{"id":35570,"date":"2025-01-24T12:09:57","date_gmt":"2025-01-24T11:09:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=35570"},"modified":"2025-01-24T12:10:11","modified_gmt":"2025-01-24T11:10:11","slug":"gemaelde-von-alexander-wolfgang-im-mittelpavillon-der-orangerie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2025\/01\/24\/gemaelde-von-alexander-wolfgang-im-mittelpavillon-der-orangerie\/","title":{"rendered":"GEM\u00c4LDE VON ALEXANDER WOLFGANG IM MITTELPAVILLON DER ORANGERIE"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Anl\u00e4sslich des 55. Todestag des K\u00fcnstlers Alexander Wolfgang sind vom 23. Januar bis 1. Juli 2025 im Mittelpavillon der Orangerie 39 seiner Gem\u00e4lde ausgestellt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nach drei Jahrzehnten widmet die Kunstsammlung Gera Alexander Wolfgang wieder eine Personalausstellung. Der 1894 in Arnstadt geborene Zeichner und Maler z\u00e4hlte in den 1920er Jahren bereits zu den eigenwilligen und geachteten Malern in der Geraer K\u00fcnstlerszene, wo er bis zu seinem Tode 1970 lebte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Familie siedelte 1908 nach Gera \u00fcber, wo der Vater in der Humboldtstra\u00dfe 12 ein Kolonial- und Delikatesswarengesch\u00e4ft betrieb. Von 1909 bis 1912 absolvierte Alexander Wolfgang eine kaufm\u00e4nnische Lehre und arbeitete danach als Buchhalter. 1913 wurde er zum Milit\u00e4rdienst eingezogen, der sich durch den Ausbruch des I. Weltkrieges bis 1918 verl\u00e4ngerte. Seine Eins\u00e4tze erfolgten vor allem in Frankreich. Als sogenannte \u201eHindenburgspende\u201c erhielt er damals einen kleinen Malkasten, der zum st\u00e4ndigen Begleiter wurde und f\u00fcr ihn den Impuls f\u00fcr seine weiteren k\u00fcnstlerischen Auseinandersetzungen gab. Nach dem Krieg kehrte er ins Elternhaus und in seinen Beruf zur\u00fcck; 1920 wurde Wolfgang Angestellter beim Finanzamt in Gera und widmete sich weiterhin der Malerei.<\/p>\n\n\n\n<p>Alexander Wolfgang war als K\u00fcnstler Autodidakt. Sein Studium der Malerei fand nicht in den akademischen R\u00e4umen einer Kunstakademie statt, sondern vielmehr beim Zeichnen und Malen in der Landschaft, dem unmittelbaren Studium der Natur, sowie in Museen und Ausstellungen bei intensiver Betrachtung von Bildern im Original.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Landschaft wurde zum wichtigsten Thema im Schaffen des K\u00fcnstlers, das zun\u00e4chst im Zeichen des Sp\u00e4texpressionismus stand. Seine Motive fand Wolfgang in der unmittelbaren Geraer Umgebung, auf Reisen in die Fr\u00e4nkische Schweiz und sp\u00e4ter in der Plothener Teichlandschaft bei Schleiz. Seine Malerei war meist von einer kraftvoll-malerischen Textur gepr\u00e4gt. Dabei sp\u00fcrte er schnell, dass es ihm im Bild nicht um ein detailgetreues naturalistisches Abbild ging, sondern um eine malerische Darstellung der Landschaft, die den emotionalen Gesamteindruck in den Mittelpunkt stellte.<\/p>\n\n\n\n<p>Als 1920 drei Gem\u00e4lde vom K\u00fcnstlerbund Ostth\u00fcringen f\u00fcr die Weihnachtsausstellung angenommen wurden, stellten sich f\u00fcr Wolfgang auch die biografischen Weichen neu und die weitere Besch\u00e4ftigung im b\u00fcrgerlichen Beruf wurde nur noch als Last empfunden. Innerhalb der Geraer Kunstszene unterhielt Wolfgang seit 1922 eine enge Freundschaft zu dem aus Weimar stammenden Maler Alfred Ahner. 1930 gab er seinen b\u00fcrgerlichen Beruf ganz auf und entschied, sich ausschlie\u00dflich als Kunstmaler zu bet\u00e4tigen. 1939 heiratet er Hedwig Dix, die j\u00fcngste Schwester von Otto Dix.<\/p>\n\n\n\n<p>In Stil und Haltung nahm er in seiner Malerei verschiedene Anleihen aus der franz\u00f6sischen Kunst des 19. Jahrhundert auf und verbreiterte seine Motivwahl durch Szenen von Rummelpl\u00e4tzen, Volksfesten, Zirkusattraktionen oder Ereignisse des zeitgen\u00f6ssischen Alltags, die er mit pastosen Farbauftrag und teils energischen Pinselz\u00fcgen auf die Bildfl\u00e4che setzte.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwischen 1948 und 1950 entstanden zudem einige Kompositionen, die von abstrakter und kubistischer Malerei angeregt waren. Von den kulturpolitischen Forderungen des sozialistischen Realismus am Anfang der 1950er Jahre blieb Wolfgang nahezu unber\u00fchrt. Die intensive Wahrnehmung und malerischen Auseinandersetzung mit der Natur als Vorbild und die politische Neutralit\u00e4t der Landschaft verhinderten ein Abgleiten.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Landschaften gab er keine topografisch exakten Situationen wider, sondern ver\u00e4nderte den Eindruck durch Dehnung der Gr\u00f6\u00dfenverh\u00e4ltnisse und das Einbringen von einzelnen malerischen Elementen und versuchte, eine Wirklichkeit zu schaffen, die nur als Malerei existieren kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Die 39 Gem\u00e4lde der Ausstellung kommen aus dem umfangreichen Bestand der Kunstsammlung Gera und werden durch ausgew\u00e4hlte Leihgeben aus Privatbesitz erg\u00e4nzt. Nach der H\u00e4lfte der Laufzeit wird die Zusammenstellung ge\u00e4ndert und der Schwerpunkt mehr auf das zeichnerische Werk gelegt.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Anl\u00e4sslich des 55. 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