{"id":36441,"date":"2025-03-20T07:52:38","date_gmt":"2025-03-20T06:52:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=36441"},"modified":"2025-03-20T07:52:39","modified_gmt":"2025-03-20T06:52:39","slug":"der-tagebau-caaschwitz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2025\/03\/20\/der-tagebau-caaschwitz\/","title":{"rendered":"DER TAGEBAU CAASCHWITZ"},"content":{"rendered":"\n<p>W\u00e4hrend einiger Jahrzehnte lockte der Tagebau Caaschwitz Generationen von Mineraliensammlern an. In kaum einer Kollektion von Th\u00fcringer Mineralien steht nicht die eine oder andere Mineralstufe von dort. Grund daf\u00fcr ist vor allem, dass die attraktiven Fluorit-Kristalle mit zu den besten ganz Ostth\u00fcringens geh\u00f6ren. In Kl\u00fcften und Hohlr\u00e4umen des Dolomitgesteins wurden sie von den Sammlern vor allem im westlichen Teil des Tagebaus im Bereich der Seifartsdorfer St\u00f6rung gefunden \u2013 von matt bis hochgl\u00e4nzend, meist in perfekter W\u00fcrfelform und oft mit wundersch\u00f6ner lila-violetter Farbe. Die Kristallgr\u00f6\u00dfe des Fluorits ist zwar meist klein, erreicht aber in seltenen F\u00e4llen auch mehrere Zentimeter. Andere von Sammlern gesch\u00e4tzte Mineralien sind zum Beispiel der gr\u00fcne Malachit und der transparente bis milchig-wei\u00dfe Dolomit in scharfkantigen Kristallen. Die meisten weiteren Mineralarten der Lagerst\u00e4tte wie z. B. Aragonit, Azurit und Chalkopyrit sind hingegen durch ihre kleine Ausbildung eher untergeordnet. Dementsprechend pr\u00e4sentiert die Ausstellung eine einmalige Zusammenstellung von \u00e4sthetischen Fluoriten aus verschiedenen Jahrzehnten, aber auch eine Auswahl der selteneren Mineralarten aus dem Tagebau. Die ausgestellten Mineralstufen stammen aus der Sammlung des Museums f\u00fcr Naturkunde Gera und leihweise aus einer ganzen Reihe von Privatsammlungen, um mit besonders attraktiven, aber auch vielf\u00e4ltigen Ausstellungsst\u00fccken aufwarten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Tagebau Caaschwitz befindet sich nordwestlich von Gera im ostth\u00fcringischen Landkreis Greiz. Seine genaue Lage ist westlich der durch Caaschwitz f\u00fchrenden Bundesstra\u00dfe 7. Die geologischen Verh\u00e4ltnisse des Tagebaus sind spektakul\u00e4r, veranschaulichen sie doch den \u00dcbergang vom Zechstein zum Buntsandstein und damit die Grenze zwischen den geologischen Systemen Perm und Trias. An dieser Grenze, die in der Erdgeschichte bei zirka 252 Millionen Jahren liegt, fanden gewaltige Ver\u00e4nderungen auf dem Planeten Erde statt, so z. B. das gr\u00f6\u00dfte bekannte Artensterben. Der abgebaute, zehn bis 15 Meter m\u00e4chtige Plattendolomit ist geologisch in den Zechstein 3 (Z3) einzuordnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits seit etwa 1900 wurde im Raum Caaschwitz in kleineren Steinbr\u00fcchen dieser Dolomit abgebaut. Die Geschichte des eigentlichen Tagebaus Caaschwitz begann um 1960 zum Zwecke des Dolomitabbaus in gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfstab. Der abgebaute Rohdolomit wurde per Bahn zur Weiterverarbeitung zum 1922 vom Flick-Konzern gegr\u00fcndeten Dolomitwerk W\u00fcnschendorf transportiert \u2013 bis zu 1800 Tonnen t\u00e4glich! 1978 erreichte die Produktion von Sinterdolomit ihren H\u00f6hepunkt und der Tagebau Caaschwitz entwickelte sich zum einzigen Rohsteinlieferanten des Werks, nachdem es zuvor auch mit Rohmaterial aus Steinbr\u00fcchen in W\u00fcnschendorf, Pforten, Langenberg, Pohlitz, Zschippern und Crimmitschau versorgt wurde. 1992 erfolgte die Privatisierung des Unternehmens und auch der Tagebau Caaschwitz wurde Teil der W\u00fcnschendorfer Dolomitwerk GmbH. Im Jahr 2013 erfolgte die Auffahrung des Martinastollens f\u00fcr den untert\u00e4gigen Dolomitabbau, der 2014 in der Grube Lerchenberg begann und nach wie vor erfolgreich in ihr stattfindet. Durch die nunmehr untert\u00e4gige F\u00f6rderung des begehrten Dolomits wurde der Tagebaubetrieb stillgelegt. Ein Teil wird mittlerweile als Deponie genutzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Dolomit dient heute den verschiedensten Anwendungen wie z. B. als Branntkalk in der Landwirtschaft, als sog. kohlensaurer Kalk f\u00fcr die Land- und Forstwirtschaft und als Dolomitsand f\u00fcr Putze und M\u00f6rtel oder bei der Buntglasherstellung. Au\u00dferdem wird der Dolomit in Bereichen von der Metallurgie \u00fcber die Wasseraufbereitung bis hin zur Stallhygiene verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Museum f\u00fcr Naturkunde Gera pr\u00e4sentiert vom 21. M\u00e4rz 2025 bis zum 31. August 2025 die Kabinettausstellung \u201eDer Tagebau Caaschwitz \u2013 Eine klassische Ostth\u00fcringer Mineralfundstelle\u201c. Die Schau setzt eine programmatische Linie des Museums fort, insbesondere Fundstellen und Aufschl\u00fcsse im Ostth\u00fcringer Gebiet aus mineralogischer Sicht vorzustellen. Dementsprechend widmet sich die Ausstellung den rund 20 verschiedenen Mineralarten des Tagebaus, und vor allem dem bekanntesten unter ihnen \u2013 dem Fluorit.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>W\u00e4hrend einiger Jahrzehnte lockte der Tagebau Caaschwitz Generationen von Mineraliensammlern an. In kaum einer Kollektion von Th\u00fcringer Mineralien steht nicht die eine oder andere Mineralstufe von dort. 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