{"id":34539,"date":"2024-11-20T22:59:47","date_gmt":"2024-11-20T21:59:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=34539"},"modified":"2024-11-20T22:59:49","modified_gmt":"2024-11-20T21:59:49","slug":"die-strassenbahnlinie-nach-poeppeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2024\/11\/20\/die-strassenbahnlinie-nach-poeppeln\/","title":{"rendered":"DIE STRASSENBAHNLINIE NACH P\u00d6PPELN"},"content":{"rendered":"\n<p>Am 22. Februar 1892 wurde die elektrische Stra\u00dfenbahn in Gera offiziell in Betrieb genommen. Es war die zweite ihrer Art in Deutschland. Das neue Verkehrsmittel verst\u00e4rkte in der Stadt die allgemein vorhandene Aufbruchstimmung dieser Zeit. Man w\u00e4hnte sich am Beginn einer neuen Epoche, die von Leichtigkeit, Wohlstand und Frieden gepr\u00e4gt sein w\u00fcrde. Die damaligen Stra\u00dfenbahnwagen wirkten wie eine Kutsche ohne Pferd und waren genauso au\u00dfergew\u00f6hnlich wie die heutigen selbstfahrenden Busse.<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst gab es zwei Linien. Gekennzeichnet mit A war die Strecke von der M\u00fchlgrabenbr\u00fccke am Ende der K\u00fcchengartenallee bis Lindenthal. Die Linie B f\u00fchrte von Tinz bis zum S\u00fcdfriedhof. Die zweieinhalb Kilometer lange Linie C vom Hauptbahnhof bis P\u00f6ppeln wurde wegen der Dauer der Bauarbeiten erst am 1. April 1893 er\u00f6ffnet. Das Gleis verlief mittig durch die damalige Waldstra\u00dfe, heute Stra\u00dfe des Friedens, und endete stumpf auf H\u00f6he der dortigen Lehmgrube, dem sp\u00e4teren Dahliengarten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Waldstra\u00dfe selbst war zu diesem Zeitpunkt rund zwanzig Jahre alt. Ihren Namen erhielt sie am 23. September 1874, als der Ausbau zu einer befestigten Stra\u00dfe abgeschlossen war. Bei der vormaligen P\u00f6ppelnschen bzw. Rodaer Chaussee handelte es sich um eine Obst- und Pappelallee, die zum Ortsteil und dann weiter in den angrenzenden Stadtwald f\u00fchrte. Um 1820 wurde der Weg erweitert und \u00fcber den Roten Berg gef\u00fchrt, um den Martinsgrund als Haupthandelsweg abzul\u00f6sen. Reiche B\u00fcrger lie\u00dfen beidseits der neuen Stra\u00dfe ihre Villen errichten. In P\u00f6ppeln entstanden bis in die 1930er Jahre viele neue H\u00e4user und Mietswohnungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Nutzung der Linie entsprach aber nicht den Erwartungen. Aufgrund entt\u00e4uschender Zahlen wurde der Abschnitt von der Heinrichsbr\u00fccke bis zum Dahliengarten schon im darauffolgenden Winter mit Zustimmung des Stadtrates nicht mehr befahren. Die verk\u00fcrzte Linie C f\u00fchrte vom Bahnhof \u00fcber die Schlo\u00dfstra\u00dfe bis zum Johannisplatz. Am 16. M\u00e4rz 1896 \u00e4nderte der Verkehrsbetrieb die Linienf\u00fchrung der Stra\u00dfenbahn in Tinz\u2014P\u00f6ppeln und Bahnhof\u2014Debschwitz. Die Linie A blieb unver\u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahre 1903 wurden die drei Linien nochmals neu eingeteilt. Es gab von nun an die Routen Untermhaus\u2014Meuselwitzer Bahnhof, Tinz\u2014P\u00f6ppeln und Preu\u00dfischer Bahnhof-Debschwitz. Durch den Pendelverkehr ab dem 1. August 1903 auf den Streckenabschnitten Preu\u00dfischer Bahnhof\u2014Ro\u00dfplatz und Heinrichsbr\u00fccke\u2014Debschwitz hatte die Linie Tinz\u2014P\u00f6ppeln eine besondere Bedeutung hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit: Es konnten t\u00e4glich vier Triebwagen eingespart werden. Fahrg\u00e4ste, die von Debschwitz zum Preu\u00dfischen Bahnhof fahren wollten, mussten allerdings zweimal umsteigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 23. August 1922 wurden die Fahrten nach P\u00f6ppeln vor\u00fcbergehend eingestellt. Infolge der Inflation war es zu erheblichen Verteuerungen gekommen. Die Stra\u00dfenbahngesellschaft musste ihr Angebot reduzieren. Zwischen dem Ro\u00dfplatz und der Endstelle P\u00f6ppeln verkehrten mittwochs und sonntags allerdings Sonderwagen. Es waren die Besuchstage im Krankenhaus. Ab dem 26. Oktober 1929 wurde der Streckenabschnitt nach P\u00f6ppeln wieder regul\u00e4r befahren. Mit der Er\u00f6ffnung der Omnibuslinie zum Krankenhaus am 23. November 1938 er\u00fcbrigte sich dieser jedoch. Das Gleis in der damaligen Waldstra\u00dfe wurde stillgelegt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Am 22. Februar 1892 wurde die elektrische Stra\u00dfenbahn in Gera offiziell in Betrieb genommen. Es war die zweite ihrer Art in Deutschland. 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