{"id":40096,"date":"2025-11-18T15:08:25","date_gmt":"2025-11-18T14:08:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=40096"},"modified":"2025-11-18T15:08:26","modified_gmt":"2025-11-18T14:08:26","slug":"historische-stoffmuster-aus-gera","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2025\/11\/18\/historische-stoffmuster-aus-gera\/","title":{"rendered":"HISTORISCHE STOFFMUSTER AUS GERA"},"content":{"rendered":"\n<p>Im 18. Jahrhundert eroberte das Paisley-Muster Europa. Das tropfenf\u00f6rmige Ornament, das an ein stilisiertes Blatt erinnert, hat seine Wurzeln im asiatisch-nordostafrikanischen Raum. Erste Spuren finden sich bereits in \u00c4gypten und Afghanistan. Besonders in Persien und sp\u00e4ter in Indien erfreute sich das Motiv gro\u00dfer Beliebtheit \u2013 von dort aus trat es seinen Siegeszug nach Europa an.<\/p>\n\n\n\n<p>Zahlreiche Legenden ranken sich um seine Einf\u00fchrung auf dem Kontinent. So soll Kaiser Napoleon seiner Frau Jos\u00e9phine einen Kaschmirschal mit Paisley-Muster geschenkt haben \u2013 ein au\u00dfergew\u00f6hnlich kostbares Pr\u00e4sent. Ein handgewebter Schal, an dem ein indischer Weber bis zu drei Jahre arbeitete, konnte in Europa so viel kosten wie ein Stadthaus in London. Auch K\u00f6nigin Victoria zeigte sich begeistert von dem exotischen Design: Nachdem britische Soldaten die Schals aus Indien mitgebracht hatten, trug auch sie das elegante Muster.<\/p>\n\n\n\n<p>Seinen europ\u00e4ischen Namen erhielt das urspr\u00fcnglich als Boteh bezeichnete Motiv von der schottischen Stadt Paisley bei Glasgow. Dort begannen Textilunternehmer im fr\u00fchen 19. Jahrhundert, die indischen Vorlagen mithilfe mechanischer Webst\u00fchle nachzuahmen \u2013 und machten das Muster endg\u00fcltig zum Modetrend.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Geraer Textilindustrie folgte dem Zeitgeist. \u00dcber Messen und ausl\u00e4ndische Handelspartner, die Stoffproben zusandten, informierten sich die Unternehmen \u00fcber neue Designs. Daher \u00fcberrascht es kaum, dass sich im Nachlass der Firma F\u00fcrbringer zahlreiche Stoffmuster mit farbenpr\u00e4chtigen Paisley-Drucken finden. Das 1827 gegr\u00fcndete Unternehmen geh\u00f6rte zu den bekanntesten Zeugdruckereien Geras. Produziert wurden unter anderem Musseline, Rips, Satin und Wollstoffe, die f\u00fcr T\u00fccher, Damenoberbekleidung, Arbeits- und Unterw\u00e4sche, M\u00f6belstoffe sowie Tapisserien Verwendung fanden. Die Auftr\u00e4ge kamen nicht nur aus dem gesamten deutschen Raum, sondern auch aus dem Ausland \u2013 belegt sind Bestellungen aus Rum\u00e4nien, Georgien, der T\u00fcrkei, Griechenland, Russland, \u00c4gypten und Syrien.<\/p>\n\n\n\n<p>Die aufwendig gestalteten Stoffe entstanden mit h\u00f6lzernen Druckformen, in die die Muster von spezialisierten Holzstechern eingeschnitten wurden. F\u00fcr ein vollst\u00e4ndiges Design waren meist mehrere Druckst\u00f6cke erforderlich, die pr\u00e4zise ineinanderpassen mussten \u2013 eine Form f\u00fcr die Konturen und weitere f\u00fcr die einzelnen Farbt\u00f6ne.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch bis zum 1. M\u00e4rz 2026 l\u00e4dt das Museum f\u00fcr Angewandte Kunst Gera Besucherinnen und Besucher ein, in der Ausstellung \u201eTextilmuster: Von Gera in die Welt\u201c in die faszinierende Welt der Stoffe und ihrer Geschichten einzutauchen.<\/p>\n\n\n\n<p>TEXT: ANNE-KATHRIN SEGLER<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Im 18. Jahrhundert eroberte das Paisley-Muster Europa. Das tropfenf\u00f6rmige Ornament, das an ein stilisiertes Blatt erinnert, hat seine Wurzeln im asiatisch-nordostafrikanischen Raum. Erste Spuren finden sich bereits in \u00c4gypten und Afghanistan. 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