{"id":41844,"date":"2026-03-20T01:04:47","date_gmt":"2026-03-20T00:04:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=41844"},"modified":"2026-03-20T01:07:12","modified_gmt":"2026-03-20T00:07:12","slug":"die-ersten-menschen-in-der-region-gera","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2026\/03\/20\/die-ersten-menschen-in-der-region-gera\/","title":{"rendered":"DIE ERSTEN MENSCHEN IN DER REGION GERA"},"content":{"rendered":"\n<p>Den arch\u00e4ologischen Funden nach zu urteilen, kamen vor etwa 60&#8217;000 Jahren die ersten Menschen in das heutige Ostth\u00fcringen. Es handelte sich um J\u00e4ger und Sammler des mitteleurop\u00e4ischen Micoquien. Diese Neandertaler-Kultur breitete sich in der Tundra-Landschaft von Westen nach Osten aus und ist heute an mehreren Stellen des Geraer Stadtgebietes nachweisbar. Der bekannteste Fundort ist die Lindenthaler Hy\u00e4nenh\u00f6hle. Dort wurden bis zu 60\u2019000 Jahre alte Steinwerkzeuge entdeckt. Wahrscheinlich dienten die zwei miteinander verbundenen und nach oben offenen Spalten als Jagdlager. Die Cro-Magnon-Menschen der mittleren und sp\u00e4ten Altsteinzeit hielten sich vor allem in den umliegenden H\u00f6hen auf. Sie geh\u00f6rten der Magdal\u00e9nien-Kultur an. Spuren mesolithischer Siedlungen gibt es beispielsweise auf dem Pfortener Berg, Zoitzberg, Lasurberg und dem Collisberg. Von dort aus konnte das Tal gut eingesehen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Homo sapiens siedelte bereits vor 47&#8217;500 Jahren in Th\u00fcringen. Das legen Knochen aus der H\u00f6hle von Ranis nahe, deren Alter mittels Radiokarbondatierung bestimmt werden konnte. Es handelte sich wahrscheinlich um einen dunkelh\u00e4utigeren Menschentyp mit schwarzen Haaren. Neuen Analysen zufolge setzten sich helle Haut und blonde Haare in Mitteleuropa erst vor 3000 Jahren durch, wie Forschungsergebnisse der Genetikerin Silvia Ghirotto von der Universit\u00e4t Ferrara zeigen. Vor etwa 14&#8217;000 Jahren, in der Sp\u00e4tphase der Altsteinzeit, kamen diese Merkmale nur vereinzelt vor.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Gera bedeutsam sind die Bandkeramiker. Als sich die heutige Warmzeitphase, das Holoz\u00e4n, vor 7500 Jahren stabilisierte, wanderten \u00fcber den Balkan und das Karpatenbecken Bauern aus dem nordwestlichen Anatolien ein. Mit ihnen etablierte sich eine neue Wirtschafts- und Lebensweise. Die Menschen wurden sesshaft, betrieben Ackerbau, Viehzucht, und errichteten Siedlungen mit verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gro\u00dfen H\u00e4usern. Vor 4000 Jahren, am Ende des Neolithikums, kamen aus Osteuropa die Schnurkeramiker. Vor \u00fcber 2000 Jahren war Gera ein Ort der Eisenverh\u00fcttung. In der N\u00e4he von Tinz fand man Eisen\u00f6fen, die heute im Museum f\u00fcr Ur- und Fr\u00fchgeschichte in Weimar ausgestellt sind. W\u00e4hrend der Bronzezeit und Eisenzeit wurden aufwendige Grabanlagen sowie H\u00f6hensiedlungen mit Wallanlagen errichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Um etwa 100 vor Christus wanderten die Hermunduren, ein germanischer Stamm aus dem Gebiet der unteren Elbe kommend, ein. Sie verdr\u00e4ngten bzw. vermischten sich mit den zuvor hier lebenden veneto-illyrischen und keltischen Siedlern. Das Land geh\u00f6rte den Hermunduren bis zum dritten Jahrhundert. Allerdings war das Geraer Gebiet bis zum Beginn des Mittelalters nur d\u00fcnn besiedelt. Mit dem Untergang des Th\u00fcringer K\u00f6nigreiches im Jahre 531 wanderten schlie\u00dflich fast alle Menschen aus der Region ab. Vergeltungsz\u00fcge der Franken beschleunigten den Fortzug. Als die Sorben im achten Jahrhundert von Norden her entlang der Wei\u00dfen Elster einwanderten, trafen sie auf eine weitgehend menschenleere Landschaft und nahmen diese in Besitz. Die Franken stie\u00dfen im neunten Jahrhundert wieder nach Ostth\u00fcringen vor, brachten im Jahre 869 das obere Vogtland unter Kontrolle, und kurz darauf auch die Burg Geraha im heutigen Stadtzentrum. Die Grenzregion, zu der das Geraer Gebiet geh\u00f6rte, wird als karolingische Sorbenmark bezeichnet. Otto, Herzog von Sachsen, dr\u00e4ngte die Franken im Jahre 909 wieder zur\u00fcck. Unter Otto I., Enkelsohn des Otto, Herzog von Sachsen, wurde das Gebiet der Sorben in das Heilige R\u00f6mische Reich einbezogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwischen dem achten und zehnten Jahrhundert gestalteten die Slawen das Land nach ihren Vorstellungen, legten Siedlungen an und errichteten auf dem Osterstein eine Burg als Zentrum des slawischen Burgbezirks. Das Territorium wurde unter Heinrich I. und seinem Sohn Otto I. administrativ neu geordnet, wobei die Burgwards bzw. Gaue weitgehend den slawischen Burgbezirken entsprachen. Viele der heutigen Orts, Gebiets- und Stra\u00dfennamen wie Zschochern, Zw\u00f6tzen und Sorge gehen auf slawische Bezeichnungen zur\u00fcck.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Den arch\u00e4ologischen Funden nach zu urteilen, kamen vor etwa 60&#8217;000 Jahren die ersten Menschen in das heutige Ostth\u00fcringen. Es handelte sich um J\u00e4ger und Sammler des mitteleurop\u00e4ischen Micoquien. 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