{"id":6302,"date":"2019-02-22T01:07:16","date_gmt":"2019-02-22T00:07:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=6302"},"modified":"2019-02-22T01:22:36","modified_gmt":"2019-02-22T00:22:36","slug":"gutachten-zur-oeffentlichkeitsarbeit-der-ard","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2019\/02\/22\/gutachten-zur-oeffentlichkeitsarbeit-der-ard\/","title":{"rendered":"GUTACHTEN ZUR \u00d6FFENTLICHKEITSARBEIT DER ARD WIRD BEKANNT"},"content":{"rendered":"\n<p>Ein in auf &#8222;netzpolitik.org&#8220; ver\u00f6ffentlichtes Gutachten sorgt seit Tagen f\u00fcr Aufregung. Es tr\u00e4gt den Titel \u201eFraming-Manual\u201c und war vor zwei Jahren im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks von der Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling erstellt worden. Darin ist zu lesen, wie mit Hilfe der Framing-Methode Einfluss auf die Denkweise genommen werden kann, um eine positive Sichtweise auf den \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk zu erzeugen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der MDR hatte damals den Vorsitz der ARD inne und der Auftrag habe nach Angaben der Sprachwissenschaftlerin gelautet, \u201edie Kommunikation der \u00f6ffentlich-rechtlichen ARD als Institution zu analysieren und aufzuzeigen, welche Alternativen zu welchen Worten mit welchen Bedeutungsinhalten besetzt sind\u201c. Das erkl\u00e4rte Elisabeth Wehling auf iher Internetseite und schreibt dort au\u00dferdem: \u201eSprache schafft Bewusstsein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>In dem 89-seitigen Dokument geht es um die \u00d6ffentlichkeitsarbeit der ARD und die Frage, wie sich die Anstalt nach au\u00dfen hin darstellen soll. Beschrieben werden M\u00f6glichkeiten, die Denkweise durch Sprache zu beeinflussen, um die Mitb\u00fcrger von der &#8222;Notwendigkeit eines gemeinsamen, freien Rundfunks ARD&#8220; zu \u00fcberzeugen. Die Sprachwissenschaftlerin wendet dabei f\u00fcr die Kommunikation die sogenannte Framing-Methode an. Bei dieser wird davon ausgegangen, dass jeder Begriff bestimmte Assoziationen weckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dementsprechend werden in dem Gutachten die bisher verwendeten Begriffe und ihre Bedeutungsinhalte beleuchtet und folgende Frames zur Verwendung vorgeschlagen: &#8222;Unser gemeinsamer, freier Rundfunk ARD&#8220;, um die moralische Pr\u00e4misse und Notwendigkeit zu verdeutlichen, &#8222;Programm&#8220;, &#8222;Unser gemeinsames Rundfunkkapital&#8220; als Formulierung f\u00fcr die eingenommenen Geb\u00fchren, &#8222;profitwirtschaftliche Sender&#8220; als Bezeichnung f\u00fcr die privatrechtlichen Programme und &#8222;Eigenf\u00fcrsorge&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wird eine Sprache vorgeschlagen, mit der eine Wahrnehmung erzeugt werden soll, dass es sich bei der ARD und den B\u00fcrgern nicht um getrennte Entit\u00e4ten handelt. Die ARD sei der gemeinsame demokratische Rundfunk der B\u00fcrger \u2014 \u00fcber die monatliche Beteiligung, \u00fcber private Beteiligung oder \u00fcber berufliche Beteiligung, hei\u00dft es in dem Dokument. Von der Verwendung der Bezeichnung \u201e\u00f6ffentlich-\u00adrechtlicher Rundfunk\u201c wird abgeraten, denn dieser schaffe eine Distanz zwischen den B\u00fcrgern und der ARD. Weiterhin erkl\u00e4rt die Studie, mit dem gemeinsamen Rundfunk ARD \u00fcber\u00adn\u00e4hmen B\u00fcrger Verantwortung f\u00fcr ihr eigenes Wohlergehen. Die ARD sei gemeinschaftlich organisierte F\u00fcrsorge des Einzelnen f\u00fcr seine mediale Freiheit und Selbstbestimmtheit. Die Beteiligung am gemeinsamen Rundfunk ARD sei deshalb eine Handlung der kulturellen und demokratischen Eigenf\u00fcrsorge.<\/p>\n\n\n\n<p>Ratschl\u00e4ge gibt es auch f\u00fcr den Umgang mit Vorw\u00fcrfen wie \u201eL\u00fcgenpresse\u201c, \u201eStaatsfunk\u201c, \u201eSteigb\u00fcgel der Politik\u201c, \u201eDinosaurier\u201c, \u201eKrake mit Wasserkopf\u201c, \u201eaufgebl\u00e4hter Selbstbedienungsladen\u201c mit \u201eausufernden Renten\u201c und \u201eMillionengeh\u00e4lter f\u00fcr prominente Fernsehgesichter\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Mehrere Zeitungen berichteten bereits hiervon und \u00fcbten Kritik. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb von \u201esemantischer Gehirnw\u00e4sche\u201c, und die Zeitung &#8222;Bild&#8220; titelte j\u00fcngst \u201eSo will die ARD uns umerziehen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gutachten ist zufinden unter \u201e<a href=\"https:\/\/cdn.netzpolitik.org\/wp-upload\/2019\/02\/framing_gutachten_ard.pdf\">https:\/\/cdn.netzpolitik.org\/wp-upload\/2019\/02\/framing_gutachten_ard.pdf<\/a>\u201d.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Ein in auf &#8222;netzpolitik.org&#8220; ver\u00f6ffentlichtes Gutachten sorgt seit Tagen f\u00fcr Aufregung. Es tr\u00e4gt den Titel \u201eFraming-Manual\u201c und war vor zwei Jahren im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks von der Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling erstellt worden. 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