{"id":5919,"date":"2019-01-21T01:47:59","date_gmt":"2019-01-21T00:47:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=5919"},"modified":"2019-01-23T00:08:29","modified_gmt":"2019-01-22T23:08:29","slug":"strategiepapier-des-pentagons-zur-wachsenden-bedrohungslage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2019\/01\/21\/strategiepapier-des-pentagons-zur-wachsenden-bedrohungslage\/","title":{"rendered":"STRATEGIEPAPIER DES PENTAGONS ZUR &#8222;WACHSENDEN BEDROHUNGSLAGE&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p>US-Pr\u00e4sident Donald Trump stellte am 18. Januar 2019 ein Strategiepapier des Pentagons zum Ausbau des milit\u00e4rischen Raketenprogrammes vor. Dem Wei\u00dfen Haus zufolge handelt es sich um eine erste umfassende Bestandsaufnahme der Raketenabwehrsysteme nach neun Jahren. Die geplanten Systeme seien sowohl zur Verteidigung als auch zum Angriff geeignet. Ein neuer Gefechtsort sei der Weltraum.<\/p>\n\n\n\n<p>Der US-Pr\u00e4sident sprach von Schurkenstaaten, welche ihre Arsenale stetig ausbauten und sich auf die Entwicklung von Langstreckenraketen konzentrierten, die die USA erreichen k\u00f6nnten. Das Pentagon nennt in seiner Analyse unter der Teil\u00fcberschrift \u201eThe Evolving Threat Environment\u201c (\u201eDie wachsende Bedrohungslage\u201c) Russland und China. Die Investition in die geplanten Systeme bedarf der Genehmigung des US-Kongresses.<\/p>\n\n\n\n<p>Trump hatte das Strategiepapier kurz nach seinem Amtsantritt in Auftrag gegeben. Die Ausarbeitung dauerte zwei Jahre.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Raketensystem der USA wird in seinem gegenw\u00e4rtigen Zustand als unzureichend bezeichnet. Bei Versuchen sei nur jede zweite Rakete abgefangen worden. Viele Physiker glauben mit Blick auf diese Analyse jedoch, dass die Bilanz im Ernstfall deutlich schlechter ausf\u00e4llt. In Alaska bef\u00e4nden sich beispielsweise mehr als 20 Abfangraketen. K\u00e4me eine Rakete aus Russland und w\u00fcrden alle 20 Raketen aktiviert, l\u00e4ge die Trefferquote bei nur 20 %.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur \u00dcberlistung von Raketenabwehrsystemen werden h\u00e4ufig Attrappen verwendet. Es handelt sich hierbei um leichte, aufblasbare Ballons, die Raketengefechtsk\u00f6pfe simulieren. Unter diesen vielen Ballons befindet sich der echte Gefechtskopf. Das Abwehrsystem ist nicht imstande, die Ballons vom feindlichen Raketengefechtskopf zu unterscheiden. Dadurch treffen die meisten Abwehrraketen die Ballons.<\/p>\n\n\n\n<p>Laut dem Strategiepapier des Pentagons soll das Abwehrsystem bei Fort Greely in Alaska auf 64 Raketen erweitert werden. Es wird angeregt, \u00fcber einen dritten Standort nahe der Ostk\u00fcste, im Raum Ohio oder Michigan, nachzudenken. Das zweite System innerhalb der USA befindet sich auf der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien.<br>\nIn der Erdumlaufbahn sollen Sensoren platziert werden, die noch besser melden, wo Raketen oder die neuen Hyperschallmarschflufk\u00f6rper gestartet werden. Zudem soll gepr\u00fcft werden, inwieweit die Installierung von Verteidigungssystemen in Weltraum sinnvoll und finanzierbar ist. Der US-Pr\u00e4sident sprach von im Weltraum stationierten Abwehrwaffen. Diese k\u00f6nnten m\u00f6glicherweise dazu dienen, feindliche Satelliten oder Raketen abzuschie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den Aufstockungen der Raketen in Alaska meinen Physiker, dass auch mit 64 Raketen einem massiven Angriff aus Russland nicht beizukommen w\u00e4re. Satellitenwaffen im Weltraum seien zwar schon erfolgreich getestet worden, doch der Aufbau einer Raketenstation in der Erdumlaufbahn sei \u00fcberm\u00e4\u00dfig teuer und w\u00fcrde Jahrzehnte dauern.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Strategiepapier des Pentagons ist abrufbar unter der Adresse &#8222;https:\/\/www.defense.gov\/Portals\/1\/Interactive\/2018\/11-2019-Missile-Defense-Review\/The%202019%20MDR_Executive%20Summary.pdf&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Kritiker f\u00fcrchten ein neues Wettr\u00fcsten. In der Auseinandersetzung um den INF-Vertrag wirft Russland den USA vor, auf L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge nicht einzugehen. Man habe angeboten, die neuen russischen Raketen von Experten untersuchen zu lassen, doch die USA beharrten weiterhin auf ein Ultimatum, mit welchem die Zerst\u00f6rung der Marschflugk\u00f6rper und deren Technologie erreicht werden soll. Die USA und die NATO werfen der russischen Regierung vor, mit diesen Waffen \u2014 ihre Reichweite liegt bei bis zu 5500 Kilometern \u2014 gegen den INF-Vertrag zu versto\u00dfen. Geschlossen wurde dieser im Jahre 1987, am 20. Oktober 2018 gab US-Pr\u00e4sident Donald Trump bekannt, ihn k\u00fcndigen zu wollen. Der Grund sei die Produktion des landgest\u00fctzten Marschflugk\u00f6rpers 9M729. Zuvor, am 13. Juni 2002, waren die USA vom dem am 26. Mai 1972 geschlossenen &#8222;Vertrag \u00fcber die Begrenzung von antiballistischen Raketenabwehrsystemen&#8220; zur\u00fcckgetreten. Anschlie\u00dfend begannen sie damit, kleinere Raketenabwehrsysteme in Europa und das genannte in Alaska aufzubauen. Als Grund wurde angegeben, Anschl\u00e4ge in der Gr\u00f6\u00dfenordnung wie jene vom 11. September 2001 verhindern zu wollen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>US-Pr\u00e4sident Donald Trump stellte am 18. 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