{"id":40948,"date":"2026-01-19T14:00:49","date_gmt":"2026-01-19T13:00:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=40948"},"modified":"2026-01-19T14:02:52","modified_gmt":"2026-01-19T13:02:52","slug":"mit-deregulierten-arbeitszeiten-in-die-ki-revolution","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2026\/01\/19\/mit-deregulierten-arbeitszeiten-in-die-ki-revolution\/","title":{"rendered":"MIT DEREGULIERTEN ARBEITSZEITEN IN DIE KI-REVOLUTION"},"content":{"rendered":"\n<p>Um den Wohlstand in Deutschland zu halten, soll mehr und l\u00e4nger gearbeitet werden. Bundeskanzler Friedrich Merz w\u00fcrde hierf\u00fcr am liebsten das Arbeitszeitgesetz abschaffen. Den Acht-Stunden-Tag empfindet er als nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df. Die Betriebsparteien und Tarifvertragsparteien k\u00f6nnten alles regeln, was der Gesetzgeber nicht regeln m\u00fcsse, ist er \u00fcberzeugt.<\/p>\n\n\n\n<p>Merz hat offenbar genau jene Menschen im Blick, die sowieso schon viel arbeiten. Denn ginge es um Besch\u00e4ftigte, die t\u00e4glich vier Stunden irgendwo t\u00e4tig sind, m\u00fcsste die Begrenzung nicht aufgehoben werden. W\u00e4re nur die Flexibilit\u00e4t ausschlaggebend, w\u00fcrde sich die Forderung nach \u201emehr und l\u00e4nger\u201c nicht erf\u00fcllen.<\/p>\n\n\n\n<p>Da Firmen stets daran interessiert sind, die Personalkosten niedrig zu halten, ist es realistischer, anzunehmen, dass eine h\u00f6here Arbeitslast auf weniger K\u00f6pfe verteilt werden soll. Somit steht auch der Arbeitsmarkt vor einer Zeitenwende. Die Acht-Stunden-Regelung wurde einst eingef\u00fchrt, um Menschen vor Ausbeutung zu sch\u00fctzen und einer breiten Bev\u00f6lkerungsschicht die Teilhabe am Arbeitsleben zu erm\u00f6glichen. Denn nach der Lohnarbeit beginnt f\u00fcr viele nicht etwa die Freizeit, sondern der Dienst an der Familie, die urspr\u00fcnglich auch mehrere Kinder umfasste. L\u00e4sst sich all das nicht mehr mit dem Beruf vereinbaren, werden sich tendenziell noch mehr Menschen gegen eine Familie und Kinder entscheiden, denn die wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse werden schwieriger. Die Folge w\u00e4re eine stark abfallende Geburtenrate.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frage ist nun, welche Folgen gelockerte Arbeitszeiten haben, wenn sich der Arbeitsmarkt durch KI und Automatisierung bald deutlich ver\u00e4ndern wird. 5000 Verk\u00e4ufer, Buchhalter, Lageristen und Konstrukteure m\u00fcssen nicht zu mehr Arbeit herangezogen werden, wenn der Firmenchef die M\u00f6glichkeit hat, sie durch Automatisierung weitgehend zu ersetzen oder die Produktion ins Ausland zu verlagern. Gewinne lassen sich nur steigern, wenn die Lohnkosten gesenkt und die St\u00fcckzahlen in der Produktion erh\u00f6ht werden k\u00f6nnen. Das ist der wesentliche Grund f\u00fcr den Einsatz von Maschinen und Roboter.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei gelockerten Arbeitszeiten besteht im angehenden KI-Zeitalter also eher die Gefahr, dass nur noch sehr wenige Menschen f\u00fcr die Wirtschaft relevant sind \u2014 und zwar jene, die mit der Technologie gewisserma\u00dfen mitschwingen, und sonst an nichts gebunden sind. Alle anderen d\u00fcrften sich bestenfalls in einem prek\u00e4ren Dienstleistungsbereich wiederfinden, umworben vom Milit\u00e4r, welches \u201cAufstiegsm\u00f6glichkeiten\u201c anbietet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Um den Wohlstand in Deutschland zu halten, soll mehr und l\u00e4nger gearbeitet werden. Bundeskanzler Friedrich Merz w\u00fcrde hierf\u00fcr am liebsten das Arbeitszeitgesetz abschaffen. Den Acht-Stunden-Tag empfindet er als nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df. 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