{"id":3957,"date":"2018-05-28T17:34:39","date_gmt":"2018-05-28T15:34:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=3957"},"modified":"2018-05-28T17:34:39","modified_gmt":"2018-05-28T15:34:39","slug":"massnahmen-zur-reduzierung-der-luftbelastung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2018\/05\/28\/massnahmen-zur-reduzierung-der-luftbelastung\/","title":{"rendered":"MASSNAHMEN ZUR REDUZIERUNG DER LUFTBELASTUNG"},"content":{"rendered":"<p>Laut der Zeitung &#8222;Die Welt&#8220; schl\u00e4gt Bundesumweltministerin Schulze vor, die Technik \u00e4lterer Fahrzeuge mit Diesel-Motor stufenweise nachzur\u00fcsten. Begonnen werden solle dort, wo die Luft besonders schlecht sei und Fahrverbote drohten. Wer sich gegen Hardware-Nachr\u00fcstungen sperre, verhindere saubere Luft in den St\u00e4dten und riskiere eine Niederlage vor dem Europ\u00e4ischen Gerichtshof.<\/p>\n<p>Die Kosten f\u00fcr die Nachr\u00fcstung sollen im einstelligen Milliardenbereich liegen, wie die Ministerin laut der Zeitung \u00e4u\u00dferte. Den Fahrzeughaltern und Steuerzahlern sei es jedoch nicht zuzumuten, dies zu bezahlen. Hierzu sei die Industrie moralisch in der Pflicht, da sie besonders umweltfreundliche Dieselfahrzeuge versprochen habe.<\/p>\n<p>Wegen zu h\u00e4ufiger \u00dcberschreitung der Grenzwerte f\u00fcr Luftschadstoffe verklagt die EU-Kommission Deutschland, Frankreich, Italien, Rum\u00e4nien, Gro\u00dfbritannien und Ungarn vor dem Europ\u00e4ischen Gerichtshof. Das Verfahren kann mehrere Jahre dauern; die Bundesregierung rechnet mit Strafzahlungen.<\/p>\n<p>Festgestellt wurden die \u00dcberschreitungen in Deutschland an Messstellen in mehreren St\u00e4dten. Einzuhalten sind die EU-Luftqualit\u00e4tsrichtlinien. Sie nehemn u. a. Bezug zum Feinstaub PM 10\/PM 2,5 und Stickstoffdioxid. F\u00fcr Stickstoffdioxid gilt beispielsweise ein Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresmittel.<\/p>\n<p>Hauptursache f\u00fcr die hohen Stickstoffdioxid-Werte sind nach Angaben des Umweltbundesamtes die Emissionen von Fahrzeugen mit Dieselmotor. Die Zahl der PKW und LKW wachse stetig, ebenso die Leistung der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, teilt diese mit. Damit erh\u00f6he sich auch deren Anteil an der Luftverschmutzung. Zu Beginn des Jahres 2017 gab es laut dem Kraftfahrt-Bundesamt mehr als 55 Millionen zugelassene Kraftfahrzeuge in Deutschland. Das sind sechs Millionen mehr als im Jahre 2009. Den gr\u00f6\u00dften Anteil haben die PKW (46 Millionen), es folgen Kraftr\u00e4der (vier Millionen) und LKW (drei Millionen). Am meisten wird der Kraftstoff Benzin genutzt. Knapp 15 Millionen Fahrzeuge werden mit Dieselkraftstoff betrieben. Zum Stichtag im Januar 2018 waren au\u00dferdem knapp 34 000 Elektro-Automobile zugelassen.<\/p>\n<p>Ende Februar 2018 hatte das Bundesverwaltungsgericht Leipzig Fahrverbote f\u00fcr rechtens erkl\u00e4rt. Allerdings d\u00fcrfe es keine pauschalen Fahrverbote geben. Kommunen k\u00f6nnen selbst dar\u00fcber entscheiden und Fahrverbote f\u00fcr Stra\u00dfen oder Zonen ausweisen, wenn es keine andere M\u00f6glichkeit gibt, die vorgegebenen Schadstoffgrenzwerte einzuhalten. Ma\u00dfnahmen zur Einhaltung m\u00fcssen diese im Rahmen sogenannter Luftreinhaltepl\u00e4ne umsetzen.<\/p>\n<p>In Gera kam es bislang mehrmals zu \u00dcberschreitungen des Jahresmittelgrenzwertes f\u00fcr NO2 an den Messstationen auf H\u00f6he der Theaterstra\u00dfe 12 und Stra\u00dfe des Friedens 17, welche die TLUG betreibt. Die Messeinrichtungen, sogenannte Passivsammler, sind dort jeweils an einer Stra\u00dfenlaterne befestigt. Der Luftreinhalteplan der Stadt sieht unter anderem vor, den Verkehr \u00fcber Lichtsignalanlagen so zu steuern, dass eine &#8222;gr\u00fcne Welle&#8220; entsteht und langes Warten vermieden wird. Selektive Fahrverbote werden hier als Option aufgef\u00fchrt. Bevorzugt werden sollen allerdings sogenannte weiche Ma\u00dfnahmen, wie Appelle, Erh\u00f6hung der Attraktivit\u00e4t des \u00d6PNV, Ausbau des Radverkehrs, Verzicht auf Festbrennstoffe, Nutzung alternativer Energien usw. Jeder B\u00fcrger soll durch sein eigenes Verhalten Luftverschmutzungen vermeiden. Konkrete Beispiele nennt der Plan ebenfalls:<\/p>\n<p>&#8211; Fahrten mit dem eigenen PKW verringern<br \/>\n&#8211; Fahrgemeinschaften nutzen<br \/>\n&#8211; \u00f6ffentliche Verkehrsmittel nutzen<br \/>\n&#8211; kurze Strecken mit dem Rad oder zu Fu\u00df zur\u00fccklegen<br \/>\n&#8211; Fahrgeschwindigkeit bei PKW-Fahrten reduzieren<br \/>\n&#8211; Fahrzeuge mit geringem Kraftstoffverbrauch\/Feinstaubaussto\u00df oder alternativen Antriebstechnologien nutzen <\/p>\n<p>&#8211; keine Holzverbrennung in Kleinfeuerungsanlagen ohne Abgasreinigung (offenen Kaminen, Einzel\u00f6fen)<br \/>\n&#8211; nur zul\u00e4ssige Brennstoffe (z. B. abgelagertes und unbehandeltes Holz) verwenden<br \/>\n&#8211; mit Heizungsanlagen richtig umgehen, diese regelm\u00e4\u00dfig Warten und durch Fachleute \u00fcberwachen lassen<br \/>\n&#8211; energiesparende und emissionsarme Geb\u00e4udeheizungen einsetzen (z. B. mit Erdgas befeuerte Brennwertkessel mit NOx-armen Brennern)<br \/>\n&#8211; auf unn\u00f6tiges Heizen an Tagen mit Inversionswetterlagen verzichten<br \/>\n&#8211; auf Gartenabfallverbrennung verzichten<\/p>\n<p>Die Stadt Hamburg ist deutschlandweit die erste, die wegen zu hoher Schadstoffbelastungen Fahrverbote verh\u00e4ngen wird. Betroffen sind zwei Stra\u00dfen in der Stadt, in jeweils einem Abschnitt. LKW, welche die Euronorm VI nicht erf\u00fcllen, bzw. auch PKW, welche die Euronorm 6 nicht einhalten, d\u00fcrfen diese ab den 31. Mai nicht befahren. F\u00fcr Anwohner wird es Ausnahmeregelungen geben.<\/p>\n<p>Um weitere Fahrverbote zu vermeiden, will Bundesregierung u. a. die Umr\u00fcstung von Kraftomnibussen des \u00d6PNV und \u00f6ffentlichen Fahrzeugen f\u00f6rdern. Damit k\u00f6nnten die Grenzwerte einigen Einsch\u00e4tzungen zufolge aber nur mittelfristig gehalten werden. Fahrverbote, zun\u00e4chst f\u00fcr die unteren Euronorm-Klassen, seien deshalb in Zukunft noch m\u00f6glich. <\/p>\n<p>Kritiker empfinden diese als eine Bestrafung f\u00fcr Automobilbesitzer und verweisen auf falsche Angaben des Herstellers zu den Fahrzeugen. Fahrverbote auf einzelnen Strecken seien nicht sinnvoll, da sie den Verkehr und die Luftbelastung nicht reduzierten, sondern f\u00fcr Umleitungen und somit f\u00fcr l\u00e4ngere Fahrwege sorgten. Verwiesen wird auch darauf, dass der Anteil der Arbeitnehmer, die lange Fahrwege zur\u00fccklegen m\u00fcssen, stetig zunehme, und die Fahrwege selbst immer l\u00e4nger w\u00fcrden, um Lebenshaltungskosten und Verdienst in ein akzeptables Verh\u00e4ltnis zu bringen. Die von der Bundesregierung favorisierte Elektromobilit\u00e4t werde in Deutschland nicht vorankommen, wenn die Kaufpreise f\u00fcr PKW hoch seien, die Reichweite im Vergleich zu herk\u00f6mmlichen Fahrzeugen gering und die n\u00f6tige Lade-Infrastruktur fehle.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Laut der Zeitung &#8222;Die Welt&#8220; schl\u00e4gt Bundesumweltministerin Schulze vor, die Technik \u00e4lterer Fahrzeuge mit Diesel-Motor stufenweise nachzur\u00fcsten. Begonnen werden solle dort, wo die Luft besonders schlecht sei und Fahrverbote drohten. 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