{"id":44619,"date":"2026-09-21T00:46:13","date_gmt":"2026-09-20T22:46:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=44619"},"modified":"2026-09-21T00:46:15","modified_gmt":"2026-09-20T22:46:15","slug":"restauriertes-gemaelde-galantes-fest-im-otto-dix-haus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2026\/09\/21\/restauriertes-gemaelde-galantes-fest-im-otto-dix-haus\/","title":{"rendered":"RESTAURIERTES GEM\u00c4LDE \u201eGALANTES FEST\u201c IM OTTO-DIX-HAUS"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Welch eine Idylle \u2013 an einem sonnigen Sommertag sitzen zwei junge Paare, gekleidet in gl\u00e4nzende Seide, die in zarten Pastellt\u00f6nen schimmert, auf dem Gras am Rande eines lauschigen Parks. Beide P\u00e4rchen singen und musizieren jeweils miteinander und schmachten sich dabei gegenseitig an. Ein Fl\u00f6tenspieler begleitet sie, w\u00e4hrend sich zwei weitere, miteinander plaudernde Damen der Gruppe n\u00e4hern.<br>Die hellen Farben, die leichth\u00e4ndige, fast fl\u00fcchtige Pinself\u00fchrung sowie die lockere, asymmetrische Anordnung der Figuren und die flie\u00dfenden \u00dcberg\u00e4nge zwischen den Gruppierungen erwecken den Eindruck von Unbeschwertheit.<br>Die Szene spielt sich in einer idealisierten Landschaft ab \u2013 eine mit Vasen bestandene Parkmauer f\u00fchrt den Blick des Betrachters in die Ferne, die in leichtem Dunst liegt. Links im Hintergrund ragt hinter B\u00e4umen ein Palais heraus. Neben einer klassischen Skulptur im Vordergrund bemerkt man auf der rechten Seite eine S\u00e4ulenreihe mit ionischen Kapitellen, beides seinerzeit beliebte dekorative Zitate der Antike.<br>Die Darstellung ist ein typisches Beispiel f\u00fcr die Malerei des Rokoko zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Im Gegensatz zu der monumentalen und prunkvollen Kunst des Barock, die zum Ausdruck absolutistischer Herrschaftsanspr\u00fcche diente, wirkt das darauffolgende Zeitalter des Rokoko leicht, elegant und verspielt. Wer es sich leisten konnte, zog sich in dieser Epoche voller politischer und gesellschaftlicher Umbr\u00fcche in eine eigene Welt zur\u00fcck, die von Eleganz, Raffinesse und Verspieltheit gepr\u00e4gt war. Ein Ausdruck dieser Weltflucht ist die Bildgattung der sogenannten \u201eF\u00eates galantes\u201c (galante Feste), die vornehme Gesellschaften bei Musik, Tanz und (Liebes)Spiel inmitten idyllischer Landschaften zum Thema hat.<br>Einer der ersten und wichtigsten K\u00fcnstler, der auf diese Weise aristokratischen Vergn\u00fcgungen im Freien als eigenes Bildthema w\u00e4hlte, war Jean-Antoine Watteau. Mit seinen Darstellungen galanter Szenen, die den gr\u00f6\u00dften Teil seines Gesamtschaffens ausmachen, pr\u00e4gte er nicht allein die Kunst, sondern auch die Mode seiner Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gem\u00e4lde \u201eGalantes Fest\u201c aus dem Bestand der Kunstsammlung Gera ist ebenfalls diesem Genre zugeh\u00f6rig. Seit 1960 in st\u00e4dtischem Eigentum, war es in einem recht bedauernswerten Zustand, die Leinwand deformiert, die Oberfl\u00e4che stark verschmutzt. Dank einer k\u00fcrzlich vorgenommenen Restaurierung erstrahlen die brillanten Farben wieder in ihrem alten Glanz. Doch diese Restaurierung brachte noch mehr zu Tage: Bei der Reinigung der Oberfl\u00e4che legte die Restauratorin eine bisher verborgene Beschriftung frei: die zwar nicht Watteau lautet, aber immerhin mit W signiert ist! Der unbekannte Maler steht jedenfalls im besten Sinne in der Tradition des gro\u00dfen Malers der galanten Szenerien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis zum 18. Oktober 2026 ist das Gem\u00e4lde \u201eGalantes Fest\u201c, zusammen mit weiteren Werken, in der Ausstellung \u201efeste feiern! Eine bunte Werkauswahl aus der Kunstsammlung Gera\u201c im Otto-Dix-Haus zu bestaunen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">TEXT: CLAUDIA SCH\u00d6NJAHN<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Welch eine Idylle \u2013 an einem sonnigen Sommertag sitzen zwei junge Paare, gekleidet in gl\u00e4nzende Seide, die in zarten Pastellt\u00f6nen schimmert, auf dem Gras am Rande eines lauschigen Parks. 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