{"id":38687,"date":"2025-08-24T11:56:59","date_gmt":"2025-08-24T09:56:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=38687"},"modified":"2025-08-24T11:57:00","modified_gmt":"2025-08-24T09:57:00","slug":"meisterwerke-von-kurt-guenther-und-otto-dix","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2025\/08\/24\/meisterwerke-von-kurt-guenther-und-otto-dix\/","title":{"rendered":"MEISTERWERKE VON KURT G\u00dcNTHER UND OTTO DIX"},"content":{"rendered":"\n<p>Otto Dix und Kurt G\u00fcnther gelten als Hauptvertreter der Neuen Sachlichkeit, einer Stilrichtung, die sich eine m\u00f6glichst objektive und pointierte Abbildung gesellschaftlicher Realit\u00e4ten zum Ziel setzte und damit in den 1920er Jahren international f\u00fcr Furore sorgte. Seit dem vergangenen Jahr pr\u00e4sentiert die Kunstsammlung Gera in der Orangerie unter dem Titel \u201eOtto Dix. Trau Deinen Augen\u201c eine neue Werkschau zu dem Geraer Maler. Auf der Dresdner Kunstakademie lernte Dix nach dem Ersten Weltkrieg den ebenfalls in Gera geb\u00fcrtigen Maler Kurt G\u00fcnther kennen. In der Weimarer Republik gefeiert, von den Nationalsozialisten ge\u00e4chtet, waren beide nach dem Zweiten Weltkrieg darum bem\u00fcht, sich im geteilten Deutschland neu zu positionieren und wieder Anerkennung zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kunstsammlung Gera ist es nun gelungen, vier kunsthistorisch und lokalgeschichtlich bedeutsame Werke von Kurt G\u00fcnther \u2013 ein \u00d6lgem\u00e4lde, zwei Aquarelle sowie eine Graphitzeichnung \u2013 zu erwerben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bildnis Anneliese Biermann<\/strong><br>Maler: Kurt G\u00fcnther<br>Entstehungsjahr: 1935<br>Fertigung: \u00d6l auf Leinwand<br>Eigent\u00fcmer: Kunstsammlung Gera<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Liegender weiblicher Akt<\/strong><br>Maler: Kurt G\u00fcnther<br>Entstehungsjahr: 1928<br>Fertigung: Aquarell und Tempera auf Papier<br>Eigent\u00fcmer: Kunstsammlung Gera<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Liegende mit gespreizten Beinen<\/strong><br>Maler: Kurt G\u00fcnther<br>Entstehungsjahr: um 1928<br>Fertigung: Aquarell und Tempera auf Papier<br>Eigent\u00fcmer: Kunstsammlung Gera<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Elisabeth mit verschr\u00e4nkten Armen<\/strong><br>Maler: Kurt G\u00fcnther<br>Entstehungsjahr: 1928<br>Fertigung: Graphit auf Papier<br>Eigent\u00fcmer: Kunstsammlung Gera<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Portr\u00e4t Werner Niescher<\/strong><br>Maler: Otto Dix<br>Entstehungsjahr: 1934<br>Fertigung: Kreide, R\u00f6tel, wei\u00df geh\u00f6ht<br>Herkunft: Dauerleihgabe aus Privatbesitz Mannheim<\/p>\n\n\n\n<p>Diese werden gemeinsam mit einer Zeichnung von Otto Dix im Mittelpavillon der Orangerie pr\u00e4sentiert. Oberb\u00fcrgermeister Kurt Dannenberg sagte in seiner Rede:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eIch bin sehr gl\u00fccklich, dass die Stadt Gera erstmals seit Jahren in der Lage ist, derartige Ank\u00e4ufe zu t\u00e4tigen und damit ihr kulturelles Erbe zu sichern sowie mit ihren Ausstellungen die \u00fcberregionale Strahlkraft zu steigern.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das Bildnis der Anneliese Biermannn von Kurt G\u00fcnther entstand 1935. Die dargestellte Person, eine Nichte der renommierten neusachlichen Fotografin Aenne Biermann, welcher im Museum f\u00fcr Angewandte Kunst Gera ein eigenes Kabinett gewidmet ist, war Spross einer j\u00fcdischen Kaufmannsfamilie. Die Biermanns wohnten in Untermhaus in der sogenannten Biermannvilla. Das Gem\u00e4lde der damals 14-j\u00e4hrigen Anneliese ist ein Zeugnis daf\u00fcr, dass Kurt G\u00fcnther in dieser Zeit freundschaftliche Beziehungen zu der j\u00fcdischen Familie unterhielt. Der melancholische Blick der Jugendlichen und die schlichte Atmosph\u00e4re spiegeln eindrucksvoll die emotionale Situation der Familie wider, die sich zunehmend den Diskriminierungen und Verfolgungen der Nationalsozialisten ausgesetzt sah.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurt G\u00fcnther entwickelte w\u00e4hrend der 1920er Jahren in Portr\u00e4t- und Frauendarstellungen eine erotische Variante der Neuen Sachlichkeit. Die beiden Aquarelle von 1928 stehen beispielhaft daf\u00fcr: Die Dargestellten werden \u2013 mal gekleidet, mal entbl\u00f6\u00dft \u2013 auf die weiblichen Aspekte ihrer K\u00f6rper reduziert, die jeweils diagonal die Bildfl\u00e4che beherrschen und den Betrachter unmittelbar adressieren. Die Graphitzeichnung aus demselben Jahr stellt die Geliebte des K\u00fcnstlers gedankenverloren mit verschr\u00e4nkten Armen dar.<\/p>\n\n\n\n<p>Der bisherige Eigent\u00fcmer dieser Werke war jahrelang Mitglied im F\u00f6rderverein Freunde und F\u00f6rderer der Kunstsammlung Gera e. V. und unterst\u00fctzte verschiedene Projekte. Nach dessen Tod haben sich die Vertreter des Nachlasses dazu entschieden, vier herausragende Objekte der Kunstsammlung Gera zu \u00fcberlassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 2021 erhielt die Kunstsammlung Gera mit der Dauerleihgabe der Sammlung Niescher ein umfangreiches Konvolut an Werken von Otto Dix, Ernst Barlach, Paul Klee und weiteren international bedeutenden K\u00fcnstlern. Sie stammt aus dem Nachlass des Chemnitzer Unternehmers Fritz Emil Niescher, der zu seinen Lebzeiten eine Kunstsammlung aufbaute. Seit kurzem ist die Kunstsammlung nun um eine weitere Leihgabe reicher. Diese stammt aus dem Nachlass von dessen Bruder Arthur Niescher. Arthur lie\u00df seinen Sohn Werner 1934 von Otto Dix portr\u00e4tieren. Die Zeichnung zeigt den Achtj\u00e4hrigen mit einem Modellauto in den H\u00e4nden.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Otto Dix und Kurt G\u00fcnther gelten als Hauptvertreter der Neuen Sachlichkeit, einer Stilrichtung, die sich eine m\u00f6glichst objektive und pointierte Abbildung gesellschaftlicher Realit\u00e4ten zum Ziel setzte und damit in den 1920er Jahren international f\u00fcr Furore <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2025\/08\/24\/meisterwerke-von-kurt-guenther-und-otto-dix\/\" title=\"MEISTERWERKE VON KURT G\u00dcNTHER UND OTTO DIX\">[&#8230;]<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":2,"featured_media":38688,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[],"class_list":{"0":"post-38687","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kultur"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38687","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=38687"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38687\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":38689,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38687\/revisions\/38689"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/media\/38688"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=38687"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=38687"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=38687"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}