00e4hrige Echo-Preistr\u00e4ger tritt demn\u00e4chst mit dem Philharmonischen Orchester Altenburg Gera auf. Susanne Streicher vom Theater Altenburg Gera hat mit ihm gesprochen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Sie haben im Alter von 15 Jahren mit Auszeichnung die Aufnahmepr\u00fcfung in die F\u00f6rderklasse der Hamburger Universit\u00e4t f\u00fcr hochbegabte Mathematiker geschafft und sich dann doch f\u00fcr das Musikstudium entschieden. Warum?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich hatte schon immer sehr viele und unterschiedliche Interessen und au\u00dferdem wahnsinnig viel Energie. Fremdsprachen, Naturwissenschaften und Mathematik haben mich absolut fasziniert. Aber nichts davon hat mich so gepackt wie die Musik. Sie packt einen tief an der seelisch-emotionalen Wurzel \u2013 das kann keine Naturwissenschaft! Ich m\u00f6chte und kann ohne Musik nicht existieren, sie ist unzertrennbar mit meiner Person verbunden.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Trilingual aufgewachsen mit einer italienischen Mutter, einem deutschen Vater und einem Gro\u00dfvater, der in Rum\u00e4nien Botschafter war, lebten Sie lange in London. Erst mit dem Brexit sind Sie wieder in Ihre Heimatstadt Hamburg zur\u00fcckgekehrt. Was hatte Sie so lange in England gehalten?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Tod meines wundervollen Mentors und Jahrhundertpianisten Vladimir Krainev, bin ich f\u00fcr das Studium bei Dmitri Alexeev am Royal College of Music nach London gezogen. Da habe ich mich in die pulsierende und einzigartige Metropole verliebt. Sie ist auf jeder Ebene k\u00fcnstlerisch elektrisierend und hat eine unfassbare Offenheit allen Menschen gegen\u00fcber.<s><\/s><\/p>\n\n\n\n<p><em>W\u00e4hrend des langen Corona-Lockdowns fanden Sie mit ungew\u00f6hnlichen Aktionen und Streaming-Konzerten, wie dem weltweit ersten Klassik-Konzert in einem Autokino oder einem Videotagebuch aus einer Hongkonger Hotelsuite, in der Sie eine 14-t\u00e4gige Quarant\u00e4ne vor einem Konzert einhalten mussten, den Weg zu Ihrem Publikum. Wie wichtig ist Ihnen die Verbindung zum Zuh\u00f6rer?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Klassikwelt hat manchmal eine gewisse Arroganz. Bei beiden Projekten, deren Initialz\u00fcndung nat\u00fcrlich mein gro\u00dfes Bed\u00fcrfnis war, mit meiner Musik wieder mein Publikum zu erreichen, habe ich auf der einen Seite viel Zuspruch erhalten, andererseits kam aber auch Gegenwind. \u201eSie sind doch so ein seri\u00f6ser Konzertpianist, als solcher tritt man doch nicht vor hupenden Autos auf, ist das nicht etwas billig f\u00fcr jemanden mit Ihrer Klasse?\u201c Ich will die Menschen erreichen, Kunst und gro\u00dfe Emotionen mit meinem Publikum teilen. Die Aufgabe und die Kraft von Musik sind viel gr\u00f6\u00dfer als die Formate, die wir Menschen f\u00fcr sie geschaffen haben.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Trotz Ihrer steilen Karriere, die Sie auf die gro\u00dfen Podien der ganzen Welt u. a. in New York City, Hongkong und Mexico City brachte, geben Sie auch Benefizkonzerte in Hospizen und engagieren sich in Projekten, die Kindern und Jugendlichen Zugang zur klassischen Musik verschaffen. K\u00f6nnen Sie uns von diesen Projekten erz\u00e4hlen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das Thema Tod spielte leider in meinem Leben fr\u00fch und immer wieder eine Rolle, auch in Verbindung mit dem 2. Klavierkonzert von Rachmaninoff, das ich in Gera spielen werde und welches das letzte Werk war, das ich meinem bereits genannten Mentor Vladimir Krainev wenige Stunden vor seinem Tod vorgespielt habe. Ich finde diesen letzten Abschied eines Menschen essentiell f\u00fcr die Trauerarbeit, sowohl f\u00fcr die Person, die geht, aber auch f\u00fcr das komplette Umfeld. Hospizarbeit leistet da fantastische Arbeit. Education-Arbeit halte ich ebenfalls f\u00fcr wichtig: ich denke, dass es dem Gros der Gesellschaft \u00fcberhaupt nicht klar ist, was Musik und Kunst f\u00fcr die Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen bedeutet. Gerade in unseren heutigen Zeiten, in denen Werte und Moral zweifelsohne h\u00e4ufig in Schieflage geraten, kann die Musik uns Achtsamkeit und Menschlichkeit lehren. Ich denke, dass Kunst uns zu besseren Menschen macht.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Als das 2. Klavierkonzert entstand, hatte der junge Komponist Sergei Rachmaninoff schon eine Schaffenskrise hinter sich. Sein erstes gro\u00dfes Werk, die erste Sinfonie, war 1897 gescheitert und er st\u00fcrzte in eine Depression. Dank einer Hypnose-Therapie schaffte er es drei Jahre sp\u00e4ter wieder zu komponieren und schrieb sein 2. Klavierkonzert. Dieses Werk werden Sie im 8. Philharmonischen Konzert mit dem Titel \u201eEinfach m\u00e4rchenhaft\u201c interpretieren. Welche Emotionen verkn\u00fcpfen Sie mit dem Werk?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich wei\u00df gar nicht, wo ich da anfangen soll! Wie gesagt ist es das letzte Werk, das ich meinem Mentor vorspielte vor seinem Tod. Es ist viel pers\u00f6nliche Trauer und Abschied in dieser Musik f\u00fcr mich konserviert, aber auch gro\u00dfe Dankbarkeit. Ich habe mit Rach 2, wie ich es gerne liebevoll nenne, u. a. meine Deb\u00fcts in Japan und in S\u00fcdamerika bestritten. Wenn ich dieses Konzert spiele, erlebe ich es auf jeder Ebene sehr intensiv und diese starken Emotionen werden f\u00fcr immer in mir sein, sobald ich meine H\u00e4nde f\u00fcr die ersten Akkorde auf die Tasten lege.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Mit 24 Jahren hatte Alexander Krichel bereits einen Exklusivvertrag bei Sony und einen ECHO Klassik als Nachwuchsk\u00fcnstler des Jahres in der Tasche. Inzwischen kann man den \u201eNachwuchs\u201c streichen, Krichel hat l\u00e4ngst einen vollen Konzertkalender und ist als international renommierter K\u00fcnstler sowohl auf nationalem als auch internationalem Parkett zu Hause: Er gab Konzerte in der Elbphilharmonie Hamburg oder in der Tonhalle Z\u00fcrich. Ebenso war er in Shanghai, Tokio, St. Petersburg, Oslo, und vielen weiteren St\u00e4dten eingeladen. Neben Auftritten u. a. mit dem hr-Sinfonieorchester und der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz ist Krichel ein gern gesehener Gast beim Kyoto Symphony Orchestra, den Festival Strings Lucerne und anderen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: THEATER ALTENBURG GERA GGMBH<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Der geb\u00fcrtige Hamburger Alexander Krichel gilt als eines der brillantesten deutschen Pianisten. Der 35-j\u00e4hrige Echo-Preistr\u00e4ger tritt demn\u00e4chst mit dem Philharmonischen Orchester Altenburg Gera auf. 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