{"id":4284,"date":"2018-07-21T10:23:14","date_gmt":"2018-07-21T08:23:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=4284"},"modified":"2018-11-19T01:49:53","modified_gmt":"2018-11-19T00:49:53","slug":"die-erhaltung-des-bestandes-billiger-arbeitskraefte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2018\/07\/21\/die-erhaltung-des-bestandes-billiger-arbeitskraefte\/","title":{"rendered":"DIE ERHALTUNG DES BESTANDES BILLIGER ARBEITSKR\u00c4FTE"},"content":{"rendered":"<p>Das Thema Migration wird Europa auch in den n\u00e4chsten Jahren besch\u00e4ftigen. W\u00e4hrend sich in Afrika unz\u00e4hlige Menschen in Bewegung setzen, geht man in der EU daran, einheitliche Standards f\u00fcr die Zuwanderung zu schaffen. Die Zust\u00e4ndigkeiten in der Asylpolitik sollen von der nationalen auf die europ\u00e4ische Ebene verlagert werden. EU-Richtlinien, welche den einzelnen Staaten Handlungsspielraum erm\u00f6glichen, k\u00f6nnten im Zuge der Reform durch unmittelbar anzuwendende EU-Verordnungen ersetzt werden. Beobachter gehen allgemein von einer weiteren Zunahme der Wanderungsbewegungen aus. Die Politik habe die Aufgabe, diese nach bestimmten Gesichtspunkten zu regulieren.<\/p>\n<p>Wonach sie sich orientiert, zeigt u. a. ein Dokument der Vereinten Nationen \u00fcber die \u201eBestanderhaltungsmigration\u201c (siehe http:\/\/www.un.org\/esa\/population\/publications\/migration\/execsumGerman.pdf). Sie wird als L\u00f6sung f\u00fcr den R\u00fcckgang und die Alterung der Bev\u00f6lkerung in Betracht gezogen. Untersucht wurden L\u00e4nder und Regionen, \u201ederen Fruchtbarkeitsziffern allesamt unter dem Bestandserhaltungsniveau liegen\u201c.<br \/>\nDemnach br\u00e4uchte Deutschland j\u00e4hrlich 3,6 Millionen Zuwanderer, um das Verh\u00e4ltnis zwischen der Zahl der Menschen im erwerbsf\u00e4higen Alter (15 bis 64 Jahre) und der Zahl der Senioren (65 Jahre oder \u00e4lter), auf dem h\u00f6chsten Stand zu erhalten, den es ohne Migration nach 1995 erreichen w\u00fcrde. Andernfalls drohe, dass die \u201eObergrenze der Bev\u00f6lkerung im erwerbsf\u00e4higen Alter auf etwa 75 Jahre angehoben\u201c wird.<br \/>\nWeiter hei\u00dft es dort: \u201eDer prognostizierte Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgang und -alterungsprozess wird tiefgreifende und weitreichende Folgen haben und die Regierungen zwingen, zahlreiche \u00fcberkommene Ma\u00dfnahmen und Programme im wirtschaftlichen, sozialen und politischen Bereich, so auch soweit sie die Zuwanderung aus dem Ausland betreffen, neu zu bewerten.\u201c<\/p>\n<p>Hinter der UN sollen sich Vereinigungen wie der Lucis-Trust (siehe &#8222;https:\/\/www.lucistrust.org\/&#8220;), die Fabian-Gesellschaft (siehe &#8222;https:\/\/fabians.org.uk\/&#8220;) und das Tavistock-Institut (siehe &#8222;http:\/\/www.tavinstitute.org\/&#8220;) verbergen.<\/p>\n<p>UNO-Generalsekret\u00e4r Guterres bezeichnete die Fl\u00fcchtlingsbewegung vorab der UNO-Vollversammlung als positives weltweites Ph\u00e4nomen. Das meldete u. a. der Deutschlandfunk am 13. Juli 2018 in seinen Nachrichten. Vor Journalisten in New York verwies er darauf, dass Migranten ein bemerkenswerter Antrieb f\u00fcr das Wirtschaftswachstum seien. Die UNO-Vollversammlung einigte sich auf einen globalen Migrationsvertrag. Im Dezember 2018 soll er in Marokko beschlossen werden. Geordnete und legale Migration k\u00f6nne gelingen, wenn sie gut geplant werde und im Konsens geschehe, hie\u00df es. \u00c4hnlich hatte sich vor l\u00e4ngerer Zeit bereits Bundeskanzler Angela Merkel ge\u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p>In Afrika ist ab dem Jahre 2019 mit gr\u00f6\u00dferen Wanderungsbewegungen zu rechnen. Dann gilt die Personenfreiz\u00fcgigkeit f\u00fcr 27 L\u00e4nder der Afrikanischen Union. Die dortigen Menschen k\u00f6nnten diese nutzen, um ohne Visum und Grenzkontrollen nach Norden zu reisen, mit dem Ansinnen, in die EU \u00fcberzuwechseln. Die koordinierte afrikanische Migrationspolitik war bereits Thema bei den Potsdamer Fr\u00fchjahrsgespr\u00e4chen 2016. In dem Bericht zur Konferenz (siehe https:\/\/www.sef-bonn.org\/fileadmin\/Die_SEF\/Veranstaltungen\/PFG\/2016_pfg_doku_de.pdf) hei\u00dft es u. a.:<\/p>\n<blockquote><p>Angesichts dessen, dass bis zum Jahr 2050 eine Verdopplung der afrikanischen Bev\u00f6lkerung vorausgesagt wird, m\u00fcssten im gleichen Zeitraum ca. 110 Millionen neue Jobs geschaffen werden, um die aktuelle und zuk\u00fcnftige Erwerbsbev\u00f6lkerung zu absorbieren. Arbeitsmobilit\u00e4t zu vereinfachen solle damit Hand in Hand gehen, waren sich die Teilnehmenden einig. H\u00e4ufig w\u00fcrden Aufnahmegemeinden und Regierungen zwar einsehen, dass ArbeitsmigrantInnen ben\u00f6tigt werden, aber \u201esie m\u00f6gen schlichtweg die Menschen nicht,\u201c veranschaulichte Faal. Um dem entgegenzuwirken m\u00fcssten Migration und Mobilit\u00e4t mehr als Wirtschaftsfaktor verkauft werden, forderte Takyiwah Manuh, Direktorin der Abteilung f\u00fcr soziale Entwicklungspolitik bei der UNEC.<\/p><\/blockquote>\n<p>In Rundfunk und Presse kaum erw\u00e4hnt wird die europ\u00e4isch-afrikanische Erkl\u00e4rung zur Migration, die \u201eMarrakesh Political Declaration\u201c vom 2. Mai 2018. Diese beinhaltet den \u201eMarrakesh Action Plan 2018\u20132020\u201c. Einige, wie zum Beispiel die ungarische Regierung, sind der Ansicht, dieser Plan bereite die Legalisierung der &#8222;Masseneinwanderung&#8220; aus Afrika vor.<\/p>\n<p>Bei der Steuerung der Migration stehen, wie die Dokumente vermuten lassen, vor allem wirtschaftliche Aspekte im Vordergrund. Kritikern zufolge werden hier die Interessen global agierender Konzerne bedient, denn bislang mussten diese ihre Produktion jeweils in das Land mit den niedrigsten Lohnkosten verlagern. Durch eine intelligente und gezielte Steuerung der Wanderungsbewegungen k\u00f6nne sich dies teilweise er\u00fcbrigen. Eine bedeutende Folgeerscheinung sei es, dass bei einem \u00dcberangebot an Arbeitskr\u00e4ften deren Preis nach unten tendiere. Gezielte Protestbewegungen k\u00e4men kaum zustande, denn in einer ethnisch durchmischten und vielsprachigen Gesellschaft herrschten in der Regel gegenseitige Vorbehalte, sodass ein gemeinsames Vorgehen gegen \u00fcbergeordnete Instanzen unwahrscheinlich sei. Eher w\u00fcrde es untereinander Anfeindungen geben, mit der Folge einer zunehmenden \u00dcberwachung der Allgemeinheit und Aufr\u00fcstung der Sicherheitskr\u00e4fte.<\/p>\n<p>Was die Bedeutung der koordinierten Migration anbelangt, verweisen Kritiker auf die Zeit nach der von ihnen erwarteten Finanz- und Wirtschaftskrise. Diese werde n\u00e4mlich Entlassungen zur Folge haben. Die Nachfolger f\u00fcr die n\u00e4chste Phase st\u00fcnden dann schon bereit und w\u00fcrden zu ganz anderen Bedingungen eingestellt \u2013 etwa wie jene im spanischen &#8222;Mar del Pl\u00e1stico&#8220; oder den europ\u00e4ischen Schlachtfabriken.<\/p>\n<p>Glaubt man diesen Ausf\u00fchrungen, k\u00f6nnte man zu dem Schluss gelangen, alles folge einem durchdachten Plan. Dies l\u00e4sst sich allerdings nicht belegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Das Thema Migration wird Europa auch in den n\u00e4chsten Jahren besch\u00e4ftigen. W\u00e4hrend sich in Afrika unz\u00e4hlige Menschen in Bewegung setzen, geht man in der EU daran, einheitliche Standards f\u00fcr die Zuwanderung zu schaffen. 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