{"id":38893,"date":"2025-09-09T09:17:07","date_gmt":"2025-09-09T07:17:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=38893"},"modified":"2025-09-09T09:17:08","modified_gmt":"2025-09-09T07:17:08","slug":"tektite-die-faszinierensten-glaeser-der-erde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2025\/09\/09\/tektite-die-faszinierensten-glaeser-der-erde\/","title":{"rendered":"\u201eTEKTITE \u2013 DIE FASZINIERENSTEN GL\u00c4SER DER ERDE\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Museum f\u00fcr Naturkunde Gera pr\u00e4sentiert vom 13. September 2025 bis zum 3. Mai 2026 die Kabinettausstellung \u201eTektite \u2013 Die faszinierendsten Gl\u00e4ser der Erde\u201c. Diese nicht von Menschenhand geschaffenen und skurril geformten Gl\u00e4ser haben eine atemberaubende Entstehungsgeschichte hinter sich.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Anfang stand immer ein Einschlag eines gro\u00dfen Meteoriten auf der Erdoberfl\u00e4che. Unter bestimmten Bedingungen wurde dabei irdisches Gestein mit unvorstellbar hoher Geschwindigkeit in die Atmosph\u00e4re geschleudert. Durch den Aufprall und durch Wechselwirkung mit der Atmosph\u00e4re wurde das Gestein verfl\u00fcssigt. Die Energie war so gro\u00df, dass die Gesteinsschmelzen die obere Atmosph\u00e4re oder den Weltraum erreichten. Die hier vorherrschenden niedrigen Temperaturen f\u00fchrten zu einer schlagartigen Abk\u00fchlung der verfl\u00fcssigten Gesteine. Dabei konnten die Gesteinsschmelzen nicht kristallisieren und es entstand Glas. Die erstarrten Gl\u00e4ser fielen anschlie\u00dfend mehrere hundert oder mehrere tausend Kilometer entfernt zu Boden. Es regnete buchst\u00e4blich Glas. Es sind heute nur f\u00fcnf solcher Tektit-Streufelder auf der Erde bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p>In der neuen Ausstellung sind Tektite aus zwei Tektit-Streufeldern zu sehen. Eines davon ist das Europ\u00e4ische Streufeld, das sich vor allem \u00fcber Teile der Tschechischen Republik erstreckt. Das entsprechende Impaktereignis ist heute noch gut in Deutschland zu erkennen. Der Ries-Krater bei N\u00f6rdlingen zeugt von einem katastrophalen Meteoriteneinschlag vor zirka 15 Millionen Jahren mitten im Gebiet des heutigen Deutschlands. Die Tektite, die dabei entstanden, werden als Moldavit bezeichnet. Ihre oft fantastisch gr\u00fcne Farbe macht sie besonders popul\u00e4r und begehrt. Durch die Moldau und nachfolgend die Elbe wurden Moldavite aus ihrem urspr\u00fcnglichen Streufeld abtransportiert und lagerten sich in Sanden und Kiesen der Elbe im heutigen Sachsen und Brandenburg ab, wo sie als sehr seltene \u201edeutsche\u201c Moldavite in Kiesgruben gefunden werden k\u00f6nnen. In der Ausstellung erwartet die Besucher und Besucherinnen eine Auswahl filigraner Moldavite aus der Tschechischen Republik, aber auch jener sehr seltenen Exemplare aus Sachsen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen vor allem aber Tektite aus dem weltweit gr\u00f6\u00dften Streufeld \u2013 dem Australasiatischen Streufeld. Es bedeckt mit mindestens 10 % der Erdoberfl\u00e4che Australien und Teile S\u00fcdostasiens. Der verursachende Einschlag fand vor nur rund 790&#8217;000 Jahren statt. Die Ausstellung pr\u00e4sentiert fantastisch geformte Tektite aus China, Thailand, Vietnam, Indonesien und vor allem von verschiedenen Fundorten der Philippinen. Auch eine Auswahl der seltenen Australite, der Tektite Australiens, ist vertreten. Insbesondere in Asien und Australien haben Tektite seit Jahrtausenden hohe spirituelle Bedeutung f\u00fcr den Menschen. In Westaustralien wurden sie oftmals von St\u00e4mmen \u201eMaban\u201c genannt, was \u201emit Magie verbunden\u201c bedeutet. Entsprechend Verwendung fanden die seltenen Fundst\u00fccke beim Heilen von Wunden und bei der Behandlung von Krankheiten. In anderen Gegenden Australiens bedeutete schon die Ber\u00fchrung eines Tektits den Tod, so dass man die Steine nach Gegnern warf.<\/p>\n\n\n\n<p>Die exotischen Objekte werden von drei privaten Sammlern und der Mineralogischen Sammlung der Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t Jena zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Weltkindertag, dem 20. September 2025, findet um 14 Uhr f\u00fcr Kinder, Jugendliche und Familien ein spannender Bildvortrag \u00fcber Tektite im Museum f\u00fcr Naturkunde statt. Museumsmitarbeiter Frank Hrouda berichtet \u00fcber die Tektitsuche auf der popul\u00e4ren \u201eTektit-Insel\u201c Anda\/Philippinen, die er schon mehrmals besuchte.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Das Museum f\u00fcr Naturkunde Gera pr\u00e4sentiert vom 13. 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