{"id":42892,"date":"2026-06-01T16:06:42","date_gmt":"2026-06-01T14:06:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=42892"},"modified":"2026-06-01T16:06:43","modified_gmt":"2026-06-01T14:06:43","slug":"jury-trifft-entscheidung-zum-15-aenne-biermann-preis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2026\/06\/01\/jury-trifft-entscheidung-zum-15-aenne-biermann-preis\/","title":{"rendered":"JURY TRIFFT ENTSCHEIDUNG ZUM 15. AENNE-BIERMANN-PREIS"},"content":{"rendered":"\n<p>Am 21. April 2026 fand im Museum f\u00fcr Angewandte Kunst die Jury-Sitzung zum 15. Aenne-Biermann-Preis statt. Insgesamt waren zuvor 548 Bewerbungen eingegangen. Aus den 20 Positionen der Kurzliste wurden die folgenden Preistr\u00e4ger ausgew\u00e4hlt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Raisan Hameed, erster Preis in der Kategorie Hauptpreis f\u00fcr das Werk \u201eAfter Image\u201c, geboren 1991, lebt in Hamburg<\/li>\n\n\n\n<li>Martin Ruckert, zweiter Preis in der Kategorie Hauptpreis f\u00fcr das Werk \u201eBaryt 2.57\u201c, geboren 1992, lebt in Leipzig<\/li>\n\n\n\n<li>Nora Schwarz, dritter Preis in der Kategorie Hauptpreis f\u00fcr das Werk \u201eSongs of the Taiga\u201c, geboren 1991, lebt in Hamburg<\/li>\n\n\n\n<li>Benjamin Friedle, Honorable Mention f\u00fcr das Werk \u201eWorte aus Bildern aus Fotos aus Formen\u201c, geboren 1999, lebt in Leipzig<\/li>\n\n\n\n<li>Anika Werk, Amateurpreis f\u00fcr das Werk \u201eWarum?\u201c, geboren 2001, lebt in Berlin<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>\u201eAfter Image\u201c verbindet ein digitales Archiv aus Google-Street-View-Bildern des Irak mit einem pers\u00f6nlichen Familienarchiv und untersucht dabei insbesondere visuelle L\u00fccken, St\u00f6rungen und Fragmentierungen: Die verpixelten Gesichter und zerst\u00f6rten Panoramen im Street-View stehen den Fotografien aus dem Familienarchiv gegen\u00fcber, die 2003 im Krieg besch\u00e4digt wurden. Sie werden so zu Spuren von Krieg und technologischer Kontrolle, die zeigen, wie Sichtbarkeit erzeugt und zugleich eingeschr\u00e4nkt wird. Die Arbeit versteht die Bilder als \u201eNachbilder\u201c, in denen K\u00f6rper nicht mehr als stabile Darstellungen erscheinen, sondern als fragile Spuren, gepr\u00e4gt von Erinnerung, Gewalt und Technologie.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eBaryt 2.57\u201c widmet sich den verborgenen Fertigungsprozessen der analogen Fotografie. Die Bildreihe zeigt die sonst unsichtbaren Komponenten \u2013 Vorg\u00e4nge und Materialien \u2013 analoger Bilder und gew\u00e4hrt einen Einblick hinter die Kulissen der Bildproduktion. Die Schwarz-Wei\u00df-Aufnahmen sind gepr\u00e4gt von Abdr\u00fccken und Schatten \u2013 Spuren einer k\u00f6rperlichen Pr\u00e4senz, die auf die Arbeit des Fotografen in der Dunkelkammer verweisen. Ruckert arbeitet zudem mit Fotogrammen, die zwischen den abgebildeten Werkzeugen erscheinen und sich unauff\u00e4llig in die Kompositionen einf\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSongs of the Taiga\u201c thematisiert das Verschwinden eines der letzten Ur- und Naturwaldvorkommen Europas durch gro\u00dffl\u00e4chige Abholzung in Schweden. Die schwedische boreale Taiga ist nicht nur essenziell f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t und den Klimaschutz, sie ist auch Heimat der S\u00e1mi, der letzten indigenen Gemeinschaft Europas. Die Fotostrecke begleitet Menschen, deren Leben, Arbeit und Kultur auf dem intakten Wald beruhen und die sich zu dessen Schutz einsetzen. Erg\u00e4nzt wird die Bildreihe von Aufnahmen des Waldes.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWorte aus Bildern aus Fotos aus Formen\u201c untersucht, wie sich durch k\u00fcnstliche Intelligenz die Grenzen zwischen digitaler und realer Bildwelt aufl\u00f6sen und wie Fotografie als allgegenw\u00e4rtige Sprache unsere Wahrnehmung pr\u00e4gt. In einem Zusammenspiel aus Text, Bild und Objekt thematisiert die Arbeit, wie algorithmische Prozesse, Simulation und Speicherstrukturen zu zentralen Bestandteilen der zeitgen\u00f6ssischen Bildproduktion geworden sind.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWarum?\u201c widmet sich in Aufnahmen von K\u00f6rpern und B\u00e4umen dem Sichtbarmachen von Gef\u00fchlswelten, mit dem Ziel, f\u00fcr unausgesprochene Gewalt zu sensibilisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bewertungskommission war zusammengesetzt aus:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Dr. Simone F\u00f6rster, Sammlungsleiterin Stiftung Ann und J\u00fcrgen Wilde, Pinakothek der Moderne<\/li>\n\n\n\n<li>Dirk Hoffmann, Sachbearbeiter der Sammlungen im Museum f\u00fcr Angewandte Kunst<\/li>\n\n\n\n<li>Andrea Karle, Referentin f\u00fcr Kunst und Kultur und stellvertretender Vorsteher der Kulturstiftung des Freistaats Th\u00fcringen<\/li>\n\n\n\n<li>Holger Peter Saupe, Leiter der Kunstsammlung Gera<\/li>\n\n\n\n<li>Stefanie Schroeder, Preistr\u00e4gerin des 14. Aenne-Biermann-Preises<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Die Arbeiten der Fotografinnen und Fotografen werden ab dem 23. September 2026 in der Ausstellung am Museum f\u00fcr Angewandte Kunst zu sehen sein.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Am 21. April 2026 fand im Museum f\u00fcr Angewandte Kunst die Jury-Sitzung zum 15. Aenne-Biermann-Preis statt. Insgesamt waren zuvor 548 Bewerbungen eingegangen. Aus den 20 Positionen der Kurzliste wurden die folgenden Preistr\u00e4ger ausgew\u00e4hlt: \u201eAfter Image\u201c <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2026\/06\/01\/jury-trifft-entscheidung-zum-15-aenne-biermann-preis\/\" title=\"JURY TRIFFT ENTSCHEIDUNG ZUM 15. 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