{"id":32009,"date":"2024-06-22T00:32:49","date_gmt":"2024-06-21T22:32:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=32009"},"modified":"2024-06-22T01:02:01","modified_gmt":"2024-06-21T23:02:01","slug":"information-und-manipulation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2024\/06\/22\/information-und-manipulation\/","title":{"rendered":"INFORMATION UND MANIPULATION"},"content":{"rendered":"\n<p>In Sachen Information, Meinungsbildung und Diskussion scheint ein gro\u00dfer Wandel im Gange, beginnend mit der Frage nach der Wahrheit. Wo w\u00e4re diese zu finden, wenn die wahrgenommene allgemeine Realit\u00e4t nur ein Konsens aus unz\u00e4hligen subjektiven Vorstellungswelten ist? Wer darf dann mit welcher Begr\u00fcndung in den Meinungsbildungsprozess eingreifen und \u00fcber die Gewichtung der einzelnen Positionen bestimmen?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Publizistin Carolin Emcke sprach bei der Veranstaltung Republika 2024 mit Claudia Kemfert, der Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt beim DIW, \u00fcber \u201eGewalt und Wahrheit im Angesicht der Klimakatastrophe\u201d. Es werde best\u00e4ndig vorgemacht, es g\u00e4be zu allen Fragen gleicherma\u00dfen wertige, gleicherma\u00dfen vern\u00fcnftige einander widersprechende Positionen, sagte Emcke und forderte ein Ende von Diskussionen mit Pro- und Contra-Rahmungen (32:50). Zuvor hatte Claudia Kemfert festgestellt, dass es zum Klimawandel keine Gegenposition gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Tilo Jung, der ebenfalls bei der Republika 2024 eingeladen war, \u00e4u\u00dferte dort am 29. Mai 2024 mit Blick auf die unterschiedliche Berichterstattung zu den Vorf\u00e4llen in Sylt und Mannheim, Journalisten m\u00fcssen die Leute dar\u00fcber Informieren, was sie wissen sollen, und nicht, was sie wissen wollen (45:48). Ist beispielsweise laut einer Umfrage die Migration die gr\u00f6\u00dfte Sorge der Menschen, sei es nicht die Aufgabe des Journalismus, dies abzubilden und die Leute \u00fcber die Themen zu informieren, \u00fcber die sie informiert werden wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg ist angesichts der j\u00fcngsten mutma\u00dflichen F\u00e4lle von Spionage und Desinformation sogar davon \u00fcberzeugt, dass die Sabotage des Meinungsbildungsprozesses unter Strafe gestellt werden muss, wie sie gegen\u00fcber der Berliner Zeitung erkl\u00e4rte.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle drei \u00c4u\u00dferungen sind zwar zun\u00e4chst in dem dazugeh\u00f6rigen Kontext zu sehen, deuten aber auf eine problematische Entwicklung hin. Denn wenn es f\u00fcr den Meinungsbildungsprozess Schranken und Leitplanken gibt, weil die entstehende Meinung kein offenes Ergebnis mehr sein darf, muss auch der Informationsfluss und Diskurs kontrolliert werden, was wiederum Kontrolleure erforderlich macht sowie eine pr\u00e4zise Abgrenzung zwischen Information und Desinformation.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Vorstellungen von Emcke, Jung und Badenberg k\u00f6nnten so in eine Zukunft f\u00fchren, wie sie Ida Auken vom \u201eGlobal Future Council on Cities and Urban\u201d beschreibt. Sie kann nirgendwo hingehen, ohne registriert werden, und sie wei\u00df, dass irgendwo alles, was sie macht, denkt und tr\u00e4umt, aufgezeichnet wird. Dennoch ist sie froh \u00fcber die neue Welt, weil es Zivilisationskrankheiten, Klimawandel, Fl\u00fcchtlingskrise, Umweltzerst\u00f6rung, v\u00f6llig verstopfte St\u00e4dte, Wasserverschmutzung, Luftverschmutzung, soziale Unruhen und Arbeitslosigkeit nicht mehr gibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>In Sachen Information, Meinungsbildung und Diskussion scheint ein gro\u00dfer Wandel im Gange, beginnend mit der Frage nach der Wahrheit. 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