{"id":45067,"date":"2026-10-20T12:33:44","date_gmt":"2026-10-20T10:33:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=45067"},"modified":"2026-10-20T12:34:15","modified_gmt":"2026-10-20T10:34:15","slug":"ein-klassiker-der-ddr-gebrauchsgrafik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2026\/10\/20\/ein-klassiker-der-ddr-gebrauchsgrafik\/","title":{"rendered":"EIN KLASSIKER DER DDR-GEBRAUCHSGRAFIK"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Cremefarbener Karton, kr\u00e4ftiges Blau und frisches Gr\u00fcn pr\u00e4gen die Verpackung des \u201eBurger Kn\u00e4ckebrots\u201c. Im Mittelpunkt steht das markante Firmensignet. Ein schwungvoll gestaltetes Versal-B wird von einer stilisierten \u00c4hre mit drei Kornreihen und vier langen Grannen erg\u00e4nzt, die seinen senkrechten Abschluss bildet. Eingefasst in ein blaues Rechteck mit abgerundeten Ecken, leitet es zum handschriftlich gestalteten Schriftzug \u201eBurger\u201c \u00fcber. Eine weitere \u00c4hre verl\u00e4uft diagonal \u00fcber die Verpackung und verbindet den Schriftzug mit dem darunter platzierten, kr\u00e4ftigen \u201eKn\u00e4cke\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entworfen wurden das Signet und die Verpackung 1956\/1957 von den Gebrauchsgrafikern Paul Helmut Becker (1913\u20131998) und Alfred Hoppe (1906\u20131985) f\u00fcr den VEB Burger Kn\u00e4cke-Werk. Die \u00c4hren verweisen auf den Ursprung des Kn\u00e4ckebrots im Getreide, w\u00e4hrend die pr\u00e4gnante Schrift der Verpackung einen einzigartigen und zugleich sachlichen Charakter verleihen. F\u00fcr das Markenzeichen erhielt die Arbeitsgemeinschaft Becker mehrere Auszeichnungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit 1952 arbeitete Becker freischaffend mit Alfred Hoppe und Walther Eifrig zusammen. Als Grafiker unabh\u00e4ngig t\u00e4tig zu sein, war in der DDR durchaus ungew\u00f6hnlich. Der Gro\u00dfteil der Gebrauchsgrafiker war in volkseigenen Betrieben oder Kombinaten fest angestellt oder arbeitete f\u00fcr die DEWAG, die Deutsche Werbe- und Anzeigengesellschaft. Selbstst\u00e4ndige Arbeitsgemeinschaften bildeten die Ausnahme, da es nur einen begrenzten Markt f\u00fcr freie Auftr\u00e4ge gab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter den in der DDR t\u00e4tigen Gebrauchsgrafikern nahm Paul Helmut Becker zudem eine Sonderrolle ein. Etwa alle zwei Jahre war es ihm m\u00f6glich, begr\u00fcndet durch die Krankheitsfolgen aus Kindertagen, zu seinen Eltern in die BRD zu reisen. Becker nutzte diese Zeit zu Marktforschungen. Zu seinem Credo wurde es dabei, genau das Gegenteil von dem zu tun, was die anderen machten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den 1960er-Jahren profitierten Becker und seine Kollegen vom wachsenden Konsumg\u00fcterangebot in der DDR, durch das die Werbung zunehmend an Bedeutung gewann. Ein wichtiges Projekt war die Gestaltung f\u00fcr den VEB Burger Kn\u00e4cke-Werk, dem zahlreiche weitere Auftr\u00e4ge aus der Nahrungs- und Genussmittelindustrie folgten. Sp\u00e4ter sicherten vor allem Verpackungsentw\u00fcrfe f\u00fcr devisenbringende Exportprodukte, die f\u00fcr das nichtsozialistische Wirtschaftsgebiet (NSW) bestimmt waren, die wirtschaftliche Grundlage ihrer Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Verpackung erz\u00e4hlt somit nicht nur von einem knusprigen Brot, sondern er\u00f6ffnet zugleich einen Einblick in die Gestaltungskultur und Warenwelt der DDR.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch bis zum 14. Februar 2027 sind das Burger Kn\u00e4ckebrot und zahlreiche weitere grafische und typografische Erzeugnisse in der Kabinettausstellung \u201ePaul Helmut Becker \u2013 Gebrauchsgrafik zwischen Tradition und Wirtschaftspolitik der DDR\u201c im Museum f\u00fcr Angewandte Kunst Gera zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">TEXT: ANNE-KATHRIN VOGEL<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Cremefarbener Karton, kr\u00e4ftiges Blau und frisches Gr\u00fcn pr\u00e4gen die Verpackung des \u201eBurger Kn\u00e4ckebrots\u201c. Im Mittelpunkt steht das markante Firmensignet. 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