{"id":5929,"date":"2019-01-21T16:37:01","date_gmt":"2019-01-21T15:37:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=5929"},"modified":"2019-01-21T18:41:41","modified_gmt":"2019-01-21T17:41:41","slug":"seit-100-jahren-gleiches-wahlrecht-fuer-frauen-und-maenner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2019\/01\/21\/seit-100-jahren-gleiches-wahlrecht-fuer-frauen-und-maenner\/","title":{"rendered":"SEIT 100 JAHREN GLEICHES WAHLRECHT F\u00dcR FRAUEN UND M\u00c4NNER"},"content":{"rendered":"\n<p>Vor einhundert Jahren hatten in Deutschland zum erstenmal alle Frauen und M\u00e4nner das \u201eallgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht\u201c. Erst seit dieser Zeit ist es auch Frauen m\u00f6glich, eine Stimme abzugeben. Doch sie waren keineswegs die einzigen, denen das vorher versagt war. Auch zahlreiche M\u00e4nner durften nicht w\u00e4hlen, beispielsweise Arbeiter und Erwerbslose. Denn wahlberechtigt waren im Grunde nur die gut betuchten M\u00e4nner. Der Kampf f\u00fcr das Frauenwahlrecht ging einher mit der Abschaffung des Zensuswahlrechts f\u00fcr M\u00e4nner.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u201edeutsche National-Versammlung\u201c in Frankfurt am Main war im damaligen Verst\u00e4ndnis das erste demokratisch gew\u00e4hlte Parlament. Gew\u00e4hlt wurde sie im Jahre 1848, wobei jeweils 50&#8217;000 M\u00e4nner einen Abgeordneten w\u00e4hlten. Wahlberechtigt waren nur sogenannte selbst\u00e4ndige B\u00fcrger, und zwar M\u00e4nner, ab einem Alter von 25 Jahren. Dieses Kriterium erf\u00fcllten rund 85 % der M\u00e4nner in dieser Altersgruppe. Als \u201enicht selbst\u00e4ndig\u201c galten Bezieher von Armenunterst\u00fctzung, Dienstboten, Handwerksgehilfen, Fabrikarbeiter und Tagel\u00f6hner. Diese durften keine Stimme abgeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur damaligen Zeit war die Ansicht weit verbreitet, die nat\u00fcrliche Bestimmung der Frau sei es, f\u00fcr Haus und Familie da zu sein. Die Politik dagenen sei ein Bet\u00e4tigungsfeld gebildeter M\u00e4nner. Frauen k\u00f6nnten wegen ihrer sozialen Rolle nicht unabh\u00e4ngig urteilen; sie bes\u00e4\u00dfen eine geringere Bildung und ein geringeres Verst\u00e4ndnis von gr\u00f6\u00dferen Zusammenh\u00e4ngen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 19. M\u00e4rz 1911 wurde zum erstenmal ein Internationaler Frauentag zur Propaganda des Frauenwahlrechts abgehalten. Die f\u00fcr das Frauenstimmrecht k\u00e4mpfenden Frauen blieben in Deutschland im Gegensatz zu anderen L\u00e4ndern in der Minderheit. Trotz ihrer gro\u00dfen Anstrengungen blieben sie zun\u00e4chst erfolglos, zumal da Frauen keine geschlossene Einheit bildeten. Es gab eine Kluft zwischen den h\u00f6heren und niederen gesellschaftlichen Schichten. Erk\u00e4mpft wurde es vor allem von den Sozialdemokraten (Erfurter Parteitag 1891). Unter diesen traten viele M\u00e4nner f\u00fcr das \u201eallgemeine, gleiche, direkte Wahl- und Stimmrecht\u201c ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Rat der Volksbeauftragten ver\u00f6ffentlichte am 12. November 1918 den Aufruf \u201eAn das deutsche Volk.\u201c Dort ist unter Punkt 9 zu lesen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eAlle Wahlen zu \u00f6ffentlichen K\u00f6rperschaften sind fortan nach dem gleichen, geheimen, direkten, allgemeinen Wahlrecht auf Grund des proportionalen Wahlsystems f\u00fcr alle mindestens 20 Jahre alten m\u00e4nnlichen und weiblichen Personen zu vollziehen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Am 19. Januar 1919, zur Wahl zur Deutschen Nationalversammlung, durften alle \u00fcber 20-j\u00e4hrigen Personen eine Stimme abgeben und sich auch selbst zur Wahl stellen. Die \u201eallgemeinen, gleichen, unmittelbaren und geheimen Wahlen\u201c wurden in Artikel 22 der Verfassung des Deutschen Reichs vom 31. Juli 1919 (Weimarer Verfassung) festgeschrieben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Vor einhundert Jahren hatten in Deutschland zum erstenmal alle Frauen und M\u00e4nner das \u201eallgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht\u201c. Erst seit dieser Zeit ist es auch Frauen m\u00f6glich, eine Stimme abzugeben. 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