{"id":6925,"date":"2019-04-16T20:28:16","date_gmt":"2019-04-16T18:28:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=6925"},"modified":"2019-04-16T20:28:18","modified_gmt":"2019-04-16T18:28:18","slug":"ueber-die-herkunft-und-ausbreitung-der-masern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2019\/04\/16\/ueber-die-herkunft-und-ausbreitung-der-masern\/","title":{"rendered":"\u00dcBER DIE HERKUNFT UND AUSBREITUNG DER MASERN"},"content":{"rendered":"\n<p>Weltweit ist die Zahl der gemeldeten Masern-F\u00e4lle deutlich gestiegen. In Genf teilte die Weltgesundheitsorganisation mit, von Januar bis M\u00e4rz 2019 waren es viermal so viele wie im Vorjahreszeitraum. Allerdings werde sch\u00e4tzungsweise nur jede zehnte Erkrankung gemeldet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die meisten F\u00e4lle gibt es in Afrika. Madagaskar ist mit 120&#8217;000 Erkrankungen seit September 2018 besonders betroffen, ebenso die Demokratische Republik Kongo. In anderen afrikanischen L\u00e4ndern nehme die Zahl der Erkrankungen ebenfalls deutlich zu. Aber auch in Asien, Europa und den USA erkranken immer mehr Menschen an Masern.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Grund f\u00fcr den weltweiten Anstieg ist die zunehmende Mobilit\u00e4t bei einem hierf\u00fcr nicht ausreichenden Schutz. Die Krankheit hat allerdings nicht dort ihren Ursprung, wo die meisten F\u00e4lle gez\u00e4hlt werden und sie sich am schnellsten ausbreitet. Auch sind starke Schwankungen der Fallzahlen typisch f\u00fcr die Masern.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mensch ist der einzige Wirt des Virus, welches die Krankheit ausl\u00f6st und durch Husten, Niesen oder abgegebene Sekrete \u00fcbertragen wird. Hervorgegangen ist es wahrscheinlich zwischen dem elften und zw\u00f6lften Jahrhundert aus einem Typ des Rinderpest-Virus, den die Hunnen und Mongolen ab dem Jahre 376 aus Asien eingeschleppt hatten. Es gibt jedoch auch Symptom-Beschreibungen aus dem siebten und zehnten Jahrhundert. Gro\u00dfe Masern-Epidemien mit vielen Toten gab es im Mittelalter. In der Neuzeit brachten die Europ\u00e4er das Virus nach Amerika, wo gro\u00dfe Teile der Bev\u00f6lkerung an den dadurch entstandenen Krankheiten starben.<\/p>\n\n\n\n<p>Anhand der acht Formen mit insgesamt 24 bekannten Genotypen k\u00f6nnen die Infektionswege zur\u00fcckverfolgt werden. In Mitteleuropa sind h\u00e4ufig die Typen B3 und D8 anzutreffen. Das RKI schreibt, das Virus besteht fort, solange eine ausreichende Zahl empf\u00e4nglicher Individuen eine Zirkulation des Erregers erm\u00f6glicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Laut einem Bericht der S\u00fcddeutschen Zeitung vom 1. Februar 2018 (siehe <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/gesundheit\/masernausbruch-wie-rumaenien-im-kampf-gegen-masern-versagt-1.3840233-4\">https:\/\/www.sueddeutsche.de\/gesundheit\/masernausbruch-wie-rumaenien-im-kampf-gegen-masern-versagt-1.3840233-4<\/a>) f\u00fchrt der j\u00fcngste Ausbruch in Europa vermutlich zun\u00e4chst in das rum\u00e4nische Dorf Zizin. Die betroffenen Bewohner, Angeh\u00f6rige der Roma, seien in dem 20 Kilometer entfernten Krankenhaus Bra\u015fov behandelt worden. Anfang 2017 wurden im S\u00fcdosten Ungarns 29 F\u00e4lle gemeldet. Es folgten Ausbr\u00fcche in Serbien und dem Kosovo. Danach k\u00f6nnte das Virus nach \u00d6sterreich, die Tschechische Republik, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, Spanien, Gro\u00dfbritannien und Belgien gelangt sein. In Italien gab es Anfang November 2017 mit 4794 F\u00e4llen den schlimmsten Ausbruch. In Belgien begann der Ausbruch im Dezember 2016 in der Stadt Charleroi. Er ging von einem dort lebenden Rum\u00e4nen aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch das Virus habe nicht aus Rum\u00e4nien gestammt. Denn dort h\u00e4tten fr\u00fchere Ausbr\u00fcche den Genotyp D4 gehabt. Das gegenw\u00e4rtige Virus geh\u00f6re jedoch zum Stamm B3. Die Neue Z\u00fcrcher Zeitung berichtete am 14. M\u00e4rz 2018 (siehe <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/rumaeniens-vermeidbare-epidemie-ld.1365634\">https:\/\/www.nzz.ch\/international\/rumaeniens-vermeidbare-epidemie-ld.1365634<\/a>) von einem Ausbruch im Januar 2016 in der Roma-Gemeinde Reteag im Norden Rum\u00e4niens. Dort leben wohlhabende Familien, die einen gro\u00dfen Teil des Jahres in Italien verbringen und Waren handeln. Zwei offenbar nicht geimpfte Roma-Kinder seien infiziert in ihr Dorf zur\u00fcckgekehrt. In der \u00e4rmeren Roma-Gemeinde Zizin habe sich das Virus schnell ausbreiten k\u00f6nnen, weil dort mutma\u00dflich die H\u00e4lfte der in den vergangenen Jahren zur Welt gekommenen Kinder nicht geimpft war. Bis August 2016 konnten sich die Masern schlie\u00dflich \u00fcber ganz Rum\u00e4nien verteilen.<\/p>\n\n\n\n<p>Laut UNICEF stieg die Zahl der gemeldeten Erkrankten im Jahre 2018 in folgenden zehn L\u00e4ndern am st\u00e4rksten im Vergleich zum Vorjahr an: Ukraine (+ 30 %), Philippinen (+ 13 %), Brasilien (2018: 10&#8217;262 F\u00e4lle; 2017: null), Frankreich, Madagaskar, Jemen, Venezuela, Serbien, Sudan, Thailand.<br> Die WHO nennt in ihrer Mitteilung vom 15. April 2019 die Demokratische Republik Kongo, \u00c4thiopien, Georgien, Kasachstan, Kirgistan, Madagaskar, Myanmar, Philippinen, Sudan, Thailand und die Ukraine als Staaten mit der st\u00e4rksten Ausbreitung.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Seite <a href=\"https:\/\/www.rki.de\/DE\/Content\/Infekt\/Impfen\/ImpfungenAZ\/MMR_Masern\/Masern.html\">https:\/\/www.rki.de\/DE\/Content\/Infekt\/Impfen\/ImpfungenAZ\/MMR_Masern\/Masern.html<\/a> informiert das Robert-Koch-Institut \u00fcber die Schutzimpfung gegen Masern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Weltweit ist die Zahl der gemeldeten Masern-F\u00e4lle deutlich gestiegen. In Genf teilte die Weltgesundheitsorganisation mit, von Januar bis M\u00e4rz 2019 waren es viermal so viele wie im Vorjahreszeitraum. 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