{"id":34665,"date":"2024-11-27T11:19:49","date_gmt":"2024-11-27T10:19:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=34665"},"modified":"2024-11-27T11:19:50","modified_gmt":"2024-11-27T10:19:50","slug":"puppenbauer-jan-hofmann-verstorben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2024\/11\/27\/puppenbauer-jan-hofmann-verstorben\/","title":{"rendered":"PUPPENBAUER JAN HOFMANN VERSTORBEN"},"content":{"rendered":"\n<p>Nach schwerer Krankheit ist der Puppenbauer Jan Hofmann im Alter von 74 Jahren im Oktober 2024&nbsp; gestorben. Er hat bewegende Jahrzehnte im Puppentheater am Gustav-Hennig-Platz in Gera miterlebt und die Inszenierungen mit seiner Handwerkskunst gepr\u00e4gt. Seine Puppen faszinierten Generationen von Geraern.<\/p>\n\n\n\n<p>Von 1976 bis 2015 war Jan Hofmann, Sohn von Werner Hofmann, einem bekannten Kunsthistoriker, Ausstatter am Puppentheater Gera. Private Umst\u00e4nde brachten ihn in die Stadt. Zuvor hatte er in Dresden Theatermalerei studiert, ging f\u00fcr erste Arbeiten an die St\u00e4dtischen B\u00fchnen Erfurt und nach dem Milit\u00e4rdienst zwei Jahre an das Nationaltheater Weimar. In einem fr\u00fcheren Interview erinnerte er sich, dass er schon als Kind viele Handpuppen besa\u00df. \u201eMit denen habe ich aber wenig gespielt\u201c, erz\u00e4hlte Hofmann, \u201eich war viel lieber damit besch\u00e4ftigt, Dekorationen f\u00fcr sie zu bauen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKalif Storch\u201c, das im Jahr 1977 Premiere feierte, war seine erste Produktion, f\u00fcr die er vorhandene Marionetten umgearbeitet hat. Eigenst\u00e4ndig Puppen und B\u00fchne entwerfen und bauen durfte er 1980 bei \u201eWie der Elefant zu seinem R\u00fcssel kam\u201c. Doch auch sp\u00e4ter hat er es sich als Ausstatter nicht nehmen lassen, immer wieder verspielte Details in seine B\u00fchnen zu integrieren, sei es ein kleiner Wasserspringbrunnen in \u201eDer Geburtstag der Infantin\u201c im Jahr 2000, die Backmaschine f\u00fcr \u201eDie Weihnachtsgeschichte der Christen\u201c oder die per Mechanismus Eier legenden H\u00fchner auf der Stange in \u201ePettersson und Findus\u201c im Jahr 2006.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei hatte er klare Priorit\u00e4ten. \u201eIch gehe immer vom Handwerk aus, nicht von k\u00fcnstlerischen \u00c4u\u00dferlichkeiten. Zuerst muss die Puppe f\u00fcr die Hand des Spielers funktionieren, dann kommt ihre Optik\u201c, erkl\u00e4rte er in einem zur\u00fcck liegenden Gespr\u00e4ch seine Herangehensweise. Jan Hofmanns handwerkliche Spezialit\u00e4t war die Arbeit mit Holz. Seine ersten geschnitzten, charakteristischen Handpuppen fertigte er bereits 1982 f\u00fcr \u201eDie Wunschlaterne\u201c. Doch eine andere Puppenform hatte es ihm besonders angetan und zwar die Marionetten. Hofmanns Marionetten f\u00fcr \u201eRiquet und Mirabelle\u201c im Jahr 1989, waren bereits auf Gastspielen in Augsburg, M\u00fcnchen, Schweiz und Polen und f\u00fcr \u201eSchneewittchen\u201c gleich zwei Mal in den USA unterwegs. Doch auch gro\u00dfe Puppen setzte er um. F\u00fcr die Freilicht-Inszenierung \u201eKaspariade\u201c baute er unter anderem einen Drachen mit acht Metern Fl\u00fcgelspannweite. Nach der Premiere im Jahr 1983 verbot die Staatssicherheit weitere Auff\u00fchrungen vor dem Puppentheater in Gera. Das Spektakel musste in den Tierpark ausweichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch mit Holz konnte Jan Hofmann gro\u00dffl\u00e4chig arbeiten. Seine gr\u00f6\u00dften geschnitzten K\u00f6pfe entstanden f\u00fcr die Inszenierung \u201eNacht mit G\u00e4sten\u201c (1996). Dort haben die Spieler die Puppenk\u00f6pfe auf ihre eigenen gesetzt, sodass \u00fcberlange Figuren entstanden. Die Inszenierung ist f\u00fcr Gastspiele bis nach Stockholm gereist. In den letzten Jahren seines Schaffens hat Jan Hofmann auch f\u00fcr die anderen Sparten des Hauses als Ausstatter gewirkt. Auch diese Arbeit habe er gemocht. Doch das Puppentheater als f\u00fcnfte Sparte blieb immer etwas besonderes, schon allein durch seine Lage abseits des gro\u00dfen Hauses in seinem kleinen Domizil am Gustav-Hennig-Platz. \u201eDas Figurentheater ist ein Gebiet, wo man am vielseitigsten arbeiten kann, schon allein durch die vielen Puppenarten, die es gibt. Nirgendwo spielt Fantasie eine so gro\u00dfe Rolle wie hier.\u201cSeine letzte Produktion, bevor er sich in den Ruhestand verabschiedete, war \u201eDas M\u00e4rchen vom Zaren Saltan\u201c, welche im November 2014 Premiere feierte. Auf dem K\u00fcnstlerfriedhof Dresden \u2013 direkt gegen\u00fcber im K\u00fcnstlerhaus Dresden Loschwitz ist Jan Hofmann aufgewachsen \u2013 fand er seine letzte Ruhest\u00e4tte. In seinen Puppen wird Jan Hofmann weiterleben. Aktuell sind in dem St\u00fcck \u201eSchneewittchen\u201c seine Puppen noch in Vorstellungen des Puppentheaters Gera zu erleben.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: THEATER ALTENBURG GERA GGMBH<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Nach schwerer Krankheit ist der Puppenbauer Jan Hofmann im Alter von 74 Jahren im Oktober 2024&nbsp; gestorben. 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