{"id":42343,"date":"2026-04-24T13:31:20","date_gmt":"2026-04-24T11:31:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=42343"},"modified":"2026-04-24T13:31:22","modified_gmt":"2026-04-24T11:31:22","slug":"thema-oeffentliche-sicherheit-in-gera","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2026\/04\/24\/thema-oeffentliche-sicherheit-in-gera\/","title":{"rendered":"THEMA \u00d6FFENTLICHE SICHERHEIT IN GERA"},"content":{"rendered":"\n<p>Ein Jahr nach Gr\u00fcndung der Arbeitsgruppe \u201eUrbane Sicherheit\u201c in Gera l\u00e4sst sich feststellen, dass die Initiative einen strukturellen Beitrag zur Verbesserung der \u00f6ffentlichen Sicherheit in der Stadt geleistet hat. Mit dem Ziel, das Sicherheitsgef\u00fchl der B\u00fcrger zu st\u00e4rken und pr\u00e4ventive Ma\u00dfnahmen gezielt umzusetzen, hat die AG Urbane Sicherheit Projekte, Strategien und Kooperationen initiiert, die die Lebensqualit\u00e4t in Gera nachhaltig verbessern sollen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warum gibt es diese Arbeitsgruppe?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Stadt Gera reagierte im vergangenen Jahr auf die zunehmenden Herausforderungen im urbanen Raum, darunter Ruhest\u00f6rungen, Delikte auf \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen, Sicherheitsl\u00fccken bei Veranstaltungen und die zunehmende Nutzung neuer Mobilit\u00e4tsangebote wie E-Scooter. Die Gr\u00fcndung der Arbeitsgruppe \u201eUrbane Sicherheit\u201c war dann ein Schritt, um all diese Themen geb\u00fcndelt seit April 2025 anzugehen. Eingebunden in den \u201eKriminalpr\u00e4ventiven Beirat\u201c, bringt die AG Vertreterinnen und Vertreter unter anderem aus Polizei, Stadtverwaltung, Wirtschaft, Wohnungsunternehmen, Ortsteilr\u00e4ten, Seniorenbeirat sowie dem Beir\u00e4t f\u00fcr Menschen mit Behinderungen zusammen. B\u00fcrgermeister Thomas Lenk f\u00fchrt die Arbeitsgruppe als zust\u00e4ndiger Beigeordneter f\u00fcr B\u00fcrgerservice, Ordnung und Umwelt. Ziel ist es, eine interdisziplin\u00e4re Diskussion zu erm\u00f6glichen und mit den individuellen Blickwinkeln und Kernkompetenzen umfassende L\u00f6sungen zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erste Erfolge und laufende Projekte \u2014 Sicherheitskonzepte f\u00fcr Veranstaltungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine zentrale Initiative war die Entwicklung eines Sicherheitskonzepts f\u00fcr st\u00e4dtische Gro\u00dfveranstaltungen wie den Tag des offenen Denkmals, das H\u00f6hlerfest und den M\u00e4rchenmarkt. Dabei wurden Ma\u00dfnahmen wie der Einsatz tempor\u00e4rer Zufahrtssperren, Sicherheitskontrollen, Notfall- und Evakuierungspl\u00e4ne sowie die Einbindung von Sicherheitspersonal und Polizei abgestimmt. Die Erprobung moderner Zugangstechnologien, etwa die Beschaffung von flexiblen Sperrsystemen, tragen dazu bei, Menschenansammlungen sicher zu bew\u00e4ltigen. Die abschlie\u00dfende Bilanz aus Sicht der Ordnungsbeh\u00f6rden war mehrheitlich positiv: So verlief die vierw\u00f6chige Weihnachtszeit auf dem Marktplatz st\u00f6rungsfrei und ohne nennenswerte Vorkommnisse.<\/p>\n\n\n\n<p>Darauf aufbauend besch\u00e4ftigt sich die AG Urbane Sicherheit seit dem Fr\u00fchjahr mit der Pr\u00fcfung der Einf\u00fchrung der Applikation \u201eSafe Now\u201c. Diese ist eine benutzerfreundliche Sicherheitsanwendung, die in Notfallsituationen schnelle Hilfe erm\u00f6glicht. Mit Funktionen wie GPS-Standort\u00fcbermittlung, Notfallknopf, automatischer Alarmweiterleitung an Vertrauenspersonen sowie einer integrierten Kontaktliste, bietet die App eine zuverl\u00e4ssige Unterst\u00fctzung in gef\u00e4hrlichen Situationen. Das bedeutet f\u00fcr den Nutzer: Applikation herunterladen und eine Gruppe beitreten. In einer Gefahrensituation per Knopfdruck den Alarm absetzen und alle Gruppenmitglieder werden zeitgleich informiert, um schnelle Hilfe zu leisten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fokus auf \u00f6ffentliche R\u00e4ume in der Innenstadt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Park der Jugend und die Heinrichstra\u00dfe wurden als Schwerpunktbereiche identifiziert, um die Aufenthaltsqualit\u00e4t und Sicherheit zu steigern. Im Park der Jugend soll die \u00dcberarbeitung der Gr\u00fcnanlagensatzung f\u00fcr eine bessere Nutzung und Veranstaltungsf\u00e4higkeit sorgen. Die Arbeitsgruppe sieht einen Ansatzpunkt bei der Bearbeitung der Herausforderungen darin, noch st\u00e4rker f\u00fcr Gemeinschaft zu sorgen und das Quartiersmanagement zu st\u00e4rken, in dem es zuk\u00fcnftig st\u00e4rker m\u00f6glich sein wird, Feste zu feiern und den Park als Ort der Begegnung und sozialen Miteinanders zu \u00f6ffnen. Diese Konzepte zur Attraktivit\u00e4tssteigerung werden derzeit erarbeitet, die Sicherheit und Erholungsort geeignet kombinieren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Im Rahmen eines nachhaltigen Ansatzes zur Pflege und Verbesserung der Sicherheitslage im Park der Jugend wurden zudem Geh\u00f6lzschnitt- und Rodungsma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt. Ziel dieser Arbeiten ist es, den Park besser einsehbar zu machen, um die Orientierung f\u00fcr Besucher zu erleichtern, potenzielle Gefahrenquellen zu minimieren und das allgemeine Sicherheitsgef\u00fchl zu steigern. Zudem sollte durch die Entfernung von \u00fcberaltertem und dicht gewachsenem Geh\u00f6lzbestand der zunehmenden Verschmutzung durch Unrat, Abf\u00e4lle und F\u00e4kalien in den Str\u00e4uchern entgegengewirkt werden, die in den letzten Monaten vermehrt aufgetreten sind und das Erscheinungsbild sowie die Nutzungsm\u00f6glichkeiten des Parks beeintr\u00e4chtigt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben konkreten Umsetzungen pr\u00fcft die AG rund um B\u00fcrgermeister Thomas Lenk Konzepte und Projekte anderer St\u00e4dte. Dabei ist ihm der interkommunale Austausch und stetige Netzwerkarbeit ein wichtiges Anliegen: \u201eDas Sicherheitsempfinden unseren Gerschen Bev\u00f6lkerung ist individuell und ver\u00e4ndert sich nicht von heute auf morgen. Das ist uns bewusst. Umso wichtiger ist es, hier keinen kurzfristigen Aktionismus zu pr\u00e4sentieren, sondern im Gremium AG Urbane Sicherheit und in der Stadtverwaltung nach nachhaltigen L\u00f6sungen zu suchen, die viele Jahre lang rechtssicher bleiben und bestehen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nachteulen und Sicherheitsdienstleistungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Eulen-Projekt (Einsatz und Unterst\u00fctzung f\u00fcr urbane Lebensqualit\u00e4t) ist ein bew\u00e4hrtes Sicherheits- und Unterst\u00fctzungsangebot, das bereits in Erfurt erfolgreich eingesetzt wird. Es richtet sich an Betroffene von \u00dcbergriffen, Diskriminierung sowie an Menschen, die mit Snacks oder M\u00fcllt\u00fcten, sowie die bei kleineren Verletzungen Unterst\u00fctzung ben\u00f6tigen, wenn sie in der Innenstadt unterwegs sind. Die sogenannten Nachteulen, meist ehrenamtliche Helfer, stehen den Hilfesuchenden an den Einsatzwochenenden freitags und samstags von 20 Uhr bis 2 Uhr vorrangig in der Innenstadt und an Brennpunkten zur Seite. Das Projekt ist ein niedrigschwelliges Angebot auf der Ebene \u201eB\u00fcrger helfen B\u00fcrgern\u201c. Die Ehrenamtlichen, die als vorgelagerte Instanz vor dem Einsatz der Polizei und den Ordnungsbeh\u00f6rden, t\u00e4tig werden, k\u00f6nnen Situationen effektiv beruhigen und in sich anbahnenden Konfliktsituationen vermitteln. Der Erfolg in Erfurt hat dazu gef\u00fchrt, dass die Arbeitsgruppe derzeit pr\u00fcft, ob und wie das Eulen-Konzept in Gera eingef\u00fchrt werden kann. Dabei werden die \u00f6rtlichen Gegebenheiten, der Bedarf sowie technische und organisatorische Voraussetzungen analysiert. Ziel ist es, eine bedarfsgerechte L\u00f6sung zu entwickeln, die auf die spezifischen Bed\u00fcrfnisse der Stadt Gera abgestimmt ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Video\u00fcberwachung: Chancen und Grenzen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Stadt Gera bekr\u00e4ftigt ihr Engagement f\u00fcr eine rechtskonforme und verantwortungsvolle Video\u00fcberwachung im \u00f6ffentlichen Raum. W\u00e4hrend die Polizei in Erfurt am Anger bereits \u00dcberwachungskameras einsetzt, ist eine solche Ma\u00dfnahme in Gera bislang nicht m\u00f6glich. Das Th\u00fcringer Innenministerium hat ausdr\u00fccklich betont, dass \u00dcberwachungskameras an der zentralen Haltestelle Heinrichstra\u00dfe und anderen \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen in Gera nach derzeitiger Rechtslage nicht vorgesehen sind. Der Geraer Stadtrat hat in seiner Sitzung Anfang April mit gro\u00dfer Mehrheit beschlossen, die Stadtverwaltung zu unterst\u00fctzen, die Einf\u00fchrung einer rechtssicheren Video\u00fcberwachung im Stadtgebiet durch das Th\u00fcringer Innenministerium zusammen mit der Polizei zu pr\u00fcfen. Dieser Beschluss ist ein klares Signal daf\u00fcr, dass die Stadt Gera die Sicherheitslage verbessern m\u00f6chte, ohne die rechtlichen Rahmenbedingungen zu verletzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hintergrund ist die Debatte um die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit und Finanzierung einer solchen Ma\u00dfnahme. Gera fordert vom Th\u00fcringer Innenministerium klare Unterst\u00fctzung und eine transparente Pr\u00fcfung der rechtlichen Voraussetzungen. Der Th\u00fcringer Koalitionsvertrag, in dem die Unterst\u00fctzung f\u00fcr Kommunen bei der Umsetzung von Video\u00fcberwachung ausdr\u00fccklich festgeschrieben ist, ist f\u00fcr die Stadt Gera ein verbindliches und verl\u00e4ssliches Dokument zur gemeinsamen zielgerichteten Zusammenarbeit zwischen Land und Kommune.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ma\u00dfnahmen gegen Ruhest\u00f6rungen und Missbrauch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Hofwiesenparkplatz, ein bekannter Treffpunkt f\u00fcr illegales Driften und n\u00e4chtliche Ruhest\u00f6rungen, stand ebenfalls mehrfach auf der Tagesordnung. Hier wurde bisher die Einf\u00fchrung eines Schrankensystems mit Kennzeichenerfassung gepr\u00fcft, um die Zufahrt zu reglementieren. Diese Daten k\u00f6nnen aufgrund der Zweckbindung allerdings nur zur Auswertung der Parkgeb\u00fchren genutzt werden, nicht aber zu dem Zweck der Feststellung von Ordnungswidrigkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Da die zielf\u00fchrende, datenschutzkonforme und wirtschaftliche Einf\u00fchrung eines solchen Systems derzeit nicht eindeutig umsetzbar ist, wird versucht, dem Thema anderweitig Abhilfe zu schaffen. Grunds\u00e4tzlich denkbar sind die Einrichtung von mobilen Temposchwellen. Auch hier werden in den kommenden Sitzungen der AG Urbane Sicherheit m\u00f6gliche Herangehensweisen und Umsetzungsideen fortf\u00fchrend diskutiert. Bereits umgesetzt wurden Abstellverbotszonen f\u00fcr E-Scooter im Innenstadtbereich, um Falschparken und unsachgem\u00e4\u00dfe Nutzung zu minimieren. Die Kooperation und Zusammenarbeit mit dem Anbieter wird weiterhin intensiv verfolgt, um die Einhaltung der Regeln sicherzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ausblick und neue Schwerpunkte 2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das erste Jahr der AG \u201eUrbane Sicherheit\u201c in Gera zeigt, dass durch eine koordinierte, interdisziplin\u00e4re Herangehensweise die Sicherheit in der Stadt sp\u00fcrbar verbessert werden kann. Die vielf\u00e4ltigen Ma\u00dfnahmen reichen von technischen L\u00f6sungen \u00fcber pr\u00e4ventive Strategien bis hin zu gemeinschaftlichen Initiativen. F\u00fcr die Zukunft bleibt die Herausforderung, die Balance zwischen Sicherheit, Datenschutz und b\u00fcrgerlicher Akzeptanz zu wahren. Die Stadt Gera ist auf einem guten Weg, eine sichere und lebendige Stadt f\u00fcr alle ihre B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger zu gestalten \u2014 mit engagierten Mitgliedern der AG, innovativen Ideen und einer klaren Vision f\u00fcr eine sichere urbanen Gemeinschaft. Die AG Urbane Sicherheit plant, die bestehenden Ma\u00dfnahmen fortzuf\u00fchren und durch innovative Konzepte zu erg\u00e4nzen. Zudem soll die Diskussion rund um Themen wie \u00f6ffentliches Grillen, Alkoholkonsum in der \u00d6ffentlichkeit oder die Bek\u00e4mpfung von M\u00fcll- und Dreckproblemen noch intensiver gef\u00fchrt werden, um die Probleme gemeinsam f\u00fcr die Stadt Gera nachhaltig und erfolgreich anzugehen.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Ein Jahr nach Gr\u00fcndung der Arbeitsgruppe \u201eUrbane Sicherheit\u201c in Gera l\u00e4sst sich feststellen, dass die Initiative einen strukturellen Beitrag zur Verbesserung der \u00f6ffentlichen Sicherheit in der Stadt geleistet hat. 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