{"id":5089,"date":"2018-10-20T13:44:38","date_gmt":"2018-10-20T11:44:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=5089"},"modified":"2018-11-06T00:40:31","modified_gmt":"2018-11-05T23:40:31","slug":"christentum-und-reformation-in-gera","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2018\/10\/20\/christentum-und-reformation-in-gera\/","title":{"rendered":"CHRISTENTUM UND REFORMATION IN GERA"},"content":{"rendered":"<p><em>Von den christlichen Kirchen hat die evangelische in Gera die meisten Mitglieder. Die zweitgr\u00f6\u00dfte Gruppe bilden hier die Gl\u00e4ubigen der r\u00f6misch-katholische Kirche. Wie sich die beiden gro\u00dfen Konfessionen in Gera entwickelten, beleuchtet der Geraer Matthias R\u00fcckert in seiner Abhandlung &#8222;Christen in Gera&#8220;.<\/em><\/p>\n<p>Als im achten Jahrhundert die slawischen Sorben in die Geraer Gegend kamen, waren unter den abziehenden Germanen wohl kaum Christen. Im germanischen Th\u00fcringerreich (bis 501 n. Chr.) lebten zwar einzelne Christen arianischen Glaubens, jedoch geh\u00f6rten diese wahrscheinlich nur dem Adel an. Auch das Bistum Erfurt, 741\/742 von Bonifatius gegr\u00fcndet, reichte nur bis zur Saale. <\/p>\n<p>Im Jahre 948 besetzten die Deutschen das Gebiet und errichteten hier das Bistum Zeitz (ab 1024 Sitz in Naumburg). Obwohl sich einige Geistliche, wie der M\u00f6nch Boso (959 bis 1009), um die Missionierung der Sorben bem\u00fchten, war die Sprache der Waffen durch die neuen &#8222;christlichen Herren&#8220; so absto\u00dfend, dass die Sorben lieber weiter ihren G\u00f6ttern dienten.<br \/>\nErst durch den Zuzug deutscher Bauern im zw\u00f6lften Jahrhundert, die allm\u00e4hlich die Sorben verdr\u00e4ngten, wurden die Voraussetzungen f\u00fcr die Christianisierung des Osterlandes geschaffen.<\/p>\n<p>Um 1200 wird erstmals eine christliche Gemeinde im damaligen Dorf Gera erw\u00e4hnt. 1238, als Gera bereits Stadtrecht hatte, wurde die Johanniskirche, die sich bis 1780 auf dem Johannisplatz befand, errichtet. Jedoch war das Christentum hier in dieser Zeit von sehr oberfl\u00e4chlicher Natur. Heidnische Br\u00e4uche waren noch sehr lebendig. So wurde z. B. noch im Jahre 1323 bei der Erweiterung der Kirche ein Kind als Bauopfer vermauert.<br \/>\nNur wenige Menschen konnten die Bibel lesen und waren auf das angewiesen, was ihnen die Geistlichen vermittelten. Und das lies oft zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Inwieweit die geistlichen Orden in dem 1193 gegr\u00fcndeten Pr\u00e4monstratenserkloster Mildenfurth bei Weida und ab 1238 in dem Dominikanerkloster Cronschwitz bei W\u00fcnschendorf diese Situation verbessern konnten, ist nicht bekannt.<\/p>\n<p>Zu katholischer Zeit gab es in Gera au\u00dfer der Johanniskirche weitere Kirchen: die Dreik\u00f6nigskapelle, die Niclaskapelle, sowie die St. Wolfgang- und Hl. Kreuzkapelle. Es existierten zwei Hospit\u00e4ler und ab 1459 eine Schule.<\/p>\n<p>Der Ablasshandel des Papstes bildete dann 1517 den Ausl\u00f6ser f\u00fcr die Reformation Martin Luthers. In Gera stie\u00dfen die Bem\u00fchungen des Kurf\u00fcrsten Johann Friedrich, die Reformation einzuf\u00fchren, zun\u00e4chst auf Widerstand seines Vasallen Heinrich XIII., der sich hinter den katholischen Kaiser Karl V. stellte. 1529 beauftragte der Kurf\u00fcrst einige Visitatoren mit der Abwicklung der katholischen Kirche im Reu\u00dfenland. Jedoch leistete man auch dann noch in Gera Widerstand. <\/p>\n<p>In Jahre 1533 wechselte das F\u00fcrstenhaus Reu\u00df die Konfession. Die Reformation wurde innerhalb von nur zehn Tagen durchgef\u00fchrt. Damals galt, dass alle Untertanen eines Landesherren auch dessen Konfession anzugeh\u00f6ren hatten. Folglich waren in Reuss j. L. alle Glaubensrichtungen neben der Evangelischen Landeskirche nur geduldet und wurden benachteiligt. Bis 1868 verlor die katholische Kirche so jeden Einfluss auf Gera, obwohl sich durch die beginnende Industrialisierung immer mehr katholische Christen in Gera niederliessen. Selbst diese durften hier bis 1894 keine Taufen und Hochzeiten durchf\u00fchren.<br \/>\nErst 1869 wurde wieder katholischer Gottesdienst in Gera abgehalten, da durch die industrielle Entwicklung auch Katholiken nach Gera einwanderten. Bereits 1872 musste dieser jedoch wegen Querelen mit dem protestantischen Umfeld bis 1882 wieder eingestellt werden. 1894 wurde die katholische Gemeinde in der Stadt anerkannt und konnte sich 1896 ein altes Fabrikgeb\u00e4ude zu ihrer ersten Kirche, &#8222;St. Elisabeth&#8220;, umbauen. 1984 wurde als weitere Kirche &#8222;Hl. Maximilian Kolbe&#8220; in Lusan eingeweiht.<\/p>\n<p>Von der Geraer Bev\u00f6lkerung geh\u00f6ren heute etwa 10 % der evangelischen und 3 % der katholischen Kirche an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Von den christlichen Kirchen hat die evangelische in Gera die meisten Mitglieder. Die zweitgr\u00f6\u00dfte Gruppe bilden hier die Gl\u00e4ubigen der r\u00f6misch-katholische Kirche. 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