{"id":6654,"date":"2019-03-25T21:45:00","date_gmt":"2019-03-25T20:45:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=6654"},"modified":"2019-03-25T21:45:01","modified_gmt":"2019-03-25T20:45:01","slug":"kurt-schmidt-und-die-synthese-der-kuenste-in-der-orangerie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2019\/03\/25\/kurt-schmidt-und-die-synthese-der-kuenste-in-der-orangerie\/","title":{"rendered":"KURT SCHMIDT UND DIE SYNTHESE DER K\u00dcNSTE IN DER ORANGERIE"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Kunstsammlung Gera beteiligt sich an den landesweiten Aktivit\u00e4ten im \u201eTh\u00fcringer Bauhaus-Jahr 2019\u201c mit einem komplexen Ausstellungs- und Katalogprojekt, in dessen Zentrum das Schaffen des 1991 in Gera verstorbenen Bauhausk\u00fcnstlers Kurt Schmidt (1901-1991) steht. Dem Kunstmuseum seiner Wahlheimat Gera vertraute der K\u00fcnstler noch zu Lebzeiten seinen k\u00fcnstlerischen Nachlass an. Das ist ein Grund, sich dem Werk von Kurt Schmidt immer wieder unter neuen Aspekten zu widmen und sein Schaffen ins \u00f6ffentliche Licht zu r\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas Bauhaus war eine lebendige Ideenschule, ein Experimentierfeld auf den Gebieten der freien und angewandten Kunst, der Gestaltung, der Architektur und der P\u00e4dagogik.\u201c Das stellt Oberb\u00fcrgermeister Julian Vornarb fest und betont: \u201eDas Bauhaus kommt aus Th\u00fcringen und hat die Moderne in die ganze Welt getragen. In Weimar wurde gelehrt, aber gebaut wurde vor allem in Gera.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Suche nach innovativen Ans\u00e4tzen wurde am Bauhaus mit verschiedensten Materialien und Medien experimentiert. Vor allem auf der Bu\u0308hne wurde die Synthese der K\u00fcnste praktiziert: Malerei, Architektur, Tanz und Musik verschmolzen im Zusammenspiel von Form, Farbe, Licht, Musik und Bewegung miteinander.<\/p>\n\n\n\n<p>Einer der bedeutenden Protagonisten der Bauhaus-B\u00fchne war Oskar Schlemmer und ebenso sein Sch\u00fcler Kurt Schmidt, dessen Name heute weltweit mit dem Mechanischen Ballett identifiziert wird, das zu den ersten und revolution\u00e4rsten St\u00fccken der Bauhausb\u00fchne z\u00e4hlt. 1923 entwickelt, wurde es im selben Jahr w\u00e4hrend des Bauhausb\u00fchnendeb\u00fcts im Jenaer Stadttheater uraufgef\u00fchrt. Im Mechanischen Ballett offenbart sich einerseits die Begeisterung der Bauh\u00e4usler_innen f\u00fcr die Technifizierung der Welt, andererseits f\u00fcr eine neue abstrakte Bildsprache. Die \u00dcbertragung der Konstruktionsprinzipien der Maschine auf den Tanz sowie der Verzicht auf narrative Elemente verband sich mit dem Wunsch, \u201ebewegte Bilder\u201c zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Rahmen der Ausstellung wurde ausgehend von Kurt Schmidts \u201eMechanischem Ballett\u201c eine choreografische Neufassung von Torsten Blume mit Musik des Geraer Komponisten Burkhard Schlothauer initiiert, die am Theater Gera uraufgef\u00fchrt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurt Schmidt schuf zahlreiche Arbeiten im Spannungsfeld zwischen Musik, Theater und Bildender Kunst. Wie Kandinsky, bei dem Kurt Schmidt studierte, transferiert Schmidt musikalische Strukturen in ein visuelles Konzept und dynamisiert somit den Bildraum. Schmidt lotet dabei die Grenzen zwischen dem Abstrakt-Ephemeren und dem Visuell-Statischen aus. Doch immer wieder wendet sich Schmidt auch B\u00fchnenentw\u00fcrfen zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ausstellung m\u00f6chte einerseits dem Verh\u00e4ltnis von Musik, Theater und bildnerischem Schaffen im Werk von Kurt Schmidt nachgehen und andererseits Schmidts \u0152uvre im Umfeld gro\u00dfer K\u00fcnstlerpers\u00f6nlichkeiten wie Oskar Schlemmer, Paul Klee, Wassily Kandinsky, L\u00e1szl\u00f3 Moholy-Nagy, Hans Richter oder Xanti Schawinsky, die das intermediale Experiment Bauhaus ma\u00dfgeblich pr\u00e4gten, kontextualisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Zahlreiche Werke von Kurt Schmidt aus dem Bestand der Kunstsammlung Gera wurden f\u00fcr die Ausstellung neu gesichtet, zugeordnet und aufbereitet und k\u00f6nnen erstmals \u00f6ffentlich pr\u00e4sentiert werden. Hervorragende Leihgaben f\u00fcr diese Ausstellung kommen aus renommierten Sammlungen wie der Staatlichen Kunstsammlung Dresden, der Puppentheater Sammlung Dresden, der Theaterwissenschaftlichen Sammlung der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln und aus Schweizer Privatbesitz. <br>\nDie Ausstellung wird von Dr. Claudia Tittel kuratiert und es erscheint ein 300-seitiger Katalog in deutscher und englischer Sprache mit Texten u. a. von Claudia Tittel, Gerko Egert, Lars Rebehn und Torsten Blume.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ausstellungsprojekt entstand in Kooperation von Kunstsammlung Gera mit der Bauhaus-Universit\u00e4t Weimar, Fakult\u00e4t Medien und der Bauhaus Stiftung Dessau. <br>\nDar\u00fcber hinaus wird in der Ausstellung ein modernes Format der interaktiven Kunstvermittlung anhand einer Virtuell-Reality-Installation (VR) pr\u00e4sentiert. Die beiden Interface-Designer Jonas J\u00fclch (D) und Florian Froger (F) haben ein VR-Spiel zum \u201eTriadischen Ballett\u201c entwickelt, indem die Besucher_innen mit den Figurinen des Triadischen Balletts interagieren und so Formen, Farben und das Verh\u00e4ltnis von Tanz, Bewegung und Raum hautnah erleben k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWer im Bauhausjahr im vielstimmigen Konzert der Ausstellungen und Veranstaltungen bestehen will, ist gut beraten, ein wenig bekanntes aber eindringliches Instrument zu spielen. Mit der Pr\u00e4sentation des Nachlasses von Kurt Schmidt und den \u201eIntermedialen Experimenten am Bauhaus\u201c gelingt dies der Kunstsammlung Gera: Innovative Ans\u00e4tze der Bauhauszeit treffen in der Ausstellung auf innovative Vermittlungsans\u00e4tze von heute\u201c, freut sich Dr. Martin Hoernes, Generalsekret\u00e4r der Ernst von Siemens Kunststiftung und Vertreter einer der F\u00f6rderer des Projektes.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>K\u00fcnstler:<\/strong><br> Kurt Schmidt, Roman Clemens, Viking Eggeling, Werner Graeff, Ludwig Hirschfeld-Mack, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Fernand L\u00e9ger, L\u00e1szl\u00f3 Moholy-Nagy, Hans Richter, Walter Ruttmann, Xanti Schawinsky, Oskar Schlemmer, Lothar Schreyer, Kurt Schwerdtfeger, Andor Weininger<\/p>\n\n\n\n<p><strong>F\u00f6rderung:<\/strong><br> Gef\u00f6rdert wird das Ausstellungs- und Katalogprojekt durch die Th\u00fcringer Staatskanzlei, die Ernst von Siemens Kunststiftung, die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Th\u00fcringen, die SV SparkassenVersicherung Holding AG und die Sparkasse Gera-Greiz. Die VR-Installation im Mittelpavillon der Orangerie wird durch das Finanzministerium des Freistaates Th\u00fcringen gef\u00f6rdert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ausstellungsort:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Kunstsammlung Gera, Orangerie (S\u00fcd- und Mittelpavillon), Orangerieplatz 1, 07548 Gera<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Kurator:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Dr. Claudia Tittel, Gera<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Ausstellung:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>127 Exponate insgesamt, davon: 55 Malerei auf Papier (Aquarell\/Tempera), sechs Glasbilder, sieben Bauhaus-Marionetten, 42 Zeichnungen, acht Fotografien\/Collagen, zwei Objekte\/Plastiken, sechs Experimentalfilme, eine VR-Installation<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Ausstellungezeiten:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>M\u00e4rz bis 10. Juni 2019<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p><strong>Eintrittspreise:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>5 Euro, erm\u00e4\u00dfigt 3 Euro<\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Die Kunstsammlung Gera beteiligt sich an den landesweiten Aktivit\u00e4ten im \u201eTh\u00fcringer Bauhaus-Jahr 2019\u201c mit einem komplexen Ausstellungs- und Katalogprojekt, in dessen Zentrum das Schaffen des 1991 in Gera verstorbenen Bauhausk\u00fcnstlers Kurt Schmidt (1901-1991) steht. 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