{"id":3837,"date":"2018-05-16T13:11:14","date_gmt":"2018-05-16T11:11:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=3837"},"modified":"2025-05-21T23:23:46","modified_gmt":"2025-05-21T21:23:46","slug":"dsgvo-einwilligung-zur-datenverarbeitung-kuenstliche-intelligenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2018\/05\/16\/dsgvo-einwilligung-zur-datenverarbeitung-kuenstliche-intelligenz\/","title":{"rendered":"DSGVO, DATENVERARBEITUNG, K\u00dcNSTLICHE INTELLIGENZ"},"content":{"rendered":"<p>Unliebsame Ver\u00f6ffentlichungen k\u00f6nnten bald auf ganz elegante Weise aus den Datennetzen verschwinden. Das zumindest sagen Kritiker mit Verweis auf die neue Datenschutzgrundverordnung, kurz DSGVO, welche unter der Adresse https:\/\/dsgvo-gesetz.de\/ eingesehen werden kann.<\/p>\n<p>Sie trat am 24. Mai 2016 in Kraft und ist nach der Schonfrist ab dem 25. Mai 2018 in der Europ\u00e4ischen Union anwendbar. Das erkl\u00e4rte Ziel ist es, Personen vor einer unberechtigten Weitergabe ihrer Daten zu sch\u00fctzen und sie \u00fcber die Nutzung dieser aufzukl\u00e4ren. Die DSGVO soll vor allem die gro\u00dfen US-Unternehmen vom Datenmissbrauch abhalten. Von Seiten der Kritiker hei\u00dft es aber, die Verordnung biete mehr Angriffsm\u00f6glichkeiten bei unabh\u00e4ngigen Blogs, setze auf einen vorauseilenden Gehorsam und erschwere die Dokumentation des Zeitgeschehens.<\/p>\n<p>Viele Seitenbetreiber sind nun verunsichert und f\u00fcrchten hohe Geldstrafen, wenn sie beispielsweise Bilder ver\u00f6ffentlichen, auf denen weitere Personen zu sehen sind und sie deren Zustimmung gegen\u00fcber den Aufsichtsbeh\u00f6rden nicht nachweisen k\u00f6nnen. Denn Fotografien werden nunmehr als personenbezogene Daten betrachtet; die Anfertigung bedarf der Zustimmung der abzubildenden Person. Und diese kann ihre Einwilligung obendrein jederzeit widerrufen. Schon die Behauptung, auf einem Bild abgelichtet zu sein, reiche als Grund f\u00fcr die vorgeschriebene Entfernung aus, hei\u00dft es in einer Petition. Desweiteren sind auch unbebilderte Seiten betroffen. Die Browser der Besucher hinterlassen n\u00e4mlich beim Aufrufen bestimmte Daten auf dem Server, welche als personenbezogen angesehen werden.<\/p>\n<p>Doch Bilder vom Stadtbummel oder Berichte vom sch\u00f6nen Parkfest st\u00fcnden gar nicht im Fokus der Gesetzgeber, so die Bedenkentr\u00e4ger. Mit der DSGVO habe man zum passenden Zeitpunkt ein Instrument geschaffen, welches die Deutungshoheit sichern soll. Einerseits gebe es dem konsumierenden Internetnutzer das Gef\u00fchl, mehr Rechte zu besitzen. F\u00fcr Ver\u00f6ffentlichungen aber habe man den rechtlichen Rahmen so verkleinert, bis er an irgendeiner Stelle zwangsl\u00e4ufig \u00fcberschritten sei. So w\u00fcrde man in jedem beliebigen Blog f\u00fcndig, wenn die Publikation bestimmten Interessen zuwiderlauft.<\/p>\n<p>Ausgenommen von der Pflicht zum Einholen einer Zustimmung sind die institutionalisierten Medien und deren Zulieferer in Forschung, Wissenschaft und Kunst. Sie d\u00fcrfen personenbezogene Daten gem\u00e4\u00df DSGVO auch ohne Einwilligung erheben. Ebendies f\u00fchre laut der Kritiker dazu, dass von einem personenbezogenen Ereignis in der \u00d6ffentlichkeit, etwa einem Aufbegehren, in Zukunft allenfalls nur noch eine einzige Version sichtbar sein wird \u2013 n\u00e4mlich jene der gro\u00dfen Zeitungen, Rundfunkanstalten usw.<\/p>\n<p>Google, Facebook und andere Internetkonzerne sammelten in den vergangenen Jahren sehr viele personenbezogene Daten, um sie zun\u00e4chst f\u00fcr sich selbst zu nutzen und Werbung nutzerbezogen einblenden zu k\u00f6nnen. Anschlie\u00dfend wurden die Daten verkauft. Mit der Entwicklung der k\u00fcnstlichen Intelligenz bietet sich nun eine ganz neue Verwendungsm\u00f6glichkeit.<\/p>\n<p>Beim Weltwirtschaftsforum in Davos, im Januar 2018, erhielten die Regierungsvertreter der teilnehmenden L\u00e4nder eine von den gro\u00dfen Internetkonzernen gemeinsam angefertigte Dokumentation, in der sie selbst vorschlagen, den B\u00fcrgern die Rechte an ihren personenbezogenen Daten zur\u00fcckzugeben! Jeder einzelne soll selbst f\u00fcr seine Daten verantwortlich sein, und die Daten sollen ohne sein Einverst\u00e4ndnis nicht mehr weitergeleitet werden d\u00fcrfen, w\u00fcnschen die Konzerne von der Politik. Die beachtenswerte Dokumentation tr\u00e4gt den Titel \u201eDer wissende Reisende\u201c (The Known Traveller) und ist auf der Internetseite des Weltwirtschaftsforums (weforum.org) als PDF-Datei abrufbar.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich war auch Bill Gates zugegen. Er ver\u00f6ffentlichte eine Lesesliste, auf der unter anderem das Buch \u201eGewalt: Eine Geschichte der Menschheit\u201c zu finden ist. Der amerikanische Evolutions-Psychologe Steven Pinker beschreibt darin die Entwicklung der menschlichen Neigung zu Gewalt. Durch den &#8222;Prozess der Zivilisierung&#8220; gehe die Gewalt zur\u00fcck, lautet die These.<\/p>\n<p>Zugleich bieten die Konzerne den Regierungen sozusagen Hilfe bei der Zivilisierung an \u2013 indem sie ihnen unter anderem nahe legen, die \u00f6ffentliche Sicherheit zu privatisieren.<\/p>\n<p>Die k\u00fcnstliche Intelligenz soll hierbei personenbezogene Daten und Datenstr\u00f6me umfassend analysieren und pr\u00e4zise Profile zur Berechenbarkeit der realen Person erstellen. Suchanfragen, Seitenaufrufe, Kommentare, Bilder, die Angabe \u201egef\u00e4llt mir\u201c \u2013 alles kann genutzt werden, um pers\u00f6nliche Merkmale festzustellen. Dazu werden die B\u00fcrger so konditioniert, dass sie ohne Bedenken einwilligen, zudem, weil sie nur dann bestimmte Dienste in Anspruch nehmen k\u00f6nnen. Die meisten werden sich nichts dabei denken, wenn es hei\u00dft, man st\u00e4rke die Rechte der Nutzer und verwende die Daten, um die Angebote zu optimieren.<\/p>\n<p>Mit den Medien, den gesammelten Daten, Datenschutzbestimmungen, er\u00f6ffnen sich, kombiniert mit der k\u00fcnstlichen Intelligenz, den Mutma\u00dfungen zufolge ganz neue M\u00f6glichkeiten. Sie k\u00f6nnten verwendet werden, um eine Gesellschaft im Interesse der Gro\u00dfunternehmen zu gestalten \u2013 mit den entsprechenden Wertvorstellungen und Bed\u00fcrfnissen. Genauso lie\u00dfe sich die \u00c4chtung und Ausgliederung unbeugsamer Personen herbeif\u00fchren. Kaum ein Mensch hinterfragt sich n\u00e4mlich selbst, woher seine Einstellung r\u00fchrt, wessen Einfl\u00fcssen er unterliegt und wer den Raum gestaltet, in dem sich seine Gedanken bewegen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>W\u00fcrde die k\u00fcnstliche Intelligenz nach diesen rechtlichen Vorbereitungen tats\u00e4chlich wie hier beschrieben angewandt, und die Mehrheit ganz freiwillig ihre Daten zur Verf\u00fcgung stellen, markiert das wom\u00f6glich den Beginn einer neuen Zeit. Denn die Technik wird bei der Premiere erst ganz am Anfang ihrer Entwicklung stehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Unliebsame Ver\u00f6ffentlichungen k\u00f6nnten bald auf ganz elegante Weise aus den Datennetzen verschwinden. Das zumindest sagen Kritiker mit Verweis auf die neue Datenschutzgrundverordnung, kurz DSGVO, welche unter der Adresse https:\/\/dsgvo-gesetz.de\/ eingesehen werden kann. 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