{"id":6951,"date":"2019-04-23T06:01:41","date_gmt":"2019-04-23T04:01:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=6951"},"modified":"2019-04-22T23:26:42","modified_gmt":"2019-04-22T21:26:42","slug":"das-leben-auf-der-erde-ein-zufall-oder-mehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2019\/04\/23\/das-leben-auf-der-erde-ein-zufall-oder-mehr\/","title":{"rendered":"DAS LEBEN AUF DER ERDE \u2013 EIN ZUFALL ODER MEHR?"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Leben kann man aus vielen Perspektiven betrachten. Eine allgemeing\u00fcltige wissenschaftliche Definition gibt es nicht, aber man hat sich auf verschiedene Kennzeichen einigen k\u00f6nnen. Im Blick steht dabei die einzelne Zelle bzw. das durch gemeinsames Zusammenwirken mehrerer Zellen zustandekommende, vielzellige Individuum. Was es mit diesen komplexen Strukturen auf sich hat und ob diese einen tieferen Sinn haben, dar\u00fcber gibt es nur Vermutungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zellen betreiben Stoffwechsel, replizieren sich, einige kooperieren miteinander und bilden so gr\u00f6\u00dfere Einheiten, z. B. den Menschen. Es handelt sich bei Mehrzellern also um einen Verbund, der gemeinsames koordiniertes Agieren erm\u00f6glicht. Aufgrund der Spezialisierungen k\u00f6nnten die einzelnen Zellen au\u00dferhalb dieses Systems nicht aber \u00fcberleben.<\/p>\n\n\n\n<p>Erste mehrzellige Lebewesen entstanden vor etwa 2,1 Milliarden Jahren, und bis zum Menschen kann man von einer beachtlichen Entwicklung sprechen \u2014 ausgel\u00f6st durch eine Anreihung zahlreicher Zuf\u00e4lle, die etwas geschaffen haben, f\u00fcr das es eigentlich die geringste Wahrscheinlichkeit gibt. Setzt sich dies so fort, k\u00f6nnte das f\u00fcr die Zukunft bedeuten, die Entwicklung des Lebens nimmt den Weg, der aus heutiger Sicht der unwahrscheinlichste ist. Aber wohin f\u00fchrt dieser?<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man die Funktion des Lebens so definiert, dass es in der Lage ist, eine komplexe Struktur dauerhaft gegen die Entropie aufrecht zu erhalten, dann k\u00f6nnte es den Sinn haben, die Verg\u00e4nglichkeit \u00fcber verschiedene Etappen zu \u00fcberwinden und gleichzeitig etwas neues zu schaffen. Mit Blick auf die bisherige Entwicklung und der Suche nach dem, was diese im Wesentlichen ausmacht, l\u00e4sst sich m\u00f6glicherweise der weitere Verlauf extrapolieren.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend die leblose Natur der Erosion, dem Verschlei\u00df und Zerfall unterliegt, kann sich das Leben dem entziehen \u2014 vorausgesetzt, man betrachtet nicht jedes Individuum f\u00fcr sich, sondern den gesamten Strang. Das erfordert eine neue Sichtweise, bei der nicht die Existenz und Weiterentwicklung des einzelnen Wesens im Mittelpunkt steht, sondern die gesamte Struktur, deren Komplexit\u00e4t an den Ver\u00e4stelungen zunimmt. Die Entropie wirkt auf die unbelebte Natur und f\u00fchrt dazu, dass von der heutigen Welt irgendwann einmal nichts mehr \u00fcbrig bleibt. Das Leben k\u00f6nnte bei dieser Annahme etwas sein, dass den Fortbestand sichert oder sogar den Keim f\u00fcr eine neue Existenz bildet.<\/p>\n\n\n\n<p>Auff\u00e4llig an der bisherigen Entwicklung des Lebens sind auch die immer wieder kehrenden Phasen gro\u00dfen Artensterbens. Die augenscheinlich dominanten und am weitesten entwickelten Arten schaffen Bedingungen, die anderen das \u00dcberleben erschweren. Von letzteren werden eine gr\u00f6\u00dfere Anpassungsgabe, Ausdauer und neue F\u00e4higkeiten abverlangt. Schlie\u00dflich stirbt die dominante Art aus und schafft so Platz f\u00fcr eine neue Generation.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch dieses Auswahlprinzip wird m\u00f6glicherweise auch der Menschen von der Erde verschwinden. Er befindet sich auf einem Posten, den einst die Saurier inne hatten. Jene, die glauben, der Fortschritt best\u00fcnde in der Weiterentwicklung der Technik und die Zukunft sei das Zusammenwirken zwischen Mensch, Computer und k\u00fcnstlicher Intelligenz, w\u00e4ren dann der aussterbende Ast im Baum des Lebens.<\/p>\n\n\n\n<p>Geht man n\u00e4mlich davon aus, dass sich im Zuge der technischen Entwicklung irgendwann einmal Mensch und Maschine verbinden und viele Abl\u00e4ufe automatisiert sein werden, stellt sich die Frage, welche Konsequenzen dies hat. Der Energiebedarf w\u00fcrde steigen, auch Bedarf an Ressourcen und Fl\u00e4chen. Dass man dazu neigt, einen steigenden Energiebedarf als Merkmal einer Zivilisation anzusehen, zeigt die Astrophysik. Dort wurde zur Erkennung der Entwicklungsstufe extraterrestrischer Zivilisationen die sogenannte Kardaschow-Skala entwickelt. Bislang konnte aber noch nichts beobachtet werden, was sich hier einordnen lie\u00dfe. Die Wissenschaft geht zudem davon aus, dass technische Zivilisationen nur f\u00fcr eine begrenzte Zeit existieren und dann wieder verschwinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies w\u00fcrde aber bedeuten, dass der Weg zur Technisierung, den wir gerade auf der Erde beschreiten, in eine Sackgasse f\u00fchrt. Derzeit stehen wir am Beginn einer \u00c4ra, in der die k\u00fcnstliche Intelligenz eine bedeutenden Rolle einnehmen wird. Denkbar w\u00e4re folgender Verlauf: Die Abh\u00e4ngigkeit von technischen Ger\u00e4ten w\u00e4chst und es ensteht eine Bev\u00f6lkerungsschicht, die das freie Denken und die Orientierung ohne Hilfsmittel verlernt, kein umfassendes Wissen besitzt, sondern nur Bruchst\u00fccke erh\u00e4lt, entsprechend ihrer Aufgabe. Sie ist, um ihre Aufgaben und den Tag zu bew\u00e4ltigenden, auf Programme angewiesen, die andere f\u00fcr sie erstellt haben, und sie bewegt sich gedanklich in einem Korridor, den andere f\u00fcr sie geschaffen und eingerichtet haben. Diese Bev\u00f6lkerungsschicht hat nicht das Bestreben, nach \u00fcbergeordneten Zusammenh\u00e4ngen zu fragen oder das gro\u00dfe Ganze erkennen zu wollen. Stattdessen l\u00e4sst sie sich anleiten, das Erlebte einzuteilen, fragmentiertes Wissen zu sammeln und weiterzugeben. Ihr wird das Denken in festen Kategorien gelehrt, das Trennen und Einordnen des Erlebten in Schubladen, sodass Zusammenh\u00e4nge nicht mehr erkennbar werden. Auf diese Weise wird sie sich ihrer Situation nicht gewahr und kann beliebig dirigiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>So ist es auch bei der Scheidung zwischen dem Menschen auf der einen Seite, und der Natur auf der anderen. Der Mensch sieht sich von der \u00fcbrigen Natur losgel\u00f6st und glaubt auch, autonom zu handeln. Doch tats\u00e4chlich ist er weiterhin ein fester Bestandteil dieser. Er kann sich auch gar nicht von dieser lossagen, sondern tut, ebenso wie alle anderen Lebenwesen, was seine Biologie vorgibt und wonach er Verlangen sp\u00fcrt. Damit bewegt er sich eindeutig innerhalb eines \u00fcbergeordneten Systems, wenngleich er sich dessen Existenz nicht bewusst ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu k\u00f6nnte die Dystopie geh\u00f6ren, dass sich der technisierte Mensch um seine Lebensgrundlagen bringt, seine F\u00e4higkeiten nach und nach verliert und die Mehrheit sich schlie\u00dflich selbst er\u00fcbrigt. Ein solcher Werdegang w\u00e4re unter dieser Annahme notwendig, weil er eine neue Entwicklung erzwingt. Vielleicht hat es das schon einmal gegeben und Forscher sto\u00dfen dereinst im Weltraum auf \u00dcberbleibsel einer solchen Zivilisation. Damit lie\u00dfe auch die Frage beantworten, weshalb in der Weite des Raumes keine hochentwickelten technischen Systeme zu ersp\u00e4hen sind. Es wird hier wahrscheinlich nach etwas falschem gesucht, nach evolution\u00e4ren Blindl\u00e4ufern.<\/p>\n\n\n\n<p>Mittlerweile empfinden auch immer mehr Menschen ein mulmiges Gef\u00fchl bei der in Aussicht gestellten technischen Zukunft, und es scheint einen inneren Widerstand und Vorbehalte gegen diese Entwicklung zu geben. Haben solche inneren Vorbehalte eine Bedeutung oder m\u00fcssen sie \u00fcberwunden werden? Eine Zukunft, die Unbehagen ausl\u00f6st, kann schlie\u00dflich nicht der ideale Weg sein, glauben Skeptiker und meinen, dass wir die Anlagen f\u00fcr die n\u00e4chsten Entwicklungsschritte bereits in uns tragen m\u00fcssten, und diese deshalb gar kein Unbehagen hervorrufen sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Richtung lasse sich herleiten, da die Entwicklung des Lebens als Ganzes den Bed\u00fcrfnissen seiner Individuen folge, sagen Anh\u00e4nger dieses Gedankens.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.studiogera.de\/001_BILD\/ARTIKEL_038.gif\" alt=\"\" \/><figcaption> <br><em>Abraham Maslow beschrieb menschliche Bed\u00fcrfnisse und Antriebe. Seine Bed\u00fcrfnispyramide zeigt verschiedenen Ebenen. Erst kurz vor seinem Tode erweitere er das Modell um die \u201eTranszendenz\u201c.<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Wesentliche bei der Entwicklung des Lebens ist, so k\u00f6nnte man es sehen, eine immer umfassendere Wahrnehmung der Umwelt, die Vernetzung einzelner biologischer Einheiten zu etwas gr\u00f6\u00dferem, die Herausbildung eines Bewusstseins und wohl auch die M\u00f6glichkeit zu fragen, ob dies nicht eine tiefere Bedeutung hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Menschen m\u00fcssen hier jedoch zun\u00e4chst eine anerzogene Abneigung \u00fcberwinden, sich damit auseinanderzusetzen. Denn das Denken ist noch immer auf den pers\u00f6nlichen Erfolg ausgerichtet, welchen man durch Rang, Titel, Besitz und Macht zu erkennen glaubt. Zu diesem Zwecke wird Wissen angesammelt und verwendet, und h\u00e4ufig auch, um sich aus einer materiellen oder existenziellen Notlage befreien zu k\u00f6nnen. Alles \u00fcbrige ist unter diesen Pr\u00e4missen irrelevant.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Gedanke, dass sich das Leben letztendlich auf einer anderen Ebene weiterentwickeln k\u00f6nnte, das Bewusstsein der wesentliche Aspekt und Schl\u00fcssel f\u00fcr den Fortbestand der Dinge ist, passt nicht in das gegenw\u00e4rtige Verst\u00e4ndnis von der Welt und wird gr\u00f6\u00dfenteils abgelehnt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Das Leben kann man aus vielen Perspektiven betrachten. Eine allgemeing\u00fcltige wissenschaftliche Definition gibt es nicht, aber man hat sich auf verschiedene Kennzeichen einigen k\u00f6nnen. 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