{"id":4980,"date":"2018-10-08T12:03:36","date_gmt":"2018-10-08T10:03:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=4980"},"modified":"2018-10-08T12:07:16","modified_gmt":"2018-10-08T10:07:16","slug":"diskussionen-ueber-die-geraer-identitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2018\/10\/08\/diskussionen-ueber-die-geraer-identitaet\/","title":{"rendered":"DISKUSSION \u00dcBER DIE IDENTIT\u00c4T DER STADT GERA"},"content":{"rendered":"<p>Mit einer Internet- und Plakatkampagne will die Stadtverwaltung eine Diskussion \u00fcber die Identit\u00e4t der Stadt beginnen. Der Oberb\u00fcrgermeister und weitere Helfer verteilten vor dem H\u00f6hlerfest Plakate in der Stadt, die auf die Seite &#8222;fettgusche.gera.de&#8220; aufmerksam machen sollen.<\/p>\n<p>Auf diesen Plakaten erscheint die Frage: &#8222;Bist du eine Fettgusche?&#8220; \u00dcber dieser sind jeweils zwei Sprechblasen zusehen, die die Diskussion anregen sollen.<\/p>\n<p>&#8222;Ich habe jetzt in Leipzig ein WG-Zimmer gefunden!&#8220;<br \/>\n&#8211; &#8222;Von dem Geld wohnst du in Gera in einer 2-Raum WHG mit EBK.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Alle wollen nach Berlin.&#8220;<br \/>\n&#8211; &#8222;Bis sie Kinder haben, dann brauchen sie Oma &amp; Opa und freie KITA-Pl\u00e4tze!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;in Jena, da gibt es so viele Partys!&#8220;<br \/>\n&ndash; &#8222;Ham wir och und extra noch ein Theater!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;In Erfurt, da gibt es die Kr\u00e4merbr\u00fccke.&#8220;<br \/>\n&ndash; &#8222;Gr\u00e4mt mich nicht, die Br\u00fccke in Untermhaus is och sch\u00f6n.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;In Weimar wurde das Bauhaus gegr\u00fcndet.&#8220;<br \/>\n&ndash; &#8222;In Gera stehen die meisten Bauhaus Denkm\u00e4ler Th\u00fcringens!&#8220;<\/p>\n<p>\u201eGerade zum Beginn des H\u00f6hlerfestes stellt sich wieder die Frage nach der Geraer Identit\u00e4t. Das H\u00f6hlerfest hat Tradition. Tradition, verbunden mit Th\u00fcringer Spezialit\u00e4ten und einem Bier. Dazu ein bisschen Mittelalter und Volksfestcharakter. Hier mal anstehen, dort mal gr\u00fc\u00dfen und quatschen &#8211; ist ja schon ein St\u00fcck her, dass man sich zuletzt gesehen hat. Es f\u00fchlt sich so heimisch an, so vertraut, ebenso wie zu Hause\u201c, erkl\u00e4rt Oberb\u00fcrgermeister Julian Vonarb. <\/p>\n<p>Die Ergebnisse eines Studentenwettbewerbs aus dem vergangenen Jahr sowie einer darauf folgenden Umfrage seien der Ansatz f\u00fcr die Frage nach dem Bild der Stadt. Vonarb habe nicht das Gef\u00fchl, in der &#8222;Otto-Dix-Stadt&#8220; zu sein, wo Intellektuelle zum Rotwein aus dem Ahrtal \u00fcber die Auswirkungen der neuen Sachlichkeit in der heutigen digitalisierten Welt diskutieren. Die Stadt sei auch keine Hochburg der Fitnessbewegung und des gesunden, veganen Lebenswandels. \u201eUnser Reussisches Schloss ist leider nur noch ein Kleinod, das im Krieg gr\u00f6\u00dftenteils vernichtet wurde\u201c, so Vonarb. <\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich habe Gera hervorragende internationale Sportler, tolle imposante H\u00e4user, exzellente Weinh\u00e4ndler mit liebevollen L\u00e4den, kleine Manufakturen und eine K\u00fcnstlerszene, die sich stark macht f\u00fcr die Bewerbung als europ\u00e4ische Kulturhauptstadt 2025. \u201eDer Punkt ist aber, dass wir zwar von allem etwas, aber von &#8222;n\u00fcscht&#8220; genug haben, um es als das Vermarktungshighlight schlechthin zu nutzen.\u201c, meint Vonarb. \u201eUnd genau an der Stelle bin ich wieder auf unserem traditionellen H\u00f6hlerfest und der Kreis schlie\u00dft sich. Hier findet man genau das, was Gera ausmacht: Menschen mit Ecken und Kanten, die sagen, was sie auf dem Herzen haben. Manchmal m\u00fcrrisch, aber in der Regel offen, ehrlich, und beschaulich. Vertraut ist es eben hier &#8211; wie zu Hause.\u201c<\/p>\n<p>&#8222;Echt, frech und zu Hause&#8220; steht auf den Postern. Gera zeichne dieses Gef\u00fchl von Zusammengeh\u00f6rigkeit aus, die Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen. \u201eDas spiegelt sich in der \u00fcberdurchschnittlich hohen Beteiligung am Ehrenamt und im Vereinsleben wider.\u201c Oberb\u00fcrgermeister Vonarb hofft: \u201eDie &#8222;Fettgusche&#8220; als (Kern-)Identit\u00e4t &#8211; auffallen werden wir damit, genau wie die \u201ePuffbohne\u201c, die &#8222;Fischk\u00f6ppe&#8220;, die &#8222;Maultaschen&#8220; oder auch &#8222;Fr\u00fchaufsteher&#8220;.\u201c Auch er sei eine &#8222;Fettgusche&#8220;, weil er sich in Gera mit seiner Familie zu Hause f\u00fchle. Der Begriff sei keine Beleidigung, eher ein Pr\u00e4dikat. \u201eWir haben mehr zu bieten, als wir selber denken!\u201c<\/p>\n<p><strong>Hintergrund:<\/strong><\/p>\n<p>Der Begriff der &#8222;Fettgusche&#8220; kommt aus dem Mittelalter. Er wurde den Geraern von den umliegenden Bauern gegeben. In Gera ging es den Menschen damals so gut, dass sie sich oft teure und fettige Speisen g\u00f6nnten, die direkt mit der Hand verspeist wurden. Zur\u00fcck blieb dann die fettige Gusche. <\/p>\n<p>Die Plakatkampagne l\u00e4uft drei Wochen. Es wurden 45 Plakate und acht gro\u00dfe Banner aufgeh\u00e4ngt (Hortenkaufhaus, Humboldtstra\u00dfe 10, Elsterforum, KUK, Gera-Arcaden, Blue Note, Banner: Campus Baustelle, Ecke Clara-Zetkin-Stra\u00dfe, Parkhaus Stadtzentrum). Finanziert wurde die Aktion durch privates Sponsoring. Im Anschluss wird es eine Pressekonferenz zu den Ergebnissen der Befragung geben. Knapp f\u00fcnf Stunden nach Freischaltung der Internetseite hatten bereits \u00fcber 200 Geraer ihre Meinung auf der Internetseite mitgeteilt. Auch unter dem Facebook-Auftritt von Julian Vonarb wird hei\u00df diskutiert \u00fcber die Aktion. Die Aktion zielt vor allem auf die Identit\u00e4tsfindung innerhalb der Stadt. Es ist nicht beabsichtigt, die Fettgusche sp\u00e4ter zur Unternehmensakquise oder auf offiziellen Bescheiden der Stadt zu pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Mit einer Internet- und Plakatkampagne will die Stadtverwaltung eine Diskussion \u00fcber die Identit\u00e4t der Stadt beginnen. 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