{"id":41806,"date":"2026-03-16T09:28:18","date_gmt":"2026-03-16T08:28:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=41806"},"modified":"2026-03-16T09:28:20","modified_gmt":"2026-03-16T08:28:20","slug":"fehlkalkulation-im-nahen-osten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2026\/03\/16\/fehlkalkulation-im-nahen-osten\/","title":{"rendered":"FEHLKALKULATION IM NAHEN OSTEN"},"content":{"rendered":"\n<p>Sowohl Israel als auch die USA glaubten, die Mullahs mit vereinten Kr\u00e4ften innerhalb weniger Tage erheblich schw\u00e4chen, und das iranische Volk mittels eingeschleuster Agenten zum Sturz des Regimes bewegen zu k\u00f6nnen. Dies erweist sich nun als fatale Fehleinsch\u00e4tzung. Die Verst\u00e4rkung der Milit\u00e4rpr\u00e4senz und die Freigabe strategischer \u00d6lreserven signalisieren kein baldiges Ende des Krieges. Die iranischen Revolutionsgarden nutzen ihre Kontrolle \u00fcber die Stra\u00dfe von Hormus, verhindern den Schiffsverkehr und treiben so gezielt die Energiepreise in die H\u00f6he. W\u00e4hrenddessen \u00fcbt sich US-Pr\u00e4sident Donald Trump in Verbalakrobatik und versucht, Nato-Mitglieder zur Beteiligung an der Milit\u00e4raktion zu verpflichten. <\/p>\n\n\n\n<p>Strategisch betrachtet hat Israel den ersten Schritt getan, um den USA eine Begr\u00fcndung f\u00fcr den Einstieg in den Krieg zu liefern. Die asymmetrische Vorgehensweise des iranischen Milit\u00e4rs und der Revolutionsgarden wurde jedoch nicht einkalkuliert. Unber\u00fccksichtigt blieb auch die Rolle des Irans als Ort, an dem sich verschiedene Interessen \u00fcberlagern. Durch die St\u00f6rung des sensiblen Gef\u00fcges droht in der Region nun ein Fl\u00e4chenbrand. Weil Israel und die USA unterschiedliche Kriegsziele verfolgen, gibt es weder einen Plan f\u00fcr das Ende, noch f\u00fcr die Zeit danach. Den USA geht es um Rohstoffe sowie die Kontrolle \u00fcber wichtige Ressourcen und Handelsrouten im geopolitischen Kontext. Mit Venezuela und Iran wurden L\u00e4nder angegriffen, die Rohstoffe in gr\u00f6\u00dferen Mengen nach China exportieren. \u00dcber Venezuela kann zudem Kuba geschw\u00e4cht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der israelische Ministerpr\u00e4sident Benjamin Netanjahu zeigte sich im Juni 2025 \u00fcberzeugt, eine Beseitigung des obersten iranischen F\u00fchrers Ajatollah Ali Chamenei w\u00fcrde den Konflikt im Nahen Osten beenden. Entsprechend \u00e4u\u00dferte er sich auf die Frage, ob er die Sorge der US-Regierung teile, dass eine T\u00f6tung Chameneis den Konflikt au\u00dfer Kontrolle geraten lassen k\u00f6nnte. Mehrere Indizien sprechen daf\u00fcr, dass der US-Pr\u00e4sident in seinen Entscheidungen von Benjamin Netanjahu beeinflusst wurde. Doch anders als Trump, hat der israelische Ministerpr\u00e4sident keine wirtschaftlichen, sondern territoriale Interessen wie die Besetzung des S\u00fcdlibanon, die Schaffung einer israelischen Provinz Gaza und die formelle \u00dcbernahme des Westjordanlandes.<\/p>\n\n\n\n<p>Das \u00d6l des Iran steht bereits seit vielen Jahrzenten im Fokus des Westens. Am 19. August 1953 f\u00fchrte ein vom CIA und MI6 eingeleiteter Putsch zum Sturz des demokratisch gew\u00e4hlten iranischen Premierministers Mohammad Mossadegh. Dieser wollte die F\u00f6rderanlagen und Raffinerien der Anglo-Iranian Oil Company, heute BP, vertaatlichen. Die Einnahmen aus dem Erd\u00f6lgesch\u00e4ft sollten dem Iran zugute kommen. Alleiniger Machthaber nach dem Putsch war Schah Mohammad Reza Pahlavi. Er hatte in Paris und der Schweiz studiert. Im Iran vertrat Pahlavi die Gesch\u00e4ftsinteressen des Westens. Um gegen Dissidenten vorgehen zu k\u00f6nnen, schufen CIA und Mossad die Geheimpolizei Savak. Sp\u00e4ter wurde Ruhollah Chomeini unterst\u00fctzt, um eine R\u00fcckkehr des Lagers um Mossadegh zu verhindern.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter Schah Mohammad Reza Pahlavi begann im Iran im Jahre 1975 mit Unterst\u00fctzung der zu Siemens geh\u00f6renden deutschen Kernkraftwerksunion das Nuklearprogramm. Offizielles Ziel war es, die Energieerzeugung des Irans umzustellen, sodass durch den geringeren Erd\u00f6l-Eigenbedarf gr\u00f6\u00dfere Mengen auf dem Weltmarkt verkauft werden k\u00f6nnen. Ein Abkommen zur Beobachtung des Nuklearprogrammes unterzeichnete der Iran im Jahr 2015. Drei Jahre sp\u00e4ter wurde es unter US-Pr\u00e4sident Trump einseitig aufgek\u00fcndigt, weil das Raketenprogramm nicht inbegriffen war.<\/p>\n\n\n\n<p>Anders als vielfach behauptet, d\u00fcrfte ein demokratischer Iran nicht im Interesse des Westens liegen, da das Land mit seinen Ressourcen und M\u00f6glichkeiten ein bedeutender Akteur auf dem globalen Markt werden k\u00f6nnte. Ein Plan zur Befreiung des iranischen Volkes ist deshalb nicht zu erwarten, sondern eher die Konditionierung auf eine Marionettenfigur, die vom Westen gef\u00fchrt wird. Indessen wird Russland de facto die R\u00fcckkehr auf den \u00d6lmarkt erm\u00f6glicht, was dem Staat Mehreinnahmen in H\u00f6he von bis zu f\u00fcnf Milliarden US-Dollar bringen k\u00f6nnte. Damit kann Putin den Krieg gegen die Ukraine weiter finanzieren, w\u00e4hrend der Westen durch die Situation im Nahen Osten zus\u00e4tzlich belastet wird und seine milit\u00e4rischen Ressourcen neu ordnen muss. Zudem darf Russland wegen der h\u00f6heren Energiepreise auf ein weiteres Erstarken politisch rechter Parteien in Europa hoffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Sowohl Israel als auch die USA glaubten, die Mullahs mit vereinten Kr\u00e4ften innerhalb weniger Tage erheblich schw\u00e4chen, und das iranische Volk mittels eingeschleuster Agenten zum Sturz des Regimes bewegen zu k\u00f6nnen. 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