{"id":4553,"date":"2018-08-24T16:01:57","date_gmt":"2018-08-24T14:01:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=4553"},"modified":"2018-08-24T16:04:26","modified_gmt":"2018-08-24T14:04:26","slug":"wiedereroeffnung-der-orangerie-am-24-august-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2018\/08\/24\/wiedereroeffnung-der-orangerie-am-24-august-2018\/","title":{"rendered":"WIEDERER\u00d6FFNUNG DER ORANGERIE AM 24. AUGUST 2018"},"content":{"rendered":"<p>Am Freitag, den 24. August 2018, wird die Orangerie im Geraer K\u00fcchengarten feierlich wiederer\u00f6ffnet. Oberb\u00fcrgermeister Julian Vonarb sowie der Minister f\u00fcr Kultur-, Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei des Freistaats Th\u00fcringen, Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, werden erwartet.<\/p>\n<p>Die Orangerie ist das Ausstellungsgeb\u00e4ude der Kunstsammlung Gera, die in ihrer musealen Arbeit ein zweigleisiges Ausstellungskonzept verfolgt, das einerseits Ausstellungen zu kunstgeschichtlichem Themen und andererseits Projekte in Auseinandersetzung mit zeitgen\u00f6ssischer Kunst beinhaltet.<\/p>\n<p>Durch das Hochwasser im Juni 2013 wurden die Ausstellungsfl\u00fcgel der barocken Orangerie irreversibel besch\u00e4digt und mussten im September 2014 f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Ausstellungsbetrieb geschlossen werden. Um das museale Geb\u00e4ude wieder f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Ausstellungsbetrieb nutzen zu k\u00f6nnen, war es notwendig, den Fu\u00dfboden und Untergrund umfassend zu sanieren.<\/p>\n<p>Zur Schaffung zeitgem\u00e4\u00dfer Ausstellungsbedingungen sowie der Erweiterung des Pr\u00e4sentationsrahmens wurden zudem eine L\u00fcftungs- und Klimaanlage im Nordfl\u00fcgel und ein L\u00fcftungssystem im S\u00fcdfl\u00fcgel der Orangerie eingebaut.<\/p>\n<p>In kontinuierlichen Abst\u00e4nden widmet sich das Museum umfangreicheren, wissenschaftlich fundierten Ausstellungen und thematischen Werkschauen. Dem Schaffen des gro\u00dfen deutschen Malers Otto Dix gilt die besondere Aufmerksamkeit. Mit der st\u00e4ndigen Pr\u00e4sentation der eigenen Gem\u00e4lde im Otto-Dix-Haus und durch zahlreiche Sonderausstellungen ist es gelungen, das Werk des K\u00fcnstlers immer wieder ins \u00f6ffentliche Licht zu r\u00fccken und neue Aspekte beleuchten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Kunstsammlung Gera mit ihrem Otto-Dix-Haus hat sich der Bewahrung und Verbreitung des k\u00fcnstlerischen Erbes von Otto Dix verschrieben. Um sich auch zuk\u00fcnftig dem kulturellen Erbe von Dix angemessen widmen und die Attraktivit\u00e4t der Geraer Dix-Sammlung national wie international aufwerten und Gera zu einem kulturellen Ged\u00e4chtnisort mit starken biografischen Bezug zu Dix profilieren zu k\u00f6nnen, wird zus\u00e4tzlich zum Otto-Dix-Haus im Nordfl\u00fcgel der Orangerie eine Neupr\u00e4sentation der Geraer Otto-Dix-Sammlung zum Sp\u00e4twerk des K\u00fcnstlers eingerichtet. In der Mitte Deutschlands und am authentischen Ort der Herkunft des gro\u00dfen Geraer K\u00fcnstlersohnes kann somit eine charakteristische Werkschau gezeigt werden, die Besonderheiten seiner Entwicklung und Herkunft wie zum Beispiel Fr\u00fchwerk und Sp\u00e4twerk aufweist.<\/p>\n<p>Dazu z\u00e4hlt das expressive Sp\u00e4twerk des K\u00fcnstlers, das nahezu 25 Jahre einnimmt und sich im Zeitrahmen von 1944 bis 1969 entfaltet hat. Dix kehrte 1946 aus der franz\u00f6sischen Kriegsgefangenschaft in seinen Wohnort Hemmenhofen am Bodensee zur\u00fcck. In der wieder gewonnenen Freiheit entlud sich sein aufgestauter Gestaltungsdrang und f\u00fchrte zu einer produktiven Schaffensphase. Allein In den vier folgenden Jahren entstanden knapp 150 Gem\u00e4lde \u2013 Landschaften, Stillleben, zeitbezogene Allegorien, Portr\u00e4ts und Menschendarstellungen \u2013 in denen Dix die malerischen M\u00f6glichkeiten neu auslotet und den radikalen stilistischen Wandel von der bis in die Mitte der 1940er Jahre gepflegten altmeisterlichen Lasurtechnik zur expressiveren Alla-prima-Malerei vollzieht.<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4sentation im Otto-Dix-Haus wird dann die Zeit des Jugend- und Fr\u00fchwerkes bis zur altmeisterlichen Schaffensphase (1905 bis 1944) sowie eine historische Dokumentation zu Leben und Werk des K\u00fcnstlers im Verh\u00e4ltnis zu seiner Heimatstadt umfassen und im Nordfl\u00fcgel, der nur wenige Gehminuten entfernten Orangerie werden die Werke von Otto Dix aus der Geraer Sammlung ihren Platz finden, die in der Zeit von 1944 bis 1969 entstanden sind. Zur Realisierung des zweigleisigen Ausstellungskonzeptes bleibt der S\u00fcdfl\u00fcgel und Mittelpavillon wechselnden Sonderausstellungen vorbehalten.<\/p>\n<p>Der S\u00fcdfl\u00fcgel widmet sich mit einer Sonderausstellung der Geraer Malerfamilie Reinhold<\/p>\n<p>Die Kunstsammlung Gera verf\u00fcgt \u00fcber einen kunsthistorisch sehr bedeutenden Bestand an Werken des Landschaftsmalers Heinrich Reinhold (1788 Gera \u2013 1825 Rom). Das Konvolut umfasst insgesamt 41 Bl\u00e4tter, dessen gr\u00f6\u00dfter Teil in der Zeit zwischen 1820 und 1825 in Italien entstanden ist. <\/p>\n<p>Heinrich Reinhold wurde 1788 in Gera geboren und z\u00e4hlt heute zu den wichtigen deutschen Landschaftsmalern des 19. Jahrhunderts. Nicht nur aufgrund seiner au\u00dferordentlichen Begabung, sondern auch aufgrund seiner ver\u00e4nderten Landschaftswahrnehmung genoss er schon zu Lebzeiten hohe Wertsch\u00e4tzung. In Rom und Umgebung entstand bis zu seinem fr\u00fchen Tod 1825 ein beeindruckendes zeichnerisches und malerisches Werk. Aus dieser Schaffensphase befindet sich ein kleines Sammlungskonvolut im Bestand der Kunstsammlung Gera. Bereits zum 200. Geburtstag des K\u00fcnstler 1988 widmete die Geraer Kunstgalerie (heute: Kunstsammlung Gera) dem K\u00fcnstlersohn der Stadt eine gro\u00dfe Ausstellung mit einem Katalog unter dem Titel \u201eItalienische Landschaften\u201c. 2018 zum 230. Geburtstag von Heinrich Reinhold m\u00f6chte die Kunstsammlung Gera diesen Werkbestand von einem wichtigen, in Gera geborenen K\u00fcnstler wieder ins \u00f6ffentliche Bewusstsein bringen.<br \/>\nIm Mittelpunkt der Ausstellung in Reinholds Geburtsstadt steht neben seinem Werk auch das Schaffen der gesamten Malerfamilie Reinhold, welche \u00fcber mehrere Generationen hinweg k\u00fcnstlerisch t\u00e4tig waren. Gleichzeitig wird so ein ausf\u00fchrlicher Blick auf die Herkunft und die k\u00fcnstlerischen Traditionen dieses \u00fcber Gera hinaus bekannten K\u00fcnstlers m\u00f6glich.<br \/>\nHeinrich Reinhold war der Sohn des Geraer Portr\u00e4t- und Genremalers Johann Friedrich Leberecht Reinhold (1744 Neustadt\/Orla \u2013 1807 Gera). Er ist der erste namhaft fassbare K\u00fcnstler dieser Familie, welcher mit seinem Werk ein au\u00dfergew\u00f6hnlich lebendiges und konturenreiches Bild des 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts in Gera hinterlie\u00df. Eine Vielzahl seiner Werke zeigen Konterfeis des h\u00f6fischen und b\u00fcrgerlichen Lebens der Stadt. Zahlreiche Auftragsarbeiten vor allem f\u00fcr Heinrich XXX. Reu\u00df j\u00fcngere Linie sicherten seinen Lebensunterhalt. In den vorwiegend als kleinformatige Gouache-Arbeiten ausgef\u00fchrten Bildnissen vermied er jegliche Idealisierung und Besch\u00f6nigung der Portr\u00e4tierten.<br \/>\nSeinen S\u00f6hnen Friedrich Philipp (1779 Gera \u2013 1840 Wien), Heinrich (1788 Gera \u2013 1825 Rom) und Gustav (1798 Gera \u2013 1849 K\u00f6nigssee\/Berchtesgaden) vererbte Johann Friedrich Leberecht Reinhold das k\u00fcnstlerische Talent. Neben dem Vater wird f\u00fcr Heinrich Reinhold aber sein Bruder Friedrich Philipp von entscheidender Bedeutung f\u00fcr seine weitere Entwicklung als K\u00fcnstler. Von ihm besitzt die Kunstsammlung Gera einen kleineren Bestand mit Gem\u00e4lden und Arbeiten auf Papier. Friedrich Philipp war der erste aus der Familie dem ein akademischer Studienbesuch m\u00f6glich war. Von 1797 bis 1804 war er an der Dresdner Kunstakademie immatrikuliert. Es entstanden mehrere fr\u00fche Bildniswerke, unter anderem das Portr\u00e4t des Geraer B\u00fcrgermeisters Markus Friedrich Semmel, welches sich heute im Rathaussaal befindet. 1805 begann er ein sechsj\u00e4hriges Studium an der Akademie der K\u00fcnste in Wien. Nach dem Tod des Vaters 1807 wird der Haushalt in Gera aufgel\u00f6st und Heinrich und Gustav folgen ihm nach Wien. Neben dem Kontakt zum Kreis der Nazarener entwickelten die Br\u00fcder durch Reisen ins Salzkammergut, Tirol und Berchtesgaden ihre Form von Landschaftsauffassung. Wie gro\u00df der Einfluss des neun Jahre \u00e4lteren Friedrich Philipp auf Heinrich Reinhold war, \u00e4u\u00dfert der K\u00fcnstler in einem Brief von 1812: \u201eFritzen habe ich viel zu verdanken, wenn ich einiges Talent habe, so verdanke ich\u2019s ihm in so ferne, als er mich aus dem unfruchtbaren Land in dem ich zu Hause in R\u00fccksicht der Kunst verdorrt w\u00e4re, in ein kr\u00e4ftiges verpflanzt hat; denn in Wien und durch seinen Umgang ist mir erst der wahre Sinn f\u00fcr die Kunst aufgegangen, ich habe anfangen lernen zu sehen und nach einem h\u00f6heren Ziel zu streben,&#8230;\u201c. Auch Ferdinand Olivier (1785-1841) und Joseph Anton Koch (1768-1839) wurden f\u00fcr seine Entwicklung entscheidend. Als gro\u00dfer Meilenstein aber galt seine Ankunft 1819 in Rom. Wie f\u00fcr die meisten Maler dieser Zeit wurde auch f\u00fcr Reinhold Italien zum erkl\u00e4rten Ziel. Hier geh\u00f6rte er zu den wichtigen Landschaftsmaler der deutsch-r\u00f6mischen K\u00fcnstlergemeinschaft und genoss eine hohe Wertsch\u00e4tzung. Der preu\u00dfische Architekt Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) erwarb auf einer Reise in Rom zw\u00f6lf \u00d6lskizzen und vier Bleistiftzeichnungen direkt von Heinrich Reinhold, die sich heute in der Sammlung der Kunsthalle in Hamburg befinden.<\/p>\n<p>Anders als seine landsm\u00e4nnischen Kollegen fertigte Reinhold nicht nur Bleistiftzeichnungen, sondern auch in gro\u00dfer Anzahl \u00d6lstudien. St\u00e4dte wie Tivoli, Ariccia und Frascati waren das Ziel vieler Maler. Vor allem Olevano, in den Sabiner Bergen gelegen, wurde zu einem beliebten Aufenthaltsort. Der reizvoll, an schroffen Bergh\u00e4ngen gelegene Ort war ein viel gesuchtes Motiv. Ebenso wie Olevano wurde der unweit gelegene Eichenwald der Serpentara zu einem beliebten Bildgegenstand. Hier entfaltete sich Heinrich Reinholds zeichnerisches Talent in vollen Z\u00fcgen. Die visuellen Eindr\u00fccke und die einzigartige Anziehungskraft dieser Gegend bannte er in unz\u00e4hligen Studienbl\u00e4ttern. Bei Reinhold ist die Widergabe der Landschaft nicht mehr nur Spiegel der Seele, vielmehr nimmt der Betrachter teil an einer lebendigen Auseinandersetzung mit der Natur an deren Ende ein neuer malerischer Realismus steht. <\/p>\n<p>In Verehrung f\u00fcr Heinrich Reinhold hat der deutsch-r\u00f6mische K\u00fcnstlerkreis in Rom das Grabmal f\u00fcr den K\u00fcnstler gestiftet. Es wurde mit einer Inschrift und einem Portr\u00e4tmedaillon versehen, dass der d\u00e4nische Bildhauer Bertel Thorvaldsen (1770-1844) schuf. Die Inschrift auf dem Grabstein von Heinrich Reinhold lautet: \u201eDie Bilder sprechen von Dir \/ Die Freunde verehren Dich \/ Die K\u00fcnste trauern um Dich\u201c.<\/p>\n<p>Im Mittelpavillon ist die Sonderausstellung \u201eVolker Regel. Out of Paper\u201c zu sehen.<\/p>\n<p>Die Ausstellung \u201eOut of Paper\u201c in der Kunstsammlung Gera zeigt Arbeiten des Architekten und K\u00fcnstlers Volker Regel. Mit der Ausstellung \u201eOut of Paper\u201c werden in der Kunstsammlung Gera erstmals abstrakte Papierarbeiten und Objekten des 1950 in D\u00f6beln geborenen und heute in Gera lebenden Architekten Volker Regel pr\u00e4sentiert. Die Arbeiten sind in dem relativ kurzen Zeitraum zwischen 1988 und 1992 entstanden und stellen eine eigenst\u00e4ndige Werkgruppe dar, in der die Kunstauffassung und das \u00e4sthetische Denken des K\u00fcnstlers deutlich werden.<\/p>\n<p>Das k\u00fcnstlerische Material, mit dem der K\u00fcnstler experimentierte, ist das Papier. Aus diesem Medium und dessen Bearbeitung sch\u00f6pft der K\u00fcnstler seine Inspiration. Seine gro\u00dfformatigen Werke verweisen immer wieder auf Bez\u00fcge zur Konzeptkunst, aber auch zu Fluxusarbeiten. Volker Regel sch\u00f6pft sein eigenes Papier aus anderen Papieren, l\u00e4sst sie trocknen, faltet und klebt darauf. In diesem langen Prozess ver\u00e4ndern sie ihre Gestalt und bekommen eine neue Form. Die entstehenden Collagen sind abstrakt, lassen aber mitunter Assoziationen an konkrete Gegenst\u00e4nde aufscheinen. Durch diese Werkgruppe, die erstmals komplex gezeigt wird, hat sich Volker Regel eine abstrakte und eigenst\u00e4ndige k\u00fcnstlerische Position in der ostdeutschen Kunstlandschaft erarbeitet.<\/p>\n<p><strong>Otto Dix \u2013 Neupr\u00e4sentation der Werke von 1944 bis 1969 aus der Geraer Sammlung<\/strong><br \/>\n&#8211; Dauerausstellung ab 25. August 2018<br \/>\n&#8211; Vernissage 24. August, 19 Uhr, im Nordfl\u00fcgel<\/p>\n<p><strong>Die Geraer Malerfamilie Reinhold &#8211; Kunst des 19. Jahrhunderts mit Gem\u00e4lden und Arbeiten auf Papier<\/strong><br \/>\n&#8211; Sonderausstellung vom 25. August bis 4. November 2018<br \/>\n&#8211; Vernissage am 24. August ,19 Uhr, im S\u00fcdfl\u00fcgel<\/p>\n<p><strong>Out of Paper \u2013 Volker Regel. Papierarbeiten und Objekte<\/strong><br \/>\n&#8211; Sonderausstellung vom 25. August bis 14. Oktober 2018<br \/>\n&#8211; Vernissage am 25. August, 15 Uhr, im Mittelpavillon<\/p>\n<p>BILD UND TEXT: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Am Freitag, den 24. August 2018, wird die Orangerie im Geraer K\u00fcchengarten feierlich wiederer\u00f6ffnet. Oberb\u00fcrgermeister Julian Vonarb sowie der Minister f\u00fcr Kultur-, Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei des Freistaats Th\u00fcringen, Prof. Dr. Benjamin-Immanuel <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2018\/08\/24\/wiedereroeffnung-der-orangerie-am-24-august-2018\/\" title=\"WIEDERER\u00d6FFNUNG DER ORANGERIE AM 24. 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