{"id":36985,"date":"2025-04-25T16:48:30","date_gmt":"2025-04-25T14:48:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=36985"},"modified":"2025-04-25T22:39:30","modified_gmt":"2025-04-25T20:39:30","slug":"noch-weniger-personal-in-den-pflegeheimen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2025\/04\/25\/noch-weniger-personal-in-den-pflegeheimen\/","title":{"rendered":"NOCH WENIGER PERSONAL IN DEN PFLEGEHEIMEN"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Pflegeheime werden k\u00fcnftig mit weniger Personal auskommen m\u00fcssen. Die Heimkosten steigen dennoch, die Zahl der Pl\u00e4tze sinkt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Derzeit gibt es sechs Millionen Pflegebed\u00fcrftige in Deutschland \u2014 Tendenz steigend. Ein Viertel lebt in Pflegeheimen. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Finanzierung der Pflege jedoch immer schwieriger. Das wird auch in den Heimen sichtbar. Zu beobachten ist ein stetiger Personalabbau und eine Verknappung des Materials. Gleichzeitig werden den Pflegeempf\u00e4ngern immer h\u00f6here Rechnungen \u00fcbergeben \u2014 oftmals mit der Begr\u00fcndung gestiegener Personalkosten, obwohl auf den Stationen h\u00e4ufig weit und breit niemand zu sehen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Altenheime sp\u00fcren inzwischen eine neue H\u00e4rte bei den Pflegesatzverhandlungen. Es soll n\u00e4mlich weniger Personal besch\u00e4ftigt werden. Die von den Kassenvertretern anvisierten neuen Personalschl\u00fcssel und Fachkraftquoten f\u00fchren dazu, dass k\u00fcnftig nicht mehr so viele Kr\u00e4fte refinanziert werden, wie es heute der Fall ist. Neue Qualifizierungsvorgaben sollen es erm\u00f6glichen, insbesondere die Zahl der verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig teuren Pflegefachkr\u00e4fte zu reduzieren. Deren Aufgaben werden weitgehend auf Kr\u00e4fte mit einem niedrigeren Qualifikationsniveau \u00fcbertragen. Dieses neue Niveau liegt genau zwischen dem der Fachkr\u00e4fte und dem der Hilfskr\u00e4fte.<\/p>\n\n\n\n<p>Laut den Verhandlern der Pflegeversicherungen werden in den Heimen zu viele Pflegefachkr\u00e4fte besch\u00e4ftigt. Nur noch wenige sollen k\u00fcnftig \u00fcbrigbleiben und sich nach einer Schulung vornehmlich mit der Planung und Dokumentation besch\u00e4ftigen. Die nicht mehr ben\u00f6tigten Fachkr\u00e4fte finden sich dann auf dem Lohnniveau einer qualifizierten Hilfskraft wieder, werden also nicht mehr als Fachkraft refinanziert. Hilfskr\u00e4fte, die sich nicht qualifizieren m\u00f6chten, werden auf das Qualifikationsniveau einer Hauswirtschaftskraft herabgestuft und entsprechend entlohnt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Weiterqualifizierung von Pflegehilfskr\u00e4ften, damit sie behandlungspflegerische T\u00e4tigkeiten \u00fcbernehmen k\u00f6nnen, basiert auf einer bundesweiten gesetzlichen Vorgabe, und zwar dem seit Juli 2023 geltenden Personalbemessungsverfahren laut \u00a7 113c SGB XI f\u00fcr die station\u00e4re Langzeitpflege. Dieses Verfahren schreibt vor, dass Pflegeeinrichtungen ihren Personalbedarf neu berechnen und dabei unterschiedliche Qualifikationsniveaus ber\u00fccksichtigen m\u00fcssen. Daraus ergibt sich ein erh\u00f6hter Bedarf an sogenannten qualifizierten Pflegeassistenzkr\u00e4ften, die bestimmte behandlungspflegerische Aufgaben \u00fcbernehmen d\u00fcrfen \u2014 und letztendlich auch m\u00fcssen, da die Anzahl der Fachkr\u00e4fte reduziert wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab dem 1. Januar 2026 soll das neue Personalbemessungsverfahren mit Mindestpersonalschl\u00fcsseln je Pflegegrad und Qualifikationsniveau vollst\u00e4ndig umgesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Pflegeheime f\u00fcrchten jedoch, dass sich nicht gen\u00fcgend Hilfskr\u00e4fte f\u00fcr die 200 Stunden umfassende Qualifizierung finden werden. Die \u00e4lteren wollen sich keine Schule mehr antun. Unter den j\u00fcngeren Hilfskr\u00e4ften gibt es etliche, die sich gerade deshalb f\u00fcr die T\u00e4tigkeit als Pflegehilfskraft entschieden haben, weil sie der Praxis n\u00e4her als der Theorie stehen. F\u00fcr Frauen mit Kindern kann die neben der Arbeit zu absolvierende Schule eine gro\u00dfe Herausforderung sein, was andere wiederum abschreckt. Behandlungspflegerische Aufgaben wie das Verabreichen von Tabletten m\u00fcssten die Hilfskr\u00e4fte nach ihrer Qualifizierung zus\u00e4tzlich \u00fcbernehmen, obwohl die Aufgabendichte bereits heute sehr hoch ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden sich gar nicht gen\u00fcgend Pflegehilfskr\u00e4fte f\u00fcr die Ausbildung gewinnen lassen. Dann droht eine Unterversorgung. Die vorhandenen Kr\u00e4fte werden \u00fcberlastet, wodurch sich wiederum der Krankenstand deutlich erh\u00f6ht. Infolge der Minderbesetzung k\u00f6nnen dann nicht alle Betten belegt werden, was die Pflegeheime in finanzielle Schwierigkeiten bringt. Die Politik k\u00f6nnte den Arbeitskr\u00e4ftemangel als Ursache f\u00fcr die r\u00fcckl\u00e4ufige Zahl an Pflegheimpl\u00e4tzen vorschieben, w\u00e4hrend andere vermuten, man wolle es nur so aussehen lassen. Denn die Erh\u00f6hung der Qualifikationsanforderungen und Aufgabendichte in der gesamten Personalbreite f\u00fchrt zwangsl\u00e4ufig zu weniger Besch\u00e4ftigten und mehr Problemen, wenn gleichzeitig das Niveau in den allgemeinbildenden Schulen sinkt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Pflegeheime werden k\u00fcnftig mit weniger Personal auskommen m\u00fcssen. Die Heimkosten steigen dennoch, die Zahl der Pl\u00e4tze sinkt. Derzeit gibt es sechs Millionen Pflegebed\u00fcrftige in Deutschland \u2014 Tendenz steigend. Ein Viertel lebt in Pflegeheimen. 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