{"id":35857,"date":"2025-02-10T23:28:24","date_gmt":"2025-02-10T22:28:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=35857"},"modified":"2025-02-10T23:28:25","modified_gmt":"2025-02-10T22:28:25","slug":"buch-ueber-die-hyaenenhoehle-und-das-wollhaarnashorn-erschienen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2025\/02\/10\/buch-ueber-die-hyaenenhoehle-und-das-wollhaarnashorn-erschienen\/","title":{"rendered":"BUCH \u00dcBER DIE HY\u00c4NENH\u00d6HLE UND DAS WOLLHAARNASHORN ERSCHIENEN"},"content":{"rendered":"\n<p>Ab sofort ist im Museum f\u00fcr Naturkunde ein neues Buch \u00fcber die Lindenthaler Hy\u00e4nenh\u00f6hle und das Pohlitzer Wollhaarnashorn erh\u00e4ltlich. Dieses kann w\u00e4hrend der \u00d6ffnungszeiten an der Museumskasse erworben werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Lindenthaler Hy\u00e4nenh\u00f6hle wurde 1874 in Pforten entdeckt. In der Spaltenh\u00f6hle befanden sich damals gro\u00dfe Mengen von Knochen und Z\u00e4hnen von eiszeitlichen Tieren, darunter auch zahlreiche Fossilien von H\u00f6hlenhy\u00e4nen. Die Fleischfresser nutzten die H\u00f6hle w\u00e4hrend der Weichsel-Kaltzeit immer wieder zum Zerlegen von Beute und zur Jungenaufzucht. Aus derselben Zeit stammt auch das 1904 im Norden von Pohlitz gefundene Skelett eines Wollhaarnashorns. Es handelt sich um das vollst\u00e4ndigste zusammengeh\u00f6rige Skelett eines Wollhaarnashorns, das bisher in Deutschland geborgen wurde und das nach wie vor existiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf 60 Seiten thematisiert das von der Th\u00fcringer Staatskanzlei gef\u00f6rderte Buch die Umst\u00e4nde der Entdeckung dieser Fossilfunde und die nachfolgende wissenschaftliche Bearbeitung des Materials. Ausf\u00fchrlich beschrieben werden dar\u00fcber hinaus auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die erst in der j\u00fcngsten Vergangenheit durch Untersuchungen gewonnen wurden. Dazu z\u00e4hlen erfolgreiche Altersdatierungen der Fossilien mittels der Radiocarbonmethode und die Gewinnung von Erbgut aus kleinsten Teilen von Knochen und Z\u00e4hnen. \u00dcber einhundert Abbildungen veranschaulichen die Texte. Die Publikation geh\u00f6rt in die traditionsreiche Ver\u00f6ffentlichungsreihe des Museums f\u00fcr Naturkunde, die es seit 1973 gibt. Das neue Buch ist bereits die Nummer 41. Die Kosten liegen bei 5,50 Euro.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Entdeckung der Lindenthaler Hy\u00e4nenh\u00f6hle war f\u00fcr das F\u00fcrstentum Reu\u00df j\u00fcngere Linie eine Sensation. Im Sp\u00e4thebst des Jahres 1874 wurden im Zusammenhang mit dem Ausbau der heutigen Reichsstra\u00dfe im Stadtteil Pforten weitreichende Bauarbeiten durchgef\u00fchrt. Das Gel\u00e4nde des \u201eKanonenberges\u201c wurde eingeebnet, und dabei wurde die besagte Spaltenh\u00f6hle entdeckt. Wegen der etwa 200 Meter nord\u00f6stlich liegenden Gastwirtschaft \u201eLindenthal\u201c und der zahlreichen geborgenen Fossilien von H\u00f6hlenhy\u00e4nen erhielt sie die Bezeichnung \u201eLindenthaler Hy\u00e4nenh\u00f6hle\u201c.<br>In der freigelegten Felsspalte fanden sich jedoch nicht nur Jahrtausende alte Tierknochen \u2013 neben H\u00f6hlenhy\u00e4nen unter anderem auch von Mammuts und Wollnash\u00f6rnern. Es wurden auch Feuersteinwerkzeuge und Reste von Jagdutensilien vom Ende der letzten Eiszeit gefunden. Die Menschen, die diese Objekte hinterlie\u00dfen, geh\u00f6ren zur sogenannten Magdal\u00e9nien-Kultur, die vor 20&#8217;000 bis 14&#8217;000 Jahren existierte. Der beeindruckendste dieser Funde ist die Abwurfstange eines Rentiers mit Gravuren. Die Ritzzeichnung ist Zeugnis des fr\u00fchesten k\u00fcnstlerischen Schaffens in unserer Region. Das Dargestellte bleibt jedoch Gegenstand der Interpretation, da uns Kenntnisse zu den konkreten Abbildungswillen und den geistigen Vorstellungen der Erschaffenden fehlen. Sehr wahrscheinlich ist jedoch von einem Jagd- und Fruchtbarkeitsmotiv auszugehen. Aus Richtung der Geweihbasis wurde eine, am Anfang gegabelte, doppelt geschwungene Linie tief in das Material geritzt.<br>Bei der Deutung spielt besonders die Ausrichtung des Objekts eine Rolle. Wird das St\u00fcck mit der Basis nach oben betrachtet, k\u00f6nnte es sich um eine Frauendarstellung handeln. Diese passt in den wissenschaftlich bekannten Fundtypus G\u00f6nnersdorf. Aus der Gegenrichtung und unter Einbeziehung der \u00fcbrigen Ritzlinien kann die Darstellung auch als Kopf- und R\u00fcckenpartie eines Mammuts interpretiert werden. Bei dieser Sichtweise f\u00e4llt jedoch auf, dass Stirn- sowie Augenvorsprung fehlen und auch der R\u00fcssel nur angedeutet ist. Markant ist ein gebohrtes Loch in der Mitte des \u201eSch\u00e4dels\u201c, das als Auge des Mammuts verortet w\u00e4re. Eventuell handelt es sich bei der Mammutdarstellung um eine sp\u00e4tere Umarbeitung der stilisierten Frauengestalt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Abwurfstange und weitere Funde menschlichen Schaffens sind bis zum 9. M\u00e4rz in der Studioausstellung \u201eMenschen der letzten Eiszeit \u2013 Anf\u00e4nge von Kunst und Handwerk\u201c im Stadtmuseum Gera zu sehen. Das Naturkundemuseum zeigt noch bis zum 24. August 2025 die Sonderausstellung \u201eGiganten der letzten Eiszeit \u2013 Von H\u00f6hlenhy\u00e4nen und Wollhaarnash\u00f6rnern\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Ab sofort ist im Museum f\u00fcr Naturkunde ein neues Buch \u00fcber die Lindenthaler Hy\u00e4nenh\u00f6hle und das Pohlitzer Wollhaarnashorn erh\u00e4ltlich. Dieses kann w\u00e4hrend der \u00d6ffnungszeiten an der Museumskasse erworben werden. Die Lindenthaler Hy\u00e4nenh\u00f6hle wurde 1874 in <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2025\/02\/10\/buch-ueber-die-hyaenenhoehle-und-das-wollhaarnashorn-erschienen\/\" title=\"BUCH \u00dcBER DIE HY\u00c4NENH\u00d6HLE UND DAS WOLLHAARNASHORN ERSCHIENEN\">[&#8230;]<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":2,"featured_media":35858,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":{"0":"post-35857","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-regionalkunde"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35857","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=35857"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35857\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":35859,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35857\/revisions\/35859"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/media\/35858"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=35857"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=35857"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=35857"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}