{"id":3748,"date":"2018-05-08T22:32:41","date_gmt":"2018-05-08T20:32:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=3748"},"modified":"2018-05-09T09:38:37","modified_gmt":"2018-05-09T07:38:37","slug":"ueber-die-brauerei-in-pforten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2018\/05\/08\/ueber-die-brauerei-in-pforten\/","title":{"rendered":"\u00dcBER DIE BRAUEREI IN PFORTEN"},"content":{"rendered":"<p>Der Rittergutsbesitzer Kr\u00f6tsch aus Pforten begann im Jahre 1861 mit dem Bau einer Brauerei, der sich wegen umfangreicher Kellerarbeiten bis 1863 hinzog. Die erste Anzeige mit der \u201eBrauerei Pforten\u201c benannten Einrichtung erschien am 2. Februar 1864. Diese Privatbrauerei wurde 1874 von einer Anzahl brauberechtigter Geraer B\u00fcrger in einer Zwangsversteigerung mit der Absicht erstanden, die veralteten b\u00fcrgerlichen Brauh\u00e4user in Gera zu schlie\u00dfen und die Biere f\u00fcr die Braukommune Gera fortan in der neuerworbenen Brauerei brauen zu lassen. Leider aber war sich die brauberechtigte B\u00fcrgerschaft unternander uneins, sodass die Ersteher auch Besitzer der Brauerei blieben. Diese gr\u00fcndeten eine Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 150 000 Mark und setzten die Brauerei wieder in Betrieb. Die Firmenbezeichnung der Brauerei und der Vertriebsname der Biere \u00e4nderten sich bis zum Schluss mehrmals<\/p>\n<p>Wenig Gl\u00fcck hatte das Unternehmen in den Anfangsjahren. 1875 kam es zu einem Brand, und ein halbes Jahr sp\u00e4ter mussten viele Hektoliter Bier infolge mangelhafter Keller weggegossen werden. Alsbald wurden neue Keller gebaut und moderne Betriebseinrichtungen geschaffen. Im Rahmen einer notwendigen Wasserversorgung begann man im Jahre 1880 mit dem Bau eines 80 Meter tiefen Brunnens, dem 1929 ein zweiter, 97 Meter tiefer Brunnen, folgte.<\/p>\n<p>Im Jahre 1920 vereinigte sich die Aktienbrauerei Pforten mit der Aktienbrauerei zu Altenburg, nachdem auf diese bereits 1919 die Geraer Aktienbrauerei zu Tinz \u00fcbergegenagen war. Vorher waren bereits einige kleinere Brauereinen aus der Umgebung Geras in vorgenannte Brauereien \u00fcbergegangen. Als Betriebsst\u00e4tte wurde Pforten bestimmt. Im Jahre 1921 fusionierte die Altenburger Aktienbrauerei als Ganzes mit der Leipziger Brauerei Reudnitz zur \u201eLeipziger Bierbrauerei zu Reudnitz Riebeck &amp; Co. AG\u201c. Der Geraer Betrieb wurde als AG Zweigniederlassung Gera handelsgerichtlich eingetragen. Im Jahre 1938 erschien das Unternehmen als \u201eRiebeck-Brauerei AG\u201c. Der Name geht zur\u00fcck auf den Gesch\u00e4ftsmann Karl-Adolph Riebeck, der im Jahre 1887 zusammen mit anderen Gesch\u00e4ftsleuten in Reudnitz bei Leipzig eine Brauerei erworben hatte.<\/p>\n<p>Nach 1945 wurde die Geraer Brauerei als \u201eVolkseigener Betrieb\u201c gef\u00fchrt. Anfangs noch zentralgeleitet, ordnete man sie 1954 der \u00f6rtlichen Industrie der Stadt Gera zu. Die Bezeichnung lautete \u201eVEB (K) Riebeck-Brauerei Gera\u201c.<\/p>\n<p>Am 1. Januar 1965 verlor die Brauerei ihre juristische Selbst\u00e4ndigkeit und wurde in den \u201eVEB K\u00f6stritzer Schwarzbierbrauerei\u201c integriert und 1972 mit dieser gemeinsam in das Getr\u00e4nkekombinat Gera eingegliedert. Das Brauen von Bier wurde 1987 in Pforten eingestellt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.studiogera.de\/001_BILD\/ARTIKEL_024.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\n<em>Auf dem Stadtplan von 1988 ist Standort der Brauerei nachtr\u00e4glich eingezeichnet.<\/em><\/p>\n<p>Die Entflechtung des staatlich auferzwungenen Brauereib\u00fcndnisses erfolgte am 30. Juni 1990. Der Betrieb nannte sich nun \u201eSimson Getr\u00e4nke GmbH\u201c. Zun\u00e4chst stellte man alkoholfreie Erfrischungsgetr\u00e4nke her. Eine Limonadenfertigungsanlage gab es bereits seit dem Jahre 1970 am Standort. Aber im November 1991 kam es zum Neubeginn unter der Bezeichnung \u201eBrauerei Riebeck GmbH\u201c. Erfahrene Braumeister entwickelten die Traditionsmarke \u201eRiebeck Pilsener\u201c. Das Bier wurde in Geras Partnerstadt N\u00fcrnberg hergestellt, sp\u00e4ter auch in Meinigen und Erfurt.<\/p>\n<p>Nach der Schlie\u00dfung am 1. April 1994 wurden fast alle Geb\u00e4ude der Brauerei in den Jahren 1997\/1998 mit dem Bau des Stadtringes S\u00fcd-Ost abgerissen. \u00dcbrig blieb nur das ehemalige Verwaltungsgeb\u00e4ude. In diesem entstand das Lokal \u201eRiebecks Braust\u00fcbl\u201c. Im September 2017 wurde es geschlossen, weil der Inhaber seine Arbeit aus Altersgr\u00fcnden beendet hatte.\t <\/p>\n<p>QUELLE: STADTARCHIV, STADTMUSEUM<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Der Rittergutsbesitzer Kr\u00f6tsch aus Pforten begann im Jahre 1861 mit dem Bau einer Brauerei, der sich wegen umfangreicher Kellerarbeiten bis 1863 hinzog. Die erste Anzeige mit der \u201eBrauerei Pforten\u201c benannten Einrichtung erschien am 2. 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