{"id":37523,"date":"2025-05-28T12:05:26","date_gmt":"2025-05-28T10:05:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=37523"},"modified":"2025-05-28T12:07:46","modified_gmt":"2025-05-28T10:07:46","slug":"ist-die-strassenbahn-nach-langenberg-noch-notwendig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2025\/05\/28\/ist-die-strassenbahn-nach-langenberg-noch-notwendig\/","title":{"rendered":"IST DIE STRASSENBAHN NACH LANGENBERG NOCH NOTWENDIG?"},"content":{"rendered":"\n<p>Noch ist unklar, ob die Stra\u00dfenbahnlinie nach Langenberg gebaut wird. Sie ist Teil des Stadtbahnprogrammes Stufe II, welches mehrere Projekte beinhaltete. Wichtigster Bestandteil war die Sanierung der Wiesestra\u00dfe als Gemeinschaftsvorhaben verschiedener Aufgabentr\u00e4ger \u2014 einschlie\u00dflich Wasserleitungen und Abwassersammler. Eine neue Stra\u00dfenbahn auf dieser Strecke kann die Stadt mit eigenen Mitteln nicht finanzieren und ist auf F\u00f6rdergelder angewiesen. Die geplante Linie nach Langenberg ist im Grunde eine Folge der F\u00f6rderbedingungen. Je h\u00f6her das Investitionsvolumen ist, desto h\u00f6her f\u00e4llt die F\u00f6rderquote aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Die urspr\u00fcnglich vorgesehene F\u00f6rderquote f\u00fcr das Stadtbahnprogramm Stufe II in Gera lag bei 75 % von 50 Millionen Euro. Diese setzte sich zusammen aus 60 % Bundesf\u00f6rderung und 15 % Landesf\u00f6rderung im Rahmen des sogenannten GVFG-Sonderprogramms. Ein Investitionsvolumen unterhalb von 50 Millionen Euro h\u00e4tte eine niedrigere F\u00f6rderquote zur Folge, und damit einen h\u00f6heren Eigenteil f\u00fcr den Geraer Verkehrsbetrieb. Er h\u00e4tte weniger bauen k\u00f6nnen und mehr Geld bereitstellen m\u00fcssen. Die Linie nach Langenberg war also notwendig, um das Volumen von 50 Millionen Euro zu erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Laut der im Jahre 2012 vorgestellten Studie zum Stadtbahnprogramm betrug das Finanzierungsvolumen f\u00fcr den Bau der Strecke nach Langenberg 21,4 Millionen Euro. Das Gera-Forum berichtete damals:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Nachdem das Thema Stadtbahnprogramm\/Linie 4 am 12. September 2012 auf der Tagesordnung des Stadtrates stand, wurde am 9. Oktober 2012 im Rathaussaal die dazugeh\u00f6rige Studie vorgestellt, welche im August auf Gehei\u00df der Ober\u00fcrgermeisterin vom Geraer Verkehrsbetrieb (GVB) in Auftrag gegeben worden war.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den Berechnungen wurden drei Szenarien betrachtet. Arnim Schiffmann von der Wirtschaftsp\u00fcfungsgesellschaft Ernst &amp; Young GmbH erkl\u00e4rte, dass die Zahlungsstr\u00f6me im Zeitraum von 30 Jahren betrachtet wurden. Diese 30 Jahre ergeben sich aus der Bauzeit von drei Jahren und einer Nutzungsdauer von 27 Jahren. 52 verschiedene Dokumente wurden gesichtet. Die Unterlagen des GVB wurden als umfassend und detailreich positiv hervorgehoben. Dies sei nicht selbstverst\u00e4ndlich, sagte Schiffmann. Am Ende wurden bei den Szenarien Zahlungszug\u00e4nge und Zahlungsabg\u00e4nge gegen\u00fcbergestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ber\u00fccksichtigt wurden bei der Studie die demografische Entwicklung, F\u00f6rderprogramme, der Diskontierungszinssatz, Fahrgeldeinnahmen, Ausgleichszahlungen, Betriebskosten f\u00fcr Fahrwege, allerdings ohne Instandhaltungskosten, KOM-Betriebskosten, Bef\u00f6rderungsentgelte und Tarifsteigerungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Finanzierungsvolumen f\u00fcr den Bau der Stra\u00dfenbahnstrecke nach Langenberg betr\u00e4gt 21,4 Millionen Euro, von denen 6,4 Millionen Euro Eigenmittel des GVB sind. Die Eigenanteile werden fremdfinanziert und \u00fcber einen Zeitraum von 20 Jahren getilgt. Das f\u00fchrt bei 3,5 % Zinsen zu einem Zinsaufwand von gut 220&#8217;000 Euro. Die Tilgung der Darlehen beginnt ab 2016 und wird hier bei 200&#8217;000 Euro liegen. Die ersten drei Jahre sind tilgungsfrei. F\u00fcr die Planungskosten in H\u00f6he von 1,8 Millionen Euro gibt es keine Zuwendungen. Zu den Finanzhilfen vom Land Th\u00fcrigen sagte Schiffmann, dass die Zusch\u00fcsse f\u00fcr den Schienenverkehr h\u00f6her sind als f\u00fcr den KOM-Betrieb.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinsichtlich der Auslastung auf dem Abschnitt Berufsakademie\u2014Langenberg ging man von 770&#8217;000 Bef\u00f6rderungsf\u00e4llen im Jahre 2013 per KOM aus, und von 751&#8217;000 im Jahre 2016. Wenn dann im Jahre 2016 die Strecke nach Langenberg in Betrieb ist, rechnet man mit 860&#8217;000 Bef\u00f6rderungsf\u00e4llen. Eingerechnet wurde hier ein sogenannter Attraktivit\u00e4tszuwachs zugunsten der Stra\u00dfenbahn in H\u00f6he von 20 %, weil man von einer solchen Steigerung der Bef\u00f6rderungsf\u00e4lle bei Bahnbetrieb ausgeht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der KOM-Betrieb sei auch erheblich ung\u00fcnstiger. Die Kosten w\u00fcrden sich bei Nichtrealisierung des Projektes inflationsbedingt auf der Strecke Berufsakademie\u2014Langenberg im Laufe des Betrachtungszeitraumes von 30 Jahren von 400&#8217;000 Euro auf 700&#8217;000 Euro erh\u00f6hen. F\u00fcr die j\u00e4hrlichen 180&#8217;000 Fahrplankilometer betrage der Kilometerverrechnungssatz 2,26 Euro.<\/p>\n\n\n\n<p>Gesagt wurde auch, dass der F\u00fcnf-Minuten-Takt auf der Linie 3 zwischen Br\u00fcte und Berufsakademie auf zehn Minuten erh\u00f6ht wird, was letztlich zu Ver\u00e4nderungen der Taktzeiten auf der Linie 4 f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es sei nicht auszuschlie\u00dfen, sagte Schiffmann, dass, wenn bei einem Nichtbau die Bundesf\u00f6rdermittel verloren gehen, das Land die 60 % \u00fcbernimmt. Das w\u00fcrde aber den Eigenanteil des GVB um 11,5 Millionen Euro erh\u00f6hen. Es entst\u00fcnden noch weitere zus\u00e4tzliche Mehrkosten f\u00fcr GVB und Zweckverband Wasser\/Abwasser an gemeinsamen Baustellen in H\u00f6he von jeweils zwei Millionen Euro.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus dem Publikum meldete sich mehrmals die B\u00fcrgerinitiative Langenberg zu Wort, darunter deren Sprecher Frank-Thomas Seyfarth (FDP-Stadtratsmitglied). Er bef\u00fcrchtet, dass die veranschlagten Baukosten nicht einzuhalten sind, was seiner Ansicht nach heutzutage der Regelfall ist, und fragt sich, bis zu welcher Summe die Wirtschaftlichkeit gegeben ist.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Durch die F\u00f6rderbedingungen bestimmt der F\u00f6rdermittelgeber indirekt, was gebaut wird. Bei h\u00f6chstm\u00f6glicher F\u00f6rderung muss es zum Beispiel ein Rasengleis sein, wodurch die Stra\u00dfenbahn zur Stadtbahn wird. Es gibt Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit und den verkehrlichen Nutzen, die de facto nur mit der Verbindung zwei einwohnerreicher bzw. hochfrequentierter Orten erf\u00fcllt werden k\u00f6nnen. Sonst ist das Projekt nicht f\u00f6rderf\u00e4hig. Langenberg war der geeignetste Ort f\u00fcr eine Verbindung, mit der alle Anforderungen erf\u00fcllt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gilt die gleiche F\u00f6rderquote bereits bei einem Investitionsvolumen von 30 Millionen Euro, was seit 2021 der Fall ist, k\u00f6nnte auf die Linie nach Langenberg verzichtet werden. Da aber bereits Gelder f\u00fcr die Umsetzung investiert und F\u00f6rdermittel gezahlt wurden, h\u00e4tte es zu R\u00fcckforderungen kommen k\u00f6nnen \u2014 was nun nicht mehr der Fall sein soll.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Noch ist unklar, ob die Stra\u00dfenbahnlinie nach Langenberg gebaut wird. Sie ist Teil des Stadtbahnprogrammes Stufe II, welches mehrere Projekte beinhaltete. Wichtigster Bestandteil war die Sanierung der Wiesestra\u00dfe als Gemeinschaftsvorhaben verschiedener Aufgabentr\u00e4ger \u2014 einschlie\u00dflich Wasserleitungen <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2025\/05\/28\/ist-die-strassenbahn-nach-langenberg-noch-notwendig\/\" title=\"IST DIE STRASSENBAHN NACH LANGENBERG NOCH NOTWENDIG?\">[&#8230;]<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":2,"featured_media":37525,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":{"0":"post-37523","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-lokal"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37523","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=37523"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37523\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":37527,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37523\/revisions\/37527"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/media\/37525"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=37523"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=37523"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=37523"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}