{"id":37520,"date":"2025-05-28T12:08:04","date_gmt":"2025-05-28T10:08:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=37520"},"modified":"2025-05-28T12:08:17","modified_gmt":"2025-05-28T10:08:17","slug":"eintaegige-sonderausstellung-zu-dr-moritz-rudolph-faerber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2025\/05\/28\/eintaegige-sonderausstellung-zu-dr-moritz-rudolph-faerber\/","title":{"rendered":"EINT\u00c4GIGE SONDERAUSSTELLUNG ZU DR. MORITZ RUDOLPH F\u00c4RBER"},"content":{"rendered":"\n<p>Vor 150 Jahren verstarb der Geraer B\u00fcrger und Hobby-Mineraloge Dr. Moritz Rudolph Ferber. Vor 220 Jahren wurde er geboren. Durch seine wirtschaftlichen Aktivit\u00e4ten als Unternehmer, durch sein wohlt\u00e4tiges Wirken und die Leidenschaft, Mineralien zu sammeln, machte er sich \u00fcber die Grenzen seiner Heimatstadt hinaus einen Namen. Das nach ihm benannte Mineral Ferberit k\u00fcndet nach wie vor weltweit von ihm. Am 14. Juni 2025 kann es im Rahmen des \u201eMineralientreffs im Juni\u201c im Museum f\u00fcr Naturkunde Gera betrachtet werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eine abwechslungsreiche Biografie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Moritz Rudolph Ferber wurde 1805 in Gera geboren. Sein Vater Johann Christian Ferber hatte sich 1804 bereits dort niedergelassen und geheiratet. Im Alter von sieben Jahren verlie\u00df Moritz Rudolf sein Elternhaus f\u00fcr einige Jahre, weil er beim Dorfpfarrer Hempel in Tegkwitz bei Altenburg in Pension gegeben wurde. Erst mit zw\u00f6lf Jahren kehrte er nach Gera zur\u00fcck und besuchte die Privatschule von Dr. Armin Heinrich Gro\u00dfschopf. 1819 begann er eine Lehre im Colonialwarengesch\u00e4ft seines Onkels Friedrich August Ferber in Naumburg, die anschlie\u00dfend in Hamburg fortgesetzt wurde. W\u00e4hrend des nachfolgenden dreij\u00e4hrigen Italienaufenthalts von 1824 bis 1827 erlangte er umfangreiche Erkenntnisse zum internationalen Warenverkehr. Als Moritz Rudolph Ferber 1828 nach Gera zur\u00fcckkehrte, heiratete er nicht nur, sondern widmete sich vor allem als technischer Leiter dem Aufschwung der Textilfirma Morand &amp; Co., deren Teilhaber sein Vater seit 1810 war. Seine erste Ehe, aus der sieben Kinder hervorgingen, endete bereits 1841 durch den Tod der Gattin. Aus seiner zweiten Ehe ging ein weiteres Kind hervor. Schon 1842 kaufte er das Doppelhaus in der damaligen Weidaer Gasse 37-39 in Gera \u2013 das \u201eFerbersche Haus\u201c in der heutigen Greizer Stra\u00dfe. Moritz Rudolph Ferber war als Unternehmer sehr erfolgreich und dementsprechend verm\u00f6gend. Er vergr\u00f6\u00dferte die Firma erheblich und lie\u00df in ihr 1833 die erste Dampfmaschine aufstellen. Nachdem er das Unternehmen 1858 \u00fcbernommen hatte, lie\u00df er eine gro\u00dfe mechanische Weberei nach dem damals neuesten englischen System einf\u00fchren. Zu Spitzenzeiten besch\u00e4ftigte das Unternehmen \u00fcber 70 Beamte und 1000 Arbeiter und \u201evertrieb erstklassige Damenkleider- und Konfektionsstoffe, die im eigenen Betrieb gewebt und appretiert wurden, nach allen f\u00fcnf Erdteilen\u201c. Besonders popul\u00e4r war Ferbers gro\u00dfes wohlt\u00e4tiges Engagement wie z. B. seine sagenhaften Weihnachtsbescherungen f\u00fcr \u00fcber 70 G\u00e4ste, regelm\u00e4\u00dfige Spenden f\u00fcr milde und gemeinn\u00fctzige Zwecke, Mitwirken im gemeinn\u00fctzigen Bauverein und 1874\/1875 die Errichtung des Ferberturms f\u00fcr 15&#8217;775 Mark als Geschenk an die Stadt Gera. 1875 verstarb Dr. Moritz Rudolph Ferber noch vor der Er\u00f6ffnung des Turms.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Leidenschaftlicher Mineraliensammler<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Laufe seines Lebens trug der begeisterte Mineraliensammler Ferber eine der damals gr\u00f6\u00dften privaten Mineraliensammlungen Europas zusammen. Sp\u00e4testens begonnen hatte sein Interesse w\u00e4hrend seines Aufenthalts in Neapel (Italien) von 1824 bis 1827. Im Gebiet des Vesuv-Massivs sammelte er erhebliche Menge von Mineralien \u2013 als Grundstock f\u00fcr seine Sammlung und als Tauschware gegen andere Mineralien. Durch intensives Literaturstudium konnte er seine Sammlung nach aktuellem wissenschaftlichen Stand aufbauen und hatte einen systematischen \u00dcberblick \u00fcber die zahlreichen damals bekannten Mineralarten. Seine Sammlung vergr\u00f6\u00dferte sich durch Schenkungen von G\u00e4sten und Familienmitgliedern, aber auch durch \u201eEink\u00e4ufe\u201c bei Mineralienh\u00e4ndlern dank ausreichender finanzieller Mittel. Durch seine zahlreichen Kontakte zu den geowissenschaftlichen Gr\u00f6\u00dfen seiner Zeit und entsprechende Besucher in Gera erlangte er exklusive mineralogische \u201eNeuigkeiten\u201c f\u00fcr seine Sammlung. Moritz Rudolph Ferbers Sohn Johann Hermann arbeite \u00fcber Jahre als Bergingenieur in Spanien und Chile und vers\u00e4umte es nicht, seinem Vater viele Mineralproben nach Gera zu senden. So erreichte die Sammlung eine St\u00fcckzahl von \u00fcber 10&#8217;000 Mineralien und das, obwohl er schlechtere St\u00fccke aussortierte, wenn er ein besseres erlangte. So konzentrierte sich in der Sammlung eine Vielzahl von Einzelst\u00fccken mit hervorragender Qualit\u00e4t. Au\u00dferdem sind seine sorgf\u00e4ltigen Beschreibungen auf den Etiketten bemerkenswert. Insbesondere f\u00fcr Ferbers Zeit war auch die Vielfalt der weltweiten Fundorte samt zahlreicher Typlokalit\u00e4ten herausragend. Ferbers grandiose Sammlung zog immer wieder namenhafte G\u00e4ste aus dem In- und Ausland an, die seine Sammlung besichtigten. Dar\u00fcber hinaus hielt Ferber auch \u00f6ffentliche Fachvortr\u00e4ge zu geowissenschaftlichen Themen. 1871 wurde Ferber sogar siebter Pr\u00e4sident der \u201eSociet\u00e4t f\u00fcr die gesammte Mineralogie zu Jena\u201c und damit auch ein Nachfolger von Johann Wolfgang von Goethe (3. Pr\u00e4sident). 1873 erhielt Ferber in Anerkennung seiner wissenschaftlichen T\u00e4tigkeit von der Universit\u00e4t Jena die Ehrendoktorw\u00fcrde. Zwischen 1866 und 1869 erfasste Ferber seine Sammlung detailliert in extra angefertigten Glanzlederfolianten. Nach seinem Tod erhielt seine Tochter aus 2. Ehe, Johanna Louise Bauer, die Sammlung und bewahrte sie in der Villa Bauer in der Geraer Ebelingstra\u00dfe sorgf\u00e4ltig auf. Seit 1950 ist die Sammlung im Besitz der Mineralogischen Sammlung der Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t Jena. In Gera sind nur Mineralien verblieben, die Dr. Moritz Rudolph Ferber und auch sein Sohn Walther Ferber zu Lebzeiten der \u201ealten Mineraliensammlung des F\u00fcrstlichen Gymnasiums Rutheneum\u201c geschenkt hatten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ferberit \u2013 Ein Mineral benannt nach Dr. Moritz Rudolph Ferber<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Moritz Rudolph Ferbers Sohn Johann Hermann Ferber schickte seinem Vater regelm\u00e4\u00dfig Mineralproben von Orten in Spanien und Chile, wo er als Bergingenieur t\u00e4tig war. Darunter befanden sich auch wiederholt noch unbekannte Mineralien. Aus der Sierra Almagrera, einer Bergkette in der s\u00fcdspanischen Provinz Almer\u00eda (Andalusien), gelangten so auch Probest\u00fccke eines auff\u00e4lligen Wolframits nach Gera. Der Geraer Gymnasialprofessor Karl Theodor Liebe (1828-1894) und der Freiberger Mineralogieprofessor Dr. Johann Friedrich August Breithaupt (1791-1873) gelangten durch ausf\u00fchrliche Untersuchungen des Materials zum Ergebnis, dass es sich um ein neues, bis dahin nicht beschriebenes Mineral handelte. Zu Ehren ihres Freundes Moritz Rudolph Ferber wurde es 1863 Ferberit genannt. Es hat die chemische Formel Fe<sup>2+<\/sup>WO<sub>4<\/sub> und ist demzufolge ein Eisenwolframat. Es kristallisiert monoklin und seine H\u00e4rte betr\u00e4gt 4 bis 4,5. Ferberit ist das ideale Endglied einer Mischkristallreihe, in der das Eisen (Fe) auch von Mangan (Mn) ersetzt werden kann. Dominiert Eisen gegen\u00fcber dem Mangan, dann spricht man von Ferberit. Dominiert das Mangan gegen\u00fcber dem Eisen, dann spricht man vom idealen Endglied der Mischkristallreihe H\u00fcbnerit MnWO<sub>4<\/sub>. Sind Eisen und Mangan im gleichen Mischungsverh\u00e4ltnis vorhanden, dann spricht man von Wolframit \u2013 einem Mischkristall aus Ferberit und H\u00fcbnerit. Wolframit ist kein eigenst\u00e4ndiges Mineral. Weil man Ferberit und H\u00fcbnerit jedoch kaum optisch, sondern nur durch chemische Untersuchungen unterscheiden kann, wird in Sammlungen und Ausstellungen oft die Bezeichnung Wolframit verwendet.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eint\u00e4gige Sonderausstellung am 14. Juni 2025<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aus Anlass des Doppel-Jubil\u00e4ums zeigt das Museum f\u00fcr Naturkunde Gera am Samstag, den 14. Juni 2025, von 10 Uhr bis 17 Uhr als H\u00f6hepunkt des \u201eMineralientreffs im Juni\u201c exklusiv eine Sonderschau mit \u00fcber 30 Exemplaren von Ferberit, H\u00fcbnerit und Wolframit. Die attraktiven Mineralstufen stammen aus China, Kasachstan, Peru, Portugal, Rum\u00e4nien, S\u00fcdkorea, den USA und aus Sachsen in Deutschland. Dar\u00fcber hinaus erwarten die Besucher und Besucherinnen an diesem Tag von 10 Uhr bis 15 Uhr im Hof des Museums zahlreiche Mitglieder der \u201eGeraer Mineralien- und Fossilienfreunde\u201c mit einem breiten Angebot von Mineralien und Fossilien, die erworben werden k\u00f6nnen. Au\u00dferdem k\u00f6nnen Mineralien zur Begutachtung und Bestimmung mitgebracht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Vor 150 Jahren verstarb der Geraer B\u00fcrger und Hobby-Mineraloge Dr. Moritz Rudolph Ferber. Vor 220 Jahren wurde er geboren. Durch seine wirtschaftlichen Aktivit\u00e4ten als Unternehmer, durch sein wohlt\u00e4tiges Wirken und die Leidenschaft, Mineralien zu sammeln, <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2025\/05\/28\/eintaegige-sonderausstellung-zu-dr-moritz-rudolph-faerber\/\" title=\"EINT\u00c4GIGE SONDERAUSSTELLUNG ZU DR. 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