{"id":34455,"date":"2024-11-15T20:02:42","date_gmt":"2024-11-15T19:02:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=34455"},"modified":"2024-11-15T20:02:44","modified_gmt":"2024-11-15T19:02:44","slug":"das-klima-narrativ-broeckelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2024\/11\/15\/das-klima-narrativ-broeckelt\/","title":{"rendered":"DAS KLIMA-NARRATIV BR\u00d6CKELT"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Die g\u00e4ngige Erz\u00e4hlung erweckt den Eindruck, der CO\u2082-Gehalt sei vor der Verbrennung fossiler Rohstoffe generell niedriger gewesen. Mit dem \u201evorindustriellen Zeitalter\u201d sind in Wirklichkeit nur wenige Jahre gemeint. Zudem wird der menschliche Anteil am CO\u2082-Aussto\u00df kommunikativ falsch vermittelt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Klimawissenschaftler davon sprechen, dass der atmosph\u00e4rische CO\u2082-Gehalt im \u201evorindustriellen Zeitalter\u201d niedriger war als heute, glauben Laien in der Regel, dass damit ein langer Zeitraum vor dem Erscheinen der Menschheit gemeint ist, und der Wert heute einen H\u00f6chststand erreicht hat. Doch dem ist nicht so. Denn der Weltklimarat bezieht sich nur auf die wenigen Jahre von 1850 bis 1900. Sie dienen als Referenzzeitraum. Diesen kleinen Abschnitt des Holoz\u00e4ns mit seinem stabilen Wetter m\u00f6chte man dauerhaft erhalten \u2014 aber weniger aus Sorge um die Natur, wie Klimawissenschaftler selbst sagen. Vielmehr geht es darum, die Bauwerke des Menschen zu sch\u00fctzen. Allein die erdgeschichtlichen Durchschnittswerte w\u00fcrden zu v\u00f6llig anderen Gegebenheiten f\u00fchren. In den meisten Zeitabschnitten war es deutlich w\u00e4rmer als heute.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/natur\/forscher-rekonstruieren-klima-der-vergangenen-485-millionen-jahre-a-e43dfb47-ab8b-486d-9365-a2c7f22c4c8d\">https:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/natur\/forscher-rekonstruieren-klima-der-vergangenen-485-millionen-jahre-a-e43dfb47-ab8b-486d-9365-a2c7f22c4c8d<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Der CO\u2082-Gehalt, die globalen Temperaturen und der Meeresspiegel unterliegen starken Schwankungen. Gegenw\u00e4rtig befinden sie sich auf einem niedrigen Niveau, das innerhalb der vergangenen 500 Millionen Jahre aber nur selten erreicht wurde und immer nur kurzzeitig anhielt. Der j\u00fcngst gemessene CO\u2082-Gehalt von 422 ppm liegt 52 % \u00fcber dem des \u201evorindustriellen Zeitalters\u201d. Betrachtet man einen gr\u00f6\u00dferen Zeitabschnitt, was Klimalobbyisten ablehnen, zeigt sich ein ganz anderes Bild:<\/p>\n\n\n\n<p>In den vergangenen 500 Millionen Jahren schwankte der Kohlenstoffdioxidgehalt in der Erdatmosph\u00e4re zwar stark, zeigte aber insgesamt eine abnehmende Tendenz.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fr\u00fche Phase (vor 500 Millionen bis 400 Millionen Jahren)<\/strong><br>In den ersten 100 Millionen Jahren dieses Zeitraums lag der CO\u2082-Gehalt sehr hoch, zwischen 4000 und 6000 ppm. Dies war deutlich h\u00f6her als der heutige Wert von etwa 400 ppm.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mittlere Phase (vor 400 Millionen bis 100 Millionen Jahren)<\/strong><br>Anschlie\u00dfend folgte eine Phase mit niedrigeren CO\u2082-Werten, \u00e4hnlich wie heute, verbunden mit einer starken Vereisung. Danach stieg der CO\u2082-Gehalt wieder an und lag zwischen 250 Millionen und 100 Millionen Jahren vor heute erneut \u00fcber 1000 ppm. Dies war die Zeit der Dinosaurier, mit Temperaturen, die etwa 8 \u00b0C w\u00e4rmer waren als heute.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sp\u00e4tere Phase (letzte 100 Millionen Jahre)<\/strong><br>In den letzten 65 Millionen Jahren, dem K\u00e4nozoikum, zeigte sich eine deutliche Abnahme der CO\u2082-Konzentration. Zu Beginn lag der Wert bei etwa 1000 ppm, mit einem H\u00f6chstwert von 1500 ppm vor etwa 50 Millionen Jahren. Ab etwa 35 Millionen Jahren vor heute begann eine tendenzielle Abnahme der CO\u2082-Konzentration. Schlie\u00dflich sank der Wert auf etwa 300 ppm, was zur Vereisung der Antarktis und zum Beginn des gegenw\u00e4rtigen Eiszeitalters f\u00fchrte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Langfristige Tendenz<\/strong><br>\u00dcber den gesamten Zeitraum von 500 Millionen Jahren l\u00e4sst sich eine langfristige abnehmende Tendenz des CO\u2082-Gehalts in der Atmosph\u00e4re erkennen. Von anf\u00e4nglich sehr hohen Werten von 4000 ppm bis 6000 ppm sank der Gehalt auf Werte um 300 ppm vor Beginn der industriellen Revolution. Diese Abnahme wird unter anderem mit geologischen Prozessen wie der Gebirgsbildung und verst\u00e4rkter chemischer Verwitterung in Verbindung gebracht, die CO\u2082 aus der Atmosph\u00e4re entfernten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gegenw\u00e4rtig verwendeten Begriffe zeichnen ein falsches Bild und erwecken den Eindruck einer baldigen Apokalypse. Waldbr\u00e4nde werden dem Klimawandel zugeschrieben, obwohl sie in fast allen F\u00e4llen auf Brandstiftung oder den fahrl\u00e4ssigen Umgang mit Feuer zur\u00fcckgehen. Hochwasser werden in das gleiche Narrativ eingebunden, ohne die eingeengten Flussl\u00e4ufe und versiegelten Fl\u00e4chen als wesentlichen Faktor anzuf\u00fchren. In Valencia, wo es Ende Oktober 2024 zu einer Flutkatastrophe kam, spielte dies eine wesentliche Rolle. Die Regionalregierungen lie\u00dfen das \u00dcberschwemmungsrisiko jahrzehntelang au\u00dfer Acht. Es kam zu einer extensiven Bebauung und Versiegelung von Fl\u00e4chen \u2014 auch in gef\u00e4hrdeten Gebieten. Wenn es um den CO\u2082-Aussto\u00df geht, wird der Sachverhalt kommunikativ falsch vermittelt. \u00dcber Deutschland hei\u00dft es beispielsweise, es habe einen j\u00e4hrlichen Anteil von 2 % an den globalen Emissionen. Dabei m\u00fcsste betont werden, dass sich dieser Wert nur auf den menschlichen Aussto\u00df bezieht, denn sonst glaubt der Laie, die 2 % beziehen sich auf die emittierte Gesamtmenge im System.<\/p>\n\n\n\n<p>Der globale menschliche Aussto\u00df von insgesamt 40 Milliarden Tonnen CO\u2082 pro Jahr hat einen Anteil von nur 4,9 % an der emittierten Gesamtmenge. Anders als von Umweltverb\u00e4nden dargestellt, m\u00fcssen die nat\u00fcrlichen Prozesse um den Kohlenstoffkreislauf auch nicht weitgehend ausgeglichen sein. Dadurch ergeben sich die nat\u00fcrlichen Schwankungen. Die gegenw\u00e4rtige Darstellung des Klimawandels zielt m\u00f6glicherweise darauf ab, in baldiger Zukunft eine Umgestaltung und Regulierung der Erdatmosph\u00e4re nach menschlichen Bed\u00fcrfnissen notwendig erscheinen zu lassen. Gegenw\u00e4rtig werden mehrere Technologien erprobt.<\/p>\n\n\n\n<p>Mittlerweile folgen deutlich weniger Menschen als noch vor f\u00fcnf Jahren der g\u00e4ngigen Klimaerz\u00e4hlung. Sie wirkt aufdringlich, unaufrichtig, und es werden Menschen als Leugner dargestellt, allein wenn sie Zweifel \u00e4u\u00dfern. Zunehmende wirtschaftlichen N\u00f6te zwingen viele B\u00fcrger au\u00dferdem dazu, einen wesentlich kleineren Zeitraum in den Blick zu nehmen. Wenn der eigene Untergang n\u00e4her liegt und gr\u00f6\u00dfere \u00c4ngste ausl\u00f6st als ein Unwetter, das in f\u00fcnf Jahren vielleicht hereinbrechen k\u00f6nnte, finden jene Worte mehr Geh\u00f6r, die sich unmittelbar darauf beziehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Die g\u00e4ngige Erz\u00e4hlung erweckt den Eindruck, der CO\u2082-Gehalt sei vor der Verbrennung fossiler Rohstoffe generell niedriger gewesen. Mit dem \u201evorindustriellen Zeitalter\u201d sind in Wirklichkeit nur wenige Jahre gemeint. 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