{"id":42476,"date":"2026-05-04T13:26:28","date_gmt":"2026-05-04T11:26:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=42476"},"modified":"2026-05-04T13:26:29","modified_gmt":"2026-05-04T11:26:29","slug":"mineralien-aus-dem-kuhbergbruch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2026\/05\/04\/mineralien-aus-dem-kuhbergbruch\/","title":{"rendered":"MINERALIEN AUS DEM KUHBERGBRUCH"},"content":{"rendered":"\n<p>Aus Anlass des Internationalen Museumstags er\u00f6ffnet das Museum f\u00fcr Naturkunde Gera am 17. Mai 2026 um 11 Uhr die Neupr\u00e4sentation der Mineralien aus dem Kuhbergbruch in Neum\u00fchle\/Greiz. M\u00f6glich wurde das durch eine \u00fcber 2000 St\u00fccke umfassende hochkar\u00e4tige Sammlung, die dem Museum gestiftet wurde. Seit 1916 ist das der umfangreichste mineralogische Neuzugang in den Geraer Museen!<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kuhbergbruch (Steinbruch) im Greizer Stadtteil Neum\u00fchle\/Elster war mit nur kurzen Unterbrechungen \u00fcber 90 Jahre in Betrieb. In den 1890er Jahren begann der Abbau des Gesteins Meta-Granitoid zur Herstellung von Splitt und Schotter mittels m\u00fchseliger Handarbeit. Erst 1926 folgte die Mechanisierung des Abbaus durch die Errichtung einer Brecheranlage und einer Seilbahn zum Transport des abgebauten Gesteins. Nach der Stilllegung zwischen 1942 und 1945 wurde der Bergbau in den 1950er Jahren intensiviert und dauerte bis zur Einstellung der Produktion 1985 an. Anschlie\u00dfend \u00fcbernahm der damalige staatliche Fortwirtschaftsbetrieb das Gel\u00e4nde. Derzeit geh\u00f6rt ein Teil des Gel\u00e4ndes der Th\u00fcringenforst A\u00f6R (Anstalt des \u00f6ffentlichen Rechts) und ein zweiter Teil einem holzverarbeitenden Betrieb. Das Betreten ist nicht gestattet.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch seine attraktiven Mineralien war der Steinbruch \u00fcber Jahrzehnte Treffpunk f\u00fcr viele Mineraliensammler aus der ganzen DDR und l\u00f6ste zeitweise ein regelrechtes \u201eBerggeschrei\u201c aus. Auch Dr. Nikolaus Brosig aus Berga besuchte den Steinbruch vor allem in den 1980er Jahren unz\u00e4hlige Male zusammen mit seinen S\u00f6hnen. So wuchs die Mineraliensammlung mit jedem Besuch um ein paar interessante St\u00fccke mehr. Im Ergebnis entstand eine einzigartige, \u00fcber 2000 Mineralstufen umfassende, herausragende Kollektion. Schon nach der Wiedervereinigung Deutschlands und in den 2000er Jahren beteiligte sich Dr. Brosig an wissenschaftlichen Ver\u00f6ffentlichungen \u00fcber die Mineralien des Steinbruchs, wof\u00fcr er interessante St\u00fccke f\u00fcr Fotozwecke und Untersuchungen zur Verf\u00fcgung stellte.<\/p>\n\n\n\n<p>Seine Sammlung von vorz\u00fcglichen Mineralien einer der bedeutendsten Ostth\u00fcringer Mineralfundstellen stiftete Dr. Brosig im Jahr 2025 dem Museum f\u00fcr Naturkunde Gera und damit der \u00d6ffentlichkeit. Eine abwechslungsreiche Auswahl der repr\u00e4sentativsten Mineralstufen wird deshalb ab dem 17. Mai 2026 dauerhaft in der st\u00e4ndigen Ausstellung des Museums pr\u00e4sentiert. Sie bietet einen Einblick in die etwa 75 Arten umfassende Mineralvielfalt des Aufschlusses. Au\u00dferdem w\u00fcrdigt die Ausstellung das enorme Engagement des Sammlers Dr. Nikolaus Brosig, der die mineralogischen Kostbarkeiten barg, untersuchte und sorgf\u00e4ltig aufbewahrte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Besucher erwarten formenreiche, teils wasserklare oder mit Einschl\u00fcssen gef\u00fcllte Quarz-Kristalle und Kristallaggregate vom filigranen Bergkristall-Zepter bis zu kopfgro\u00dfen skurril aufgebauten Kristallgruppen, die teilweise gereinigt wurden, aber auch hin und wieder bewusst im Fundzustand belassen wurden. Herausragend sind dabei die mit nadeligen Antimon-Mineralien gef\u00fcllten Quarz-Kristalle, die das hochempfindliche Nadel-Geflecht regelrecht \u201ekonservierten\u201c. Au\u00dferdem dominieren die vielf\u00e4ltigen und f\u00fcr den Kuhbergbruch charakteristischen Antimon-Minerale wie z. B. Antimonit (Stibnit), Boulangerit, Jamesonit, Semseyit und Zinkenit die Schau. Diese Mineralien erregten in den 1980er Jahren sogar kurzzeitig die Aufmerksamkeit der Kommerziellen Koordinierung (\u201eKoKo\u201c) der DDR. Schlie\u00dflich ist der Kuhbergbruch eine von nur zwei Fundstellen des Minerals Semseyit in ganz Th\u00fcringen. Die \u201eNeum\u00fchler\u201c Zinkenite geh\u00f6ren neben jenen von Wolfsberg in Sachsen-Anhalt zu den besten ihrer Art in ganz Deutschland! Auch die leuchtend gelben Pseudomorphosen (Umwandlungen) von Antimonoxiden nach den strahligen und feinnadeligen Antimonerzen sind durch beeindruckende Exemplare in der Ausstellung vertreten. Sie alle hat Dr. Nikolaus Brosig teils in der hohlen Hand behutsam nach Hause getragen. Umso erfreulicher ist es, dass seine Sammlung in Zukunft interessierten Museumsbesuchern, aber auch Wissenschaftlern zur Verf\u00fcgung stehen wird. Bei einigen Fundst\u00fccken ist nach wie vor noch nicht klar, um welche Mineralien es sich \u00fcberhaupt handelt. Zuk\u00fcnftige Untersuchungen k\u00f6nnten also noch weitere Mineralarten dieser klassischen Mineralfundstelle im th\u00fcringischen Landkreis Greiz offenbaren.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: MUSEUM F\u00dcR NATURKUNDE<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Aus Anlass des Internationalen Museumstags er\u00f6ffnet das Museum f\u00fcr Naturkunde Gera am 17. Mai 2026 um 11 Uhr die Neupr\u00e4sentation der Mineralien aus dem Kuhbergbruch in Neum\u00fchle\/Greiz. 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