{"id":3921,"date":"2018-05-27T14:03:00","date_gmt":"2018-05-27T12:03:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=3921"},"modified":"2018-05-27T14:03:00","modified_gmt":"2018-05-27T12:03:00","slug":"integration-erfolge-und-herausforderungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2018\/05\/27\/integration-erfolge-und-herausforderungen\/","title":{"rendered":"INTEGRATION &#8211; ERFOLGE UND HERAUSFORDERUNGEN"},"content":{"rendered":"<p>Gute Nachrichten in Sachen Integration kann die Geraer Volkshochschule vermelden. Der 14. Integrationskurs der VHS wurde nach sechs Monaten Sprachkurs und einem Monat Orientierungskurs beendet. Es ist nach Einsch\u00e4tzungen der Volkshochschule einer der erfolgreichsten seiner Art an der Geraer Bildungseinrichtung. Der Erfolg des guten Abschlusses dieses Kurses war nicht nur dem abwechslungsreichen, praxisorientierten Fremdsprachenunterricht der beiden Lehrerinnen Ulrike Heinz und Karin Kr\u00f6tenheerdt zu verdanken, sondern auch dem gro\u00dfen Flei\u00df der Lernenden.<\/p>\n<p>Am Tag der feierlichen Zeugnis\u00fcbergabe im festlich geschm\u00fcckten Raum der Geraer VHS ging keiner der Teilnehmer ohne Zertifikat nach Hause &#8211; die gro\u00dfe Mehrheit mit dem Ergebnis B 1. Matthias Schenk, Leiter der Geraer VHS, gratulierte den Kursteilnehmern zu den gro\u00dfartigen Ergebnissen und dankte den Lehrerinnen f\u00fcr die geleistete Arbeit, die zu diesem Erfolg gef\u00fchrt hatte. Die Absolventen des Kurses aus Afghanistan, Syrien, Russland, dem Irak, Vietnam, Kroatien, Somalia und Thailand nahmen im feierlichen Rahmen von Annett Hering, Leiterin des Fachbereiches Gesellschaft, Sprachen, schulische Bildung, Matthias Schenk, Schulleiter, und den beiden Lehrerinnen, die Zertifikate entgegen.<\/p>\n<p>Auf der Gro\u00dfleinwand im Hintergrund zeigte eine Diaschau die sieben Monate des Kurses und rief bei den Absolventen, Lehrerinnen und den G\u00e4sten Erinnerungen wach. Dazu geh\u00f6rten die Rollenspiele im Kursraum oder die Exkursion nach Weimar mit dem Besuch des Goethe-Museums, der Herderkirche und der Anna-Amalia-Bibliothek. Der Besuch des Geraer Museums, der Stadtbibliothek und des ehemaligen Untersuchungsgef\u00e4ngnisses in der Amthorstra\u00dfe sowie eines Suchtpr\u00e4ventionsseminares der Diakonie Gera rundeten die Praxisbezogenheit des Unterrichts ab, wie die Geraer Volkshochschule mitteilt.<\/p>\n<p>Weitere Meldungen zum Thema Integration kommen von der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Th\u00fcringen. Immer mehr Fl\u00fcchtlinge in Th\u00fcringen erlernen einen Beruf, meldet die Beh\u00f6rde \u00fcber die Presse. Im ganzen betrachtet seien es bislang aber nur sehr wenige innerhalb dieser Personengruppe. Die Lehre scheitere oftmals an mangelnden Sprachkenntnissen und fehlender Schulbildung, hei\u00dft es. Eine T\u00e4tigkeit w\u00fcrde der Ausbildung oftmals vorgezogen, um mit dem verdienten Geld Angeh\u00f6rige in der Heimat unterst\u00fctzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Bundesamt f\u00fcr Statistik schreibt indessen, die Zahl der Einb\u00fcrgerungen in Deutschland sei im Jahre 2017 um 1,7 % (= 18 000 Personen) gegen\u00fcber dem Vorjahr gestiegen und habe den h\u00f6chsten Stand seit vier Jahren erreicht. Von den insgesamt 112 000 eingeb\u00fcrgerten Menschen kamen rund 15 000 aus der T\u00fcrkei und 7500 aus Gro\u00dfbritannien. Bei letztgenannter Gruppe sei der Zuwachs mit einer Steigerung um das zweieinhalbfache besonders hoch. Dies wird auf den EU-Austritt des Landes zur\u00fcckgef\u00fchrt. In den kommenden Jahren ist mit einer gr\u00f6\u00dferen Wanderungsbewegung von Afrika nach Europa zu rechnen, von der auch Deutschland betroffen sein wird.<\/p>\n<p>Zunehmend wird auch \u00fcber Probleme mit Neuank\u00f6mmlingen berichtet. Insbesondere Menschen, die keinen Anspruch auf Asyl haben, erkennen h\u00e4ufig, dass sich ihre Erwartungen nicht erf\u00fcllen und sind frustriert. Unabh\u00e4ngig davon halten andere die Anforderungen f\u00fcr zu hoch und suchen einfachere Wege, das Leben zu bestreiten. Meist f\u00fchren diese in die Kriminalit\u00e4t.<\/p>\n<p>Bereits die Art und Weise des Zusammenlebens in den St\u00e4dten kann die Integration erschweren. Eine Studie des Berliner Wissenschaftszentrums f\u00fcr Sozialforschung zeigt, dass unterschiedliche soziale Schichten in den deutschen St\u00e4dten immer seltener in r\u00e4umlicher N\u00e4he zueinander leben. Sozial gemischte Stadtgesellschaften bef\u00e4nden sich im R\u00fcckgang. Junge und alte Menschen sowie Wohlhabende und Sozialleistungsempf\u00e4nger konzentrierten sich immer mehr in jeweils voneinander getrennten Wohngegenden. Beobachtungen lassen zudem herkunftsbezogene Konzentrationen in den Stadtgebieten erkennen.<\/p>\n<p>Beachtung fand auch ein Bericht der Zeitung &#8222;Handelsblatt&#8220;. Unter Berufung auf die j\u00e4hrliche Auflistung des Bundesfinanzministeriums \u00fcber die Asyl- und Integrationskosten wird berichtet, dass der Bund im Jahre 2017 rund 14 Milliarden Euro f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung von Fluchtursachen ausgab. Auf die Versorgung und Integration der zugewanderten Menschen seien zus\u00e4tzlich 6,6 Milliarden Euro entfallen.<\/p>\n<p>Ein schwieriges Thema sind die vom Bundesinnenministerium gem\u00e4\u00df Koalitionsvertrag geplanten Sammeleinrichtungen. In sogenannten Anker-Zentren sollen Zugewanderte bis zum Ende ihres Asylverfahrens verbleiben und im Falle einer Ablehnung von dort aus abgeschoben werden. Zun\u00e4chst soll es eine Pilotphase an bis zu sechs Standorten in Deutschland geben, doch die meisten L\u00e4nder scheinen nicht daran teilnehmen zu wollen. Auch Th\u00fcringens Minister Dieter Lauinger (B\u00fcndnis &#8217;90\/Die Gr\u00fcnen) lehnt die Einrichtungen ab. Er halte nichts davon, Menschen mit abgelehnten Asylbescheiden an einem Ort zu konzentrieren und damit die Probleme zu potenzieren, hei\u00dft es in einer Ver\u00f6ffentlichung auf der Seite des Freistaates Th\u00fcringen. Gleichwohl bef\u00fcrwortet er die zentralisierte Ankunft der Zugewanderten. Mit der Registrierung sollten aber schon erste Integrationskurse angeboten werden. In Th\u00fcringen praktiziere man dies bereits seit Jahren in der Erstaufnahme-Einrichtung in Suhl.<\/p>\n<p>Allerdings berichtet die Ostth\u00fcringer Zeitung von Problemen an diesem Standort, seit dort vorwiegend Afrikaner aus den Maghreb-Staaten untergebracht sind. Gewaltexzesse, Diebst\u00e4hle, Vergewaltigungen, Suizidversuche und Vorkommnisse in der Innenstadt h\u00e4tten das Sicherheitsgef\u00fchl ins Wanken gebracht. Vor allem Personen ohne Bleibeperspektive w\u00fcrden zu Problemf\u00e4llen. CDU-Politiker forderten mit Blick auf das fr\u00fchere Wismut-Krankenhaus in Gera, problematische Asylbewerber separat unterzubringen. Das zust\u00e4ndige Landesministerium erachte jedoch eine zweite Aufnahmeeinrichtung wegen der niedrigen Fl\u00fcchtlingszahlen als nicht notwendig, schreibt die OTZ.<\/p>\n<p>Alles in allem deutet die bisherige Entwicklung auf den einzelnen Ebenen an, dass es eine umfassende, schichten\u00fcbergreifende Integration in Deutschland nicht geben wird. Daf\u00fcr fehlen die Voraussetzungen und es kommen weitere Erschwernisse hinzu. Die Arbeitswelt als wesentliche soziale Schnittstelle wird sich deutlich \u00e4ndern und eher selektierend wirken. Daher ist anzunehmen, dass sich ohne etwas verbindendes die Zergliederung fortsetzt und Neuank\u00f6mmlinge eigene Gesellschaften herausbilden. Die Folge k\u00f6nnte dieser Absch\u00e4tzung nach ein h\u00f6heres Konfliktrisiko sein, dem man mit dem Ausbau von Sicherheitsma\u00dfnahmen begegnen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Gute Nachrichten in Sachen Integration kann die Geraer Volkshochschule vermelden. Der 14. Integrationskurs der VHS wurde nach sechs Monaten Sprachkurs und einem Monat Orientierungskurs beendet. 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