{"id":41675,"date":"2026-03-08T23:58:56","date_gmt":"2026-03-08T22:58:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=41675"},"modified":"2026-03-09T00:02:05","modified_gmt":"2026-03-08T23:02:05","slug":"die-erzaehlung-von-der-benachteiligten-frau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2026\/03\/08\/die-erzaehlung-von-der-benachteiligten-frau\/","title":{"rendered":"DIE ERZ\u00c4HLUNG VON DER BENACHTEILIGTEN FRAU"},"content":{"rendered":"\n<p>W\u00e4hrend Frauen in Debatten um Gleichberechtigung eine hohe Aufmerksamkeit genie\u00dfen, spielt die Sicht von M\u00e4nnern kaum eine Rolle. Durchgesetzt hat sich das Bild von einer benachteiligten Frau, die Familie und Beruf irgendwie unter einen Hut bringen muss, und einem sich kaum einbringendem Mann. Dabei f\u00e4llt auf, dass das Wort \u201em\u00e4nnlich\u201c in Geschlechterdebatten durchweg negativ konnotiert ist. \u00dcber die Zukunft hei\u00dft es hingegen, die sei weiblich. Die unterschiedliche emotionale Bewertung schwingt bei jeder Verwendung der Begriffe mit.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Medien tragen wesentlich zu diesem ungleichen Bild bei: F\u00fcr s\u00e4mtliche Mi\u00dfst\u00e4nde in der Welt werden M\u00e4nner verantwortlich gemacht, w\u00e4hrend Frauen stets die Opfer sind. M\u00e4nnliche Vorbilder darf es als solche nicht mehr geben; positive m\u00e4nnliche Eigenschaften haben keinen Platz mehr in der modernen Welt, denn die Zukunft soll weiblich sein.<\/p>\n\n\n\n<p>In der breiten Masse hat sich eine Vorstellung verfestigt, wonach Frauen die Hauptlast der Gesellschaft tragen, Kinder erziehen und gleichzeitig berufst\u00e4tig sind. \u00dcber M\u00e4nner wird gern erz\u00e4hlt, sie lassen sich zu Hause bedienen und leisten insgesamt einen geringeren Beitrag. Dabei erledigen sie zumeist die schwierigeren und riskanteren Arbeiten. Planungsb\u00fcros, Werkshallen und Baustellen liegen jedoch weit au\u00dferhalb der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung. In der Statistik spiegelt sich die ungleiche Verteilung von Risiken jedoch deutlich wider. Etwa 70 % der meldepflichtigen Arbeitsunf\u00e4lle ereignen sich bei M\u00e4nnern.<\/p>\n\n\n\n<p>Ohne M\u00e4nner w\u00e4re die Gesellschaft in vielerlei Hinsicht nicht \u00fcberlebensf\u00e4hig. Die angeblich h\u00f6here Belastung der Frau existiert in vielen F\u00e4llen nicht. Fast ein Drittel lebt allein; rund 20 % der Frauen in Deutschland haben keine eigenen Kinder. Die Zeiten der gro\u00dfen Familie, der aufwendigen K\u00fcchenarbeit und der anstrengenden Waschtage sind l\u00e4ngst vorbei.<\/p>\n\n\n\n<p>Die vorherrschenden Geschlechtersterstereotype bleiben erhalten, weil Frauen einen ma\u00dfgeblich Einfluss darauf haben. Sie sind es, die f\u00fcr ein Fortbestehen des klassischen Bildes von M\u00e4nnlichkeit sorgen \u2014 einmal durch die Auswahl des Partners, dann durch die Erziehung. M\u00e4nner ohne typisch m\u00e4nnliche Eigenschaften haben das Nachsehen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fchlten sich Frauen wirklich benachteiligt oder unterdr\u00fcckt, k\u00f6nnten sie ihren Kindern ein v\u00f6llig neues Rollenverst\u00e4ndis beibringen. Stattdessen geben sie der n\u00e4chsten Generation die altbekannte Vorstellung von Mann und Frau weiter. Von ihren S\u00f6hnen erwarten M\u00fctter beispielsweise, dass sie sich wie M\u00e4nner verhalten. Wegen ihres hohen Anteils an der Erziehung bleiben die Rollenbilder auch dann bestehen, wenn Medien und Schulen etwas ganz anderes vermitteln.<\/p>\n\n\n\n<p>In vielen Ehen hat sich zudem ein Matriarchat durchgesetzt. M\u00e4nner m\u00fcssen sich unterordnen, haben im Haus weniger Entscheidungsspielraum, werden abgewertet und teilweise sogar wie ein Haustier behandelt, das Schmutz verursacht. Der aufkommende Gynozentrismus sorgt dann daf\u00fcr, dass M\u00e4nner, die unter Problemfrauen leiden, kein Geh\u00f6r finden. Das weibliche Erleben, die Perspektive und die Bed\u00fcrfnisse der Frauen stehen immer im Mittelpunkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mann wird auf vielf\u00e4lige Weise ausgenutzt \u2014 vor allem in fester Bindung. Unter Frauen gibt es sehr viele Beziehungsopportunisten. Manche entscheiden sich nur deshalb f\u00fcr ein Kind, weil sie dem harten Arbeitsalltag entfliehen wollen, getragen vom Glauben, es dann einfacher zu haben. Andere lassen sich genau dann scheiden, wenn ihr Mann Haus und Hof fertiggestellt hat. Es wird eiskalt kalkuliert, etwas vorget\u00e4uscht, und dann eine Entscheidung getroffen, wenn der materielle Gewinn am h\u00f6chsten ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch mittlerweile werden die M\u00e4nner vorsichtiger, lassen sich nicht mehr so leicht t\u00e4uschen und sprechen in sozialen Netzwerken \u00fcber ihre Erfahrungen. Wenn es um Gerechtigkeit geht, ist vor allem ein Umdenken bei der Frau n\u00f6tig. Gleichberechtigung hei\u00dft auch, selbstkritisch dar\u00fcber nachzudenken, wie Pflichten und Risiken in einer Gesellschaft verteilt sind, anstatt nur Anspr\u00fcche zu stellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>W\u00e4hrend Frauen in Debatten um Gleichberechtigung eine hohe Aufmerksamkeit genie\u00dfen, spielt die Sicht von M\u00e4nnern kaum eine Rolle. 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