{"id":6805,"date":"2019-04-05T00:41:32","date_gmt":"2019-04-04T22:41:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=6805"},"modified":"2019-04-05T00:41:34","modified_gmt":"2019-04-04T22:41:34","slug":"chic-parisien-im-museum-fuer-angewandte-kunst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2019\/04\/05\/chic-parisien-im-museum-fuer-angewandte-kunst\/","title":{"rendered":"CHIC PARISIEN IM MUSEUM F\u00dcR ANGEWANDTE KUNST"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Museum f\u00fcr Angewandte Kunst widmet sich in einer neuen Sonderausstellung der Pariser Mode am Beginn des 20. Jahrhunderts. Zu sehen sind rund 150 einzigartige Modegrafiken, die die Modelle der Haute Couture in zeitgen\u00f6ssischem Kolorit darstellen, erg\u00e4nzt durch fantastische Kleider und Accessoires, die einen Hauch der damaligen Zeit vermitteln.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.studiogera.de\/001_BILD\/ARTIKEL_042.jpg\" alt=\"\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Von der traumhaft verkl\u00e4rten Zeit des Art D\u00e8co geht bis heute eine faszinierende Anziehungskraft aus. Das \u201eGoldene Zeitalter\u201c verbindet sich mit ausschweifenden Leben, Revue, Theater oder neuen Tanzstilen wie Charleston, Swing und Stepptanz, kurzem Rocksaum, gerade geschnittenen Kleidern, Bubikopf und Topfh\u00fcten. Mit kurzeitigen Vergn\u00fcgungen entfloh man der gesellschaftlichen Realit\u00e4t, die von Krieg, Inflation und sozialen Krisen gepr\u00e4gt war. Der Modestil der 1920er Jahre wurde weitestgehend von der damaligen Kunstmetropole Paris beeinflusst, die viele avantgardistische K\u00fcnstler anzog.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Grundlage dieser Ausstellung sind Exponate aus den eigenen Sammlungen des Museums, die gr\u00f6\u00dftenteils noch nicht in der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert wurden. Erg\u00e4nzt wird die Schau durch Leihgaben einer hochkar\u00e4tigen Privatsammlung mit Modegrafiken, Kleidern, exzellenten Kosmetikkoffern, Schuhen und Kleidern.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.studiogera.de\/001_BILD\/ARTIKEL_043.jpg\" alt=\"\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>In Kooperation mit Dozenten der T\u00dcV-Rheinland Schule werden einige interessante Workshops angeboten. Interessierte k\u00f6nnen etwas zur Technik der Pochoir, einer speziellen Drucktechnik, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur attraktiven Wiedergabe in Journalen genutzt wurde, erfahren und anwenden. Dar\u00fcber hinaus wird eine alte Handwerkskunst, die Batik, neu entdeckt und ausprobiert. Eine F\u00fchrung unter nicht allt\u00e4glichen Aspekten f\u00fchrt das Thema der Angewandten Kunst und der Naturkunde zusammen. Die Termine hierf\u00fcr und weitere Veranstaltungen werden rechtzeitig in der Presse bekannt gegeben. F\u00fcr die gro\u00dfz\u00fcgige finanzielle Unterst\u00fctzung dankt die Stadt Gera der Th\u00fcringer Staatskanzlei. <br>\nWissenschaftliche Unterst\u00fctzung und fachtechnische Beratung erhielt das Projekt durch Dr. Adelheid Rasche vom Germanischen Nationalmuseum N\u00fcrnberg und dem Sammler Moritz van Beck. Die technische Umsetzung des Ausstellungsprojektes erfolgte mit Unterst\u00fctzung des Geraer Stadt- und Naturkundemuseums.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ausstellung ist vom 27. M\u00e4rz bis 2. Juni 2019 zu sehen. Das Museum f\u00fcr Angewandte Kunst hat mittwochs bis sonntags und an den Feiertagen von 12 Uhr bis 17 Uhr ge\u00f6ffnet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hintergrund<\/strong><br> Die gro\u00dfen Namen der Modebranche wie Paul Poiret, dem Modek\u00f6nig am Beginn des 20. Jahrhunderts oder Madeleine Vionnet sind heute Inbegriffe f\u00fcr exotische Kost\u00fcme bzw. elegante Mode. Das Frauenbild \u00e4nderte sich grundlegend seit Beginn des 20. Jahrhunderts, und insbesondere seit den zwanziger Jahren. Frauen gaben sich sportlich, fuhren Auto, erhielten eine berufliche Ausbildung und das Wahlrecht. Ihre neue Position erforderte auch eine andere Kleidung, die sich betont maskulin oder androgyn gab. Der neue Stil \u2014 Die Bezeichnung geht auf den Roman \u201eLa Gar\u00e7onne\u201c von Victor Marguerite (1866 bis 1942) zur\u00fcck, den er 1922 ver\u00f6ffentlichte und der zahlreiche Proteste und Kritiken hervorrief \u2014 vermied jede Betonung der Brust und der H\u00fcfte. Kurzgeschnittene Haare, als Bubikopf bezeichnet, geh\u00f6rten ebenso dazu wie k\u00fcrzere Rocks\u00e4ume oder hemdartige Kleider. Man trug unter anderem fleischfarbene Str\u00fcmpfe, schminkte sich das Gesicht wei\u00df und die Lippen rot. Monokel, lange Zigarettenspitzen und lange Perlenketten geh\u00f6ren zum Synonym der Mode dieser Zeit. Fransen, Pailletten, Perlen aus Glas oder Kunststoff, verzierten \u00fcppig die Tanz -und Festkleider, beispielsweise aus Seide oder T\u00fcll, die teilweise mit Schlitzen, tiefen Brust- und R\u00fcckenausschnitten versehen, mehr preisgaben als sie verbargen. Gro\u00dfer Beliebtheit erfreuten sich ebenso Accessoires aus Kunststoffperlen, die man aufstickte oder webte. \u2013 Kostbarkeiten der Schneiderkunst, denn vieles wurde in Handarbeit gefertigt, auch wenn es bereits N\u00e4h -, Strick- oder Stickmaschinen gab.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Beginn der 1930er Jahre war der Traum der Emanzipation mit der Propagierung des traditionellen Frauenbildes als Ehefrau und Mutter vorerst ausgetr\u00e4umt. Der Kleiderstil wurde mit Betonung typischer K\u00f6rperformen wieder femininer.<\/p>\n\n\n\n<p>Modezeichnungen erlebten zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen ungeheuren Aufschwung als wichtige Grundlage zur Verbreitung neuester Entw\u00fcrfe, beispielsweise in den legend\u00e4ren Monatszeitschriften \u201eVogue\u201c oder \u201eGazette du Bon\u201c. Je rasanter die gesellschaftliche und technische Entwicklung, umso kurzlebiger wurden Modesch\u00f6pfungen und erforderten auch die schnelle Vermarktung der Entw\u00fcrfe. Modezeichner dokumentieren nicht nur die exklusiven Entw\u00fcrfe der Designer, sondern setzen diese k\u00fcnstlerisch um. Farbenpr\u00e4chtig, exotisch oder elegant unter Verwendung verschiedener grafischer Techniken beinhalten sie unter anderem Elemente des Jugendstils, des Art D\u00e8co, oder des Expressionismus. <\/p>\n\n\n\n<p>Zur Beck&#8217;schen Sammlung geh\u00f6ren Zeichnungen von George Barbier, Eduardo Benito, A. E. Marty oder George Lepape, die f\u00fcr die bekannten Modeh\u00e4user und Designer wie Paul Poiret, Jeanne Lanvin oder Madelaine Vionnet arbeiteten. Modejournalisten und Gesch\u00e4ftsleute der Modebranche dr\u00e4ngten nach Paris, um \u00fcber die neuesten Kreationen informiert zu sein. Die Modeh\u00e4user der Haute Couture initiierten die ersten Modeschauen mit Mannequins und stellten mehrmals j\u00e4hrlich die neuen Kollektionen vor. Der Couturier n\u00e4hte die Kleider nicht mehr nach den Kundenw\u00fcnschen, sondern brachte seine eigenen Kreationen zu den Kundinnen. Repr\u00e4sentanten aus Politik, Gesellschaft, Kultur und Kunst lie\u00dfen sich von den Couturiers einkleiden und wurden durch die zunehmende Anzahl von Journalen und dem aufstrebenden Medium Film zu Multiplikatoren der Mode.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Das Museum f\u00fcr Angewandte Kunst widmet sich in einer neuen Sonderausstellung der Pariser Mode am Beginn des 20. Jahrhunderts. 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