{"id":38089,"date":"2025-07-03T12:40:09","date_gmt":"2025-07-03T10:40:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=38089"},"modified":"2025-07-03T12:40:11","modified_gmt":"2025-07-03T10:40:11","slug":"deutschlands-staerke-muss-die-diplomatie-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2025\/07\/03\/deutschlands-staerke-muss-die-diplomatie-werden\/","title":{"rendered":"DEUTSCHLANDS ST\u00c4RKE MUSS DIE DIPLOMATIE WERDEN"},"content":{"rendered":"\n<p>Ab 2035 sollen die Nato-Mitglieder mindestens 3,5 % ihres Bruttoinlandsprodukts f\u00fcr das Milit\u00e4r, und 1,5 % f\u00fcr milit\u00e4risch relevante Infrastruktur ausgeben. Der Anteil von insgesamt 5 % entspricht in Deutschland einer Summe von 225 Milliarden Euro. Etwa die H\u00e4lfte der Gelder des Bundeshaushalts, der 2024 Ausgaben in H\u00f6he von 466 Milliarden Euro vorsah, m\u00fcssten f\u00fcr diesen Zweck aufgewendet werden. Der n\u00e4chstgr\u00f6\u00dfere Posten w\u00e4ren die Sozialausgaben. Doch mit der neuen Priorit\u00e4tensetzung k\u00e4me es nicht nur hier, sondern auch in vielen anderen Bereichen zu erheblichen K\u00fcrzungen. Die Schuldenaufnahme w\u00e4re keine gute L\u00f6sung, wenn die Wirtschaftsleistung nicht Schritt h\u00e4lt. Das Finanzierungsproblem w\u00fcrde sich nur auf die n\u00e4chste Generation verlagern.<\/p>\n\n\n\n<p>Somit stellt sich die Frage, ob Deutschland nicht doch lieber versuchen sollte, mehr in die Diplomatie zu investieren. Wer in Zeiten zunehmender Gegens\u00e4tze nur mit Leuten reden will, die gemeinsame Werte und Interessen teilen, wird sich mit dieser Einstellung eher isolieren und Fronten schaffen. Derzeit befindet sich die Welt n\u00e4mlich in einer Umbruchphase. Eine Machtverschiebung ist erkennbar, und es kristallisieren sich neue Bl\u00f6cke heraus.<\/p>\n\n\n\n<p>Miteinander in Kontakt treten, trotz unterschiedlicher Positionen, war etwas, das Deutschland einst besser konnte. Es gab kontr\u00e4re Interessenlagen, in denen dennoch Ansatzpunkte f\u00fcr Verkn\u00fcpfungen zum Vorteil beider Seiten gefunden wurden. Je mehr davon vorhanden sind, desto schwieriger wird es, einen Konfrontationskurs einzuschlagen. Deshalb w\u00e4re es gerade heute wichtig, wieder mehr in Gespr\u00e4che zu investieren. Europa braucht Stabilit\u00e4t und Frieden, muss also gerade dann verhandlungst\u00fcchtig werden, wenn sich sich die Eskalationsspirale immer schneller dreht. Hier k\u00f6nnte sich Deutschland mit seinen aus der Vergangenheit gezogenen Lehren gut einbringen. Der Zweck von Friedensverhandlungen ist es nicht, diejenigen zu treffen, mit denen man sowieso \u00fcbereinstimmt, sondern politische Gegner, Feinde, Kriegstreiber. Durch Gespr\u00e4che soll eine friedliche L\u00f6sung erreicht werden, um Menschenleben auf beiden Seiten zu schonen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht zu vergessen ist, dass die blo\u00dfe Abschreckung \u00fcber einen langen Zeitraum riesige Summen verschlingt. Wer darin die L\u00f6sung sieht, l\u00e4sst sich letztendlich auf ein Wettr\u00fcsten ein. Ein qualitativer oder quantitativer Vorsprung ist n\u00f6tig, der fortdauernd gehalten werden muss. Denn unterlegene Waffensysteme beeindrucken nicht. Wer m\u00f6chte sich so die Zukunft vorstellen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Ab 2035 sollen die Nato-Mitglieder mindestens 3,5 % ihres Bruttoinlandsprodukts f\u00fcr das Milit\u00e4r, und 1,5 % f\u00fcr milit\u00e4risch relevante Infrastruktur ausgeben. 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