{"id":5493,"date":"2018-12-03T19:45:11","date_gmt":"2018-12-03T18:45:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=5493"},"modified":"2018-12-03T20:01:24","modified_gmt":"2018-12-03T19:01:24","slug":"die-welt-betrachtung-interpretation-und-erwartung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2018\/12\/03\/die-welt-betrachtung-interpretation-und-erwartung\/","title":{"rendered":"BEOBACHTUNG, INTERPRETATION UND ERWARTUNG"},"content":{"rendered":"<p>Beobachtungen, Interpretationen und Erwartungen scheinen f\u00fcr unsere gemeinsame Erlebniswelt von ma\u00dfgeblicher Bedeutung zu sein. Wissenschaftlich l\u00e4sst sich das Zustandekommen unserer Wirklichkeit bis heute nicht eindeutig erkl\u00e4ren. Es gibt mehrere Theorien und viele Unstimmigkeiten.<\/p>\n<p>Unterdessen teilen immer mehr Menschen die Einsch\u00e4tzung, dass die Welt um sie herum nicht in der von ihnen erlebten Weise existiert. Vielmehr enstehe das Bild im inneren &ndash; jedes Lebewesen konstruiere aus \u00e4u\u00dferen Reizen eine Hypothese von der Wirklichkeit, hei\u00dft es sogar in wissenschaftlichen Bl\u00e4ttern. Es beobachtet, und nimmt damit Reize auf, die von bereits vorhandenen Dingen als Manifestation eines Willens ausgehen. Diese Reize w\u00fcrden schlie\u00dflich gedeutet, und damit die Gegenwart formuliert. Unsere Gegenwart, das &#8222;Hier&#8220; und &#8222;Jetzt&#8220; sei objektiv aber nicht vorhanden. Sie finde nur in den Augen des Betrachters statt. Deutlich w\u00fcrde dies, wenn sich alle Menschen gleichzeitig die Frage stellten: \u201eWo ist hier, und wann ist jetzt?\u201d<\/p>\n<p>Die gemeinsam erlebte, stofflich erscheinende Gegenwart sei der Bereich, in dem mehrere Hypothesen von der Wirklichkeit ineinander \u00fcbergehen. Es entstehe ein Konsens verschiedener, zuvor individuell herausgebildeter Realit\u00e4ten, und damit eine scheinbar feste Welt. Doch diese wahrgenommene Festigkeit, die Materie, l\u00f6se sich wieder auf, wenn man nach deren kleinsten Teilen suche. <\/p>\n<p>Auf die Interpretation der Umweltreize folge die Erwartung, und damit die Schaffung einer M\u00f6glichkeit. Die gemeinsam erlebte Gegenwart folge dem, was zuvor die Mehrzahl der darin beteiligten unbewusst als Erwartung formuliert habe. Die Gegenwart als Konsens aller beteiligten erm\u00f6gliche die weitere Interaktion und damit die Fortf\u00fchrung dieses Konstruktionsprinzips. Das Ich-Empfinden sei bei jedem teilhabenden Individuum vorhanden. Der Unterschied zwischen Pflanze, Mensch und Tier sei lediglich, dass mit demselben Ich-Empfinden die Gegenwart jeweils aus einer anderen Perspektive mit anderen F\u00e4higkeiten erlebt wird.<\/p>\n<p>Den meisten Menschen ist diese Sichtweise neu oder befremdlich. Doch wo hat sie ihren Ursprung? Haben die Anh\u00e4nger dieses Weltbildes Angst vor ihrer eigenen Bedeutungslosigkeit oder gar zu viel Zeit? Suchen sie deshalb und nach einem h\u00f6heren Lebenssinn, der sie aus ihrem t\u00e4glichen Einerlei befreit? Oder gibt vielleicht die Bed\u00fcrfnispyramide des Psychologen Abraham Maslow Aufschluss dar\u00fcber, was es mit der Tendenz in diese gedankliche Richtung auf sich hat? <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.studiogera.de\/001_BILD\/ARTIKEL_038.gif\" alt=\"Bed\u00fcrfnishierarchie nach Abraham Maslow\" \/><br \/>\n<em>Abraham Maslow beschrieb menschliche Bed\u00fcrfnisse und Antriebe. Seine Bed\u00fcrfnispyramide zeigt verschiedenen Ebenen. Erst kurz vor seinem Tode erweitere er das Modell um die &#8222;Transzendenz&#8220;.<\/em><\/p>\n<p>In Modellen wie diesen nimmt die Transzendenz den h\u00f6chsten Platz ein. Diesem Bed\u00fcrfnis messen manche eine derart gro\u00dfe Bedeutung bei, dass sie glauben, es gebe die evolution\u00e4re Entwicklungsrichtung vor. Die n\u00e4chste Stufe werde nicht mit Hilfe der Technik erreicht, sondern von innen heraus, bewusst und aus eigener Kraft, hei\u00dft es. Die technische Entwicklung werde die Menschen dagegen nicht weiterf\u00fchren.<\/p>\n<p>W\u00e4re dem so und l\u00e4gen die Anh\u00e4nger dieses Weltbildes mit ihrer Intuition richtig, dann k\u00f6nnte die obere Ebene in der Bed\u00fcrfnishierarchie l\u00e4ngst besetzt sein. Der Gedanke ist uralt, und einflussreiche Zirkel nutzen m\u00f6glicherweise bereits das Wissen um die Eigenheiten der Dinge.<\/p>\n<p>Jene Zirkel seien selbst nur Erf\u00fcllungsgehilfen. Neuen Mitgliedern werde eine Weiterentwicklung ihrer Pers\u00f6nlichkeit versprochen, doch tats\u00e4chlich durchliefen sie Zeremonien, die sie von Mitgef\u00fchl und Schuldbewusstsein befreien und zugleich zur Marionette werden lassen f\u00fcr eine Instanz, die sie selbst nicht zu Gesicht bekommen.<\/p>\n<p>Das entscheidende Wissen solle den Menschen vorenthalten, das innere Bed\u00fcrfnis, in dieselbe Richtung zu streben, dieselben F\u00e4higkeiten zu erlangen, ausgeredet werden. So k\u00f6nne die obere Instanz ihren Platz behalten und werde nicht geschw\u00e4cht. Sie ben\u00f6tige die darunterliegenden Ebenen als Fundament und gebe f\u00fcr jede Lebensinhalte vor. Einmal w\u00fcrden Religionen in die Welt gesetzt, um die Menschen passiv halten und die Gedanken auf eine Linie zu bringen und lenken zu k\u00f6nnen. Andermal w\u00fcrden die niederen Bed\u00fcrfnisse immer geschickter stimuliert, bis dass man sich in einer Welt des ungez\u00fcgelten Konsumes und der finanziellen Abh\u00e4ngigkeit wiederfinde. Gleichzeitig werde der Korridor f\u00fcr den freien Gedanken soweit verkleinert und umgelenkt, dass man sich selbst geistig beschr\u00e4nke und gar keine Bestrebungen mehr entwickele, den oberen Teil dieser Hierarchie in den Blick zu nehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Beobachtungen, Interpretationen und Erwartungen scheinen f\u00fcr unsere gemeinsame Erlebniswelt von ma\u00dfgeblicher Bedeutung zu sein. Wissenschaftlich l\u00e4sst sich das Zustandekommen unserer Wirklichkeit bis heute nicht eindeutig erkl\u00e4ren. Es gibt mehrere Theorien und viele Unstimmigkeiten. 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