{"id":40760,"date":"2026-01-07T22:48:28","date_gmt":"2026-01-07T21:48:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=40760"},"modified":"2026-01-07T22:48:29","modified_gmt":"2026-01-07T21:48:29","slug":"pruefung-der-rettungswege-im-stadtgebiet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2026\/01\/07\/pruefung-der-rettungswege-im-stadtgebiet\/","title":{"rendered":"PR\u00dcFUNG DER RETTUNGSWEGE IM STADTGEBIET"},"content":{"rendered":"\n<p>Berufsfeuerwehr, Freiwillige Feuerwehr Gera-Mitte und Ordnungsamt waren im Dezember 2025 im Stadtgebiet unterwegs, um zu testen, ob Einsatzfahrzeuge im Ernstfall ungehindert durchkommen. Im Mittelpunkt standen diesmal neuralgische Punkte in Untermhaus, dem Ostviertel und in Lusan. Ziel der Befahrung war es zu pr\u00fcfen, ob parkende Fahrzeuge so abgestellt sind, dass L\u00f6schfahrzeuge, Rettungswagen und insbesondere die Drehleiter ohne Rangierman\u00f6ver passieren k\u00f6nnen. Denn im Notfall entscheiden Sekunden \u2013 in Th\u00fcringen muss Hilfe innerhalb von zehn Minuten vor Ort sein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>F\u00fcnf-Meter-Regel und enge Wendeh\u00e4mmer<\/strong><br>Besonderes Augenmerk legten die Einsatzkr\u00e4fte auf Kreuzungsbereiche. F\u00fcnf Meter Abstand vom Scheitelpunkt der Kreuzung sind verpflichtend \u2013 vielen bekannt, im Alltag aber oft ignoriert. F\u00fcr Drehleitern, die \u00fcber drei Meter breit sind, sind solche Freir\u00e4ume unverzichtbar. Auch die Wendeh\u00e4mmer in Lusan wurden \u00fcberpr\u00fcft. Sie dienen dazu, dass gro\u00dfe Fahrzeuge \u2013 vom L\u00f6schfahrzeug \u00fcber den Winterdienst bis zur M\u00fcllabfuhr \u2013 sicher wenden k\u00f6nnen. Werden sie zugeparkt, bleibt Einsatzkr\u00e4ften im Ernstfall nur der riskante R\u00fcckw\u00e4rtsgang mit erheblichem Zeitverlust des Einsatzes.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Verst\u00f6\u00dfe \u2013 und \u00fcberraschende Erkenntnisse<\/strong><br>Ganz ohne Beanstandungen blieb die Kontrolle nicht: Mehrere Fahrzeuge standen zu nah an Kreuzungen oder verengten die Stra\u00dfen deutlich. Das Ordnungsamt ahndete die Verst\u00f6\u00dfe mit einem Verwarn\u00adgeld von zehn Euro und suchte, wo m\u00f6glich, die Halterinnen und Halter auf. Vor Ort wurde gezeigt, wie knapp ein Feuerwehrfahrzeug an falsch geparkten Autos vorbeikommt. Viele waren \u00fcberrascht, wie wuchtig eine Drehleiter ist \u2013 und wie wenig Spielraum bleibt, wenn beide Stra\u00dfenseiten zugeparkt sind. Die meisten reagierten verst\u00e4ndnisvoll und setzten ihre Fahrzeuge sofort um. Oft fiel der Satz: \u201eDas war mir so gar nicht bewusst.\u201c An einer Engstelle musste die Drehleiter mehrfach rangieren, um eine Engstelle zu passieren \u2013 fast vier Minuten Verz\u00f6gerung. Vier Minuten, die bei Wohnungsbr\u00e4nden \u00fcber Leben und Tod entscheiden k\u00f6nnen. Gerade bei Wohnungsbr\u00e4nden \u2013 wie sie Gera in den vergangenen Monaten immer wieder erlebt hat \u2013 bleibt oft nur ein sehr kleines Zeitfenster, um Menschen aus verrauchten Wohnungen zu retten oder ihnen den Fluchtweg \u00fcber die Drehleiter zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ein strukturelles Problem \u2013 weit \u00fcber Gera hinaus<\/strong><br>Zugeparkte Stra\u00dfen belasten Feuerwehren inzwischen vielerorts. Mehr Autos, gr\u00f6\u00dfere Fahrzeuge und enge Stadtstrukturen versch\u00e4rfen die Situation. Auch in Gera werden Rettungseins\u00e4tze immer h\u00e4ufiger durch falsch abgestellte Fahrzeuge behindert. Die Stadt weist bei Veranstaltungen und baulichen Ma\u00dfnahmen deshalb regelm\u00e4\u00dfig auf freizuhaltende Rettungswege hin und versucht, Parkraum und Sicherheit miteinander zu vereinbaren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Verst\u00e4ndnis ja \u2013 aber nicht auf Kosten der Sicherheit<\/strong><br>Trotz angespannter Parkplatzsituation hielten sich viele an die Regeln \u2013 das zeigen die vergleichsweise wenigen Verst\u00f6\u00dfe und die positiven Gespr\u00e4che vor Ort w\u00e4hrend dieser \u00dcbung. Dennoch bleibt die Haltung von Feuerwehr und Ordnungsamt klar: Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Parkplatznot endet dort, wo Rettungswege blockiert werden. Wer falsch parkt, gef\u00e4hrdet im Ernstfall Menschenleben.<\/p>\n\n\n\n<p>Feuerwehr und Ordnungsamt k\u00fcndigen an, solche Befahrungen weiterhin regelm\u00e4\u00dfig durchzuf\u00fchren \u2013 nicht als \u201eKn\u00f6llchen-Tour\u201c, sondern als Mischung aus Kontrolle und Aufkl\u00e4rung. Ziel ist es, das Bewusstsein f\u00fcr freie Rettungswege zu sch\u00e4rfen.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Berufsfeuerwehr, Freiwillige Feuerwehr Gera-Mitte und Ordnungsamt waren im Dezember 2025 im Stadtgebiet unterwegs, um zu testen, ob Einsatzfahrzeuge im Ernstfall ungehindert durchkommen. 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