{"id":44959,"date":"2026-10-13T11:03:59","date_gmt":"2026-10-13T09:03:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=44959"},"modified":"2026-10-13T11:22:31","modified_gmt":"2026-10-13T09:22:31","slug":"aenne-biermann-preis-verliehen-ausstellung-im-mak-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2026\/10\/13\/aenne-biermann-preis-verliehen-ausstellung-im-mak-2\/","title":{"rendered":"AENNE-BIERMANN-PREIS VERLIEHEN \u2014 AUSSTELLUNG IM MAK"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 22. September 2026 wurde im Museum f\u00fcr Angewandte Kunst die Sonderausstellung zum 15. Aenne-Biermann-Preis f\u00fcr deutsche Gegenwartsfotografie feierlich er\u00f6ffnet. Die Ausstellung pr\u00e4sentiert die von der Jury ausgew\u00e4hlten und ausgezeichneten fotografischen Arbeiten der diesj\u00e4hrigen Wettbewerbsausgabe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Er\u00f6ffnung sprachen Dr. Hendrik Ziegenbein, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Gera-Greiz, Kulturamtsleiter Felix Eckerle, Dr. Verena Titze-Winter von der Sparkassen-Versicherung sowie Andrea Karle, Jurymitglied und Referentin der Kulturstiftung des Freistaats Th\u00fcringen. Im Anschluss an die Gru\u00dfworte wurden den Preistr\u00e4gerinnen und Preistr\u00e4gern ihre Urkunden \u00fcberreicht. Damit wurden die Auszeichnungen im Rahmen der feierlichen Er\u00f6ffnung offiziell gew\u00fcrdigt, bevor die Ausstellung f\u00fcr das Publikum ge\u00f6ffnet wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit insgesamt 548 Bewerbungen verzeichnete die 15. Edition die h\u00f6chste Beteiligung in der Geschichte des Preises. Bewerbungen gingen aus ganz Deutschland ein. Erstmals wurde zudem die Unterkategorie \u201eAmateurpreis\u201c eingef\u00fchrt. Aus den eingereichten Portfolios zeichnete die Jury bei der finalen Jurierung am 21. April 2026 f\u00fcnf Beitr\u00e4ge aus, die nun in der Ausstellung pr\u00e4sentiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die ausgew\u00e4hlten und pr\u00e4mierten Werke greifen aktuelle politische und gesellschaftliche Themen auf. Sie befassen sich mit den Folgen der Abholzung f\u00fcr eine der letzten indigenen Gemeinschaften Europas, thematisieren h\u00e4usliche Gewalt und die Rolle des Sichtbaren und des nicht Sichtbaren in fotografischen Aufnahmen. Sie zeigen analoge Fotografie als selbstbezogene Kunstform und den Wandel der Bildsprache im Zeitalter von K\u00fcnstlicher Intelligenz und Digitalisierung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Preistr\u00e4gerinnen und Preistr\u00e4ger Raisan Hameed, Martin Ruckert, Nora Schwarz, Benjamin Friedle und Anika Werk stehen mit ihren Werken daf\u00fcr, wie unterschiedlich K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler heute auf gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen, pers\u00f6nliche Erfahrungen und den Wandel des Mediums Fotografie reagieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">PREISTR\u00c4GER<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>I. Preis: Raisan Hameed<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>geboren 1991 in Mosul, Irak<\/li>\n\n\n\n<li>Bild \u201eAfter Image\u201c<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit \u201eAfter Image\u201c f\u00fchrt der irakisch-deutsche K\u00fcnstler Raisan Hameed zwei Bildarchive zusammen, denen visuelle Fehlstellen gemeinsam sind: Aufnahmen von Google-Street-View und Fotografien aus dem eigenen Familienarchiv. Dabei untersucht er insbesondere die visuellen L\u00fccken, St\u00f6rungen und Fragmentierungen in den Bildern. W\u00e4hrend die Google-Street-View-Aufnahmen \u2013 welche Orte aus Hameeds Kindheit zeigen \u2013 von digitalen Fehlstellen wie Ladefehlern und Verpixelungen charakterisiert sind, wurden die analogen Familienaufnahmen 2003 w\u00e4hrend des Kriegs besch\u00e4digt und weisen somit analoge Sch\u00e4den auf. In beiden F\u00e4llen werden die Bilder zu Tr\u00e4gern neuer Botschaften: Sie werden so zu Spuren von Krieg und technologischer Kontrolle, die zeigen, wie Sichtbarkeit erzeugt und zugleich eingeschr\u00e4nkt wird. Hameed macht aus pers\u00f6nlichen Spuren eine universelle Reflexion \u00fcber Krieg, Migration, Erinnerung und technologische Kontrolle. Seine Bilder zeigen, dass Fotografie nicht nur bewahren, sondern ebenso von Verlust, Zerst\u00f6rung und Abwesenheit erz\u00e4hlen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Raisan Hameed studierte Fotografie an der Hochschule f\u00fcr Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB). Von Leipzig aus hat sich der Fotograf inzwischen international einen Namen gemacht. Seine Arbeiten sind derzeit an mehreren Orten zu sehen: Neben Gera stehen in den kommenden Monaten Ausstellungen in Utrecht, Lissabon und Berlin auf dem Programm.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>II. Preis: Martin Ruckert<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>geboren 1992 in Oschatz<\/li>\n\n\n\n<li>Bild \u201eBaryt 2.57\u201c<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eBaryt 2.57\u201c widmet sich den verborgenen Fertigungsprozessen der analogen Fotografie. Die Bildreihe zeigt die sonst unsichtbaren Komponenten \u2013 Vorg\u00e4nge und Materialien \u2013 analoger Bilder und gew\u00e4hrt einen Einblick hinter die Kulissen der Bildproduktion. Die Schwarz-Wei\u00df-Aufnahmen sind gepr\u00e4gt von Abdr\u00fccken und Schatten \u2013 Spuren einer k\u00f6rperlichen Pr\u00e4senz, die auf die Arbeit des Fotografen in der Dunkelkammer verweisen. In seiner Arbeit experimentiert Ruckert auch mit unterschiedlichen Techniken in der Fotoentwicklung. So arbeitet er mit Fotogrammen und Chemigrammen, die zwischen den abgebildeten Werkzeugen erscheinen und sich unauff\u00e4llig in die Kompositionen einf\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Martin Ruckert studierte Fotografie an der Universit\u00e4t an der Folkwang Universit\u00e4t der K\u00fcnste in Essen und ist heute als Fotograf in Leipzig t\u00e4tig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>III. Preis: Nora Schwarz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>geboren 1991 in K\u00f6ln<\/li>\n\n\n\n<li>Bild \u201eSongs of The Taiga\u201c<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eSongs of the Taiga\u201c thematisiert das Verschwinden eines der letzten Ur- und Naturwaldvorkommen Europas durch gro\u00dffl\u00e4chige Abholzung in Schweden. Die schwedische boreale Taiga ist nicht nur essenziell f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t und den Klimaschutz, sie ist auch Heimat der S\u00e1mi, der letzten indigenen Gemeinschaft Europas. Die Fotostrecke begleitet Menschen, deren Leben, Arbeit und Kultur auf dem intakten Wald beruhen und die sich zu dessen Schutz einsetzen. Erg\u00e4nzt wird die Bildreihe von Aufnahmen des Waldes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nora Schwarz studierte Fotografie an der Universit\u00e4t in Hannover und Aarhus\/D\u00e4nemark. Seit 2024 arbeitet sie als Bildredakteurin f\u00fcr die Wochenzeitung \u201eDie Zeit\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Honorable Mention: Benjamin Friedle<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>geboren 1999 in Stuttgart<\/li>\n\n\n\n<li>Worte aus Bildern aus Fotos aus Formen<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Worte aus Bildern aus Fotos aus Formen untersucht, wie sich durch k\u00fcnstliche Intelligenz die Grenzen zwischen digitaler und realer Bildwelt aufl\u00f6sen und wie Fotografie als allgegenw\u00e4rtige Sprache unsere Wahrnehmung pr\u00e4gt. In einem Zusammenspiel aus Text, Bild und Objekt thematisiert die Arbeit, wie algorithmische Prozesse, Simulation und Speicherstrukturen zu zentralen Bestandteilen der zeitgen\u00f6ssischen Bildproduktion geworden sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Benjamin Friedle hat Fotografie und Bildmedien an der Hochschule in Bielefeld studiert. Seit 2025 macht er ein Diplomstudium im Fach Fotografie an der Hochschule f\u00fcr Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Amateurpreis:<\/strong> <strong>Anika Werk<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>geboren 2001 in Berlin<\/li>\n\n\n\n<li>Bild \u201eWarum?\u201c<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWarum?\u201c widmet sich dem Sichtbarmachen von Gef\u00fchlswelten, mit dem Ziel, f\u00fcr unausgesprochene Gewalt zu sensibilisieren. Anika Werk arbeitet dabei mit Bildgegen\u00fcberstellungen: Auf der einen Seite Aufnahmen von K\u00f6rperfragementen gegen\u00fcbergestellt mit assoziativen Bildern aus Natur und Stadt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anika Werk hat im Fr\u00fchjahr ihre Ausbildung zur Fotodesignerin am Lette Verein in Berlin abgeschlossen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"450\" src=\"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/2026_288.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-42893\" srcset=\"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/2026_288.jpg 800w, https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/2026_288-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/2026_288-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/2026_288-678x381.jpg 678w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit 1992 lobt die Stadt Gera in regelm\u00e4\u00dfigen Turnus den Aenne-Biermann-Preis f\u00fcr deutsche Gegenwartsfotografie aus. Er ist der neusachlichen Fotografin Aenne Biermann gewidmet, die in den 1920er- und 1930er-Jahren in Gera t\u00e4tig war. Der Wettbewerb f\u00f6rdert innovative fotografische Leistungen und stellt aktuelle Entwicklungstendenzen der Fotografie vor. Die Ausstellung kann bis zum 14. Februar 2027 besucht werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Am 22. September 2026 wurde im Museum f\u00fcr Angewandte Kunst die Sonderausstellung zum 15. Aenne-Biermann-Preis f\u00fcr deutsche Gegenwartsfotografie feierlich er\u00f6ffnet. 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