{"id":7177,"date":"2019-05-16T00:37:14","date_gmt":"2019-05-15T22:37:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=7177"},"modified":"2019-05-16T00:41:23","modified_gmt":"2019-05-15T22:41:23","slug":"die-geschichte-der-orte-trebnitz-und-laasen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2019\/05\/16\/die-geschichte-der-orte-trebnitz-und-laasen\/","title":{"rendered":"DIE GESCHICHTE DER ORTE TREBNITZ UND LAASEN"},"content":{"rendered":"\n<p>Trebnitz und Laasen bilden zusammen den zu Gera geh\u00f6renden Ortsteil Trebnitz im Nordosten der Stadt. Trebnitz liegt auf der Spitze einer Hochebene, Laasen in einer angrenzenden idyllischen Talsenke. Zur Herrschaft Reu\u00df geh\u00f6rig, wurde Laasen 1333 als Vorwerk erstmals urkundlich erw\u00e4hnt. Die in slawischer Besiedlungszeit entstandene Rodungssiedlung Trebnitz erscheint auf einer Urkunde vom 17. Februar 1376 als &#8222;Trebnicz&#8220;, auf der festgehalten ist, dass Vogt Heinrich von Gera dem Kloster Kronschwitz Zinsen verleiht. Der Ortsname ist abgeleitet von &#8222;trebiti&#8220;, was &#8222;roden&#8220; bedeutet. Trebnitz liegt an der einstigen Handelsstra\u00dfe von Ronneburg nach Eisenberg und befand sich im Besitz der V\u00f6gte von Gera bzw. des Hauses Reu\u00df. Nur in den Jahren 1514 bis 1574 geh\u00f6rte der Ort der Familie von Etzdorf. Im Jahre 1647 z\u00e4hlte Trebnitz 108 Einwohner.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kirche St. Nikolaus wurde im Jahre 1672 in ihrer heutigen Grundform fertiggestellt. 1744 wurde das Schiff umgebaut und im Westen durch einen Logenanbau f\u00fcr die Gutsherrenschaft Laasen erweitert. Den achteckigen Turmaufsatz mit geschwungener Haube erhielt die Kirche im Jahre 1800. Von 1988 bis 1993 restaurierte man das innere der Kirche.<\/p>\n\n\n\n<p>In den folgenden Jahrhunderten siedelten sich in beiden Ortschaften einige Familien an, die vom Kupfer- und Silbererzabbau lebten. In den Jahren 1560 bis 1734 wurde bei Trebnitz in Richtung Zschippach, Culm und Dorna Kupferschiefer unter Tage abgebaut. Diesen verarbeitete man von 1562 bis 1569 und von 1706 bis 1731 in der Schmelzh\u00fctte neben der Kuhbr\u00fccke, sowie Anfang des XVII. Jahrhunderts in der Schmelzh\u00fctte bei der Klotzm\u00fchle (Schmelzh\u00fcttenstra\u00dfe). Als die mageren Vorkommen ersch\u00f6pft waren, konzentrierte man sich zunehmend auf die Landwirtschaft. Um 1870 z\u00e4hlte der Ort jeweils eine Kirche, Schule, Armenhaus, Hirtenhaus, Spritzenhaus sowie 38 Privath\u00e4user und 30 Scheunen, Es lebten dort 24 Bauern, zwei Maurer, B\u00f6ttcher und Kr\u00e4mer, au\u00dferdem jeweils ein Zimmerer, Kornh\u00e4ndler, Schmied, Schneider, Stellmacher, Tierarzt sowie 500 G\u00e4nse, 391 Schafe, 237 Rinder, 169 Schweine, 52 Pferde und 15 Ziegen.<br>\nAuch als Schulstandort war Trebnitz in der Umgebung bekannt. Der fr\u00fcheste Nachweis stammt aus dem Jahre 1590. Das alte Schulhaus wurde im Jahre 1902 aufgegeben, und ein neues an anderer Stelle errichtet. 1970 wurde der Schulbetrieb nach Brahmenau verlegt und das Geb\u00e4ude als Kindergarten genutzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahre 1950 wurde die Ortschaft Laasen nach Trebnitz eingemeindet. Einen Zusammenschluss hatte es kurzzeitig schon im Jahre 1923 gegeben. Im Jahre 1954 bildeten die Trebnitzer Bauern eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, welche sich 1968 mit den LPG in Schwaara und Laasen zusammenschloss. Am 1. Juli 1994 wurde Trebnitz mit dem Ortsteil Laasen im Zuge der Gebietsreform nach Gera eingemeindet. Die Gemeinde Trebnitz legte dagegen Widerspruch ein. Das Verfassungsgericht wies diesen jedoch im Jahre 1997 ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Mauerfall er\u00f6ffnete sich auch hier ein neuer Zeitabschnitt. So begann die damalige Gemeinde mit der Planung eines gro\u00dfen Gewerbegebietes, die auch nach der Eingemeindung fortgef\u00fchrt wurde. Auf diesem etablierten sich mit Globus, errichtet 1992, und Selgros, errichtet 1998, ein Einzelhandelsmarkt und ein Gro\u00dfhandelsmarkt, die bis heute ihre Betriebsst\u00e4tten st\u00e4ndig weiter ausbauen. Im Laufe der Jahre siedelten sich noch weitere Firmen im Ortsteil an und so gibt es neben der alteingesessenen B\u00e4ckerei, einem Vertrieb von Imkereitechnik sowie Tischlerei, Autohandel und Malerfachbetrieb einen gro\u00dfen Bestand an Firmen, die in dem direkt an der Autobahn 9 gelegenen Ortsteil von Gera ans\u00e4ssig sind. Neben neuen Arbeitspl\u00e4tzen und kurzen Einkaufswegen stehen auch Belastungen, wie Fragen der Entw\u00e4sserung und L\u00e4rmbelastung durch Autoverkehr zur Diskussion, an deren L\u00f6sung der Ortsteilrat mitarbeitet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.studiogera.de\/001_BILD\/ARTIKEL_047.jpg\" alt=\"\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Mit hoher Eigeninitiative der Anwohner konnten die H\u00e4user und ihre Anwesen saniert werden; Neubauten kamen hinzu und es entstanden wahre Schmuckst\u00fccke im Ortsteil. Auch die noch heute t\u00e4tigen Vereine, wie der Jugendklub, der 1958 gegr\u00fcndete Dorfklub, die Kirchgemeinde, die Frauengymnastikgruppe, der Kegelverein, der Posaunenchor sowie die Volkssolidarit\u00e4t, bewahren die d\u00f6rflichen Traditionen und leisten einen wesentlichen Anteil bei der Weiterentwicklung der Ortschaft. Wahre Schmuckst\u00fccke sind dabei die bereits 1444 gebaute und restaurierte Dorfkirche, der Jugendklub, das Vereinshaus des Dorfklubs sowie die Kegelbahn. Diese Errungenschaften sind vorwiegend auf die Eigeninitiative der Vereine und die gute Zusammenarbeit untereinander zur\u00fcckzuf\u00fchren. So gelingt es ebenfalls jedes Jahr wieder, solche H\u00f6hepunkte wie den Fasching, den Kinderfasching, das Brunnenfest, das Maibaumsetzen, den Kindertag, das Sommerfest, das Herbstfeuer, den Weihnachtsmarkt sowie kirchliche Feste f\u00fcr alle Einwohner des Ortes zu organisieren.<\/p>\n\n\n\n<p><br>1999 wurde eine Sammelaktion zur Sanierung der Gedenktafel f\u00fcr die Gefallenen des I. Weltkrieges und f\u00fcr die Anbringung einer Tafel der Gefallenen des II. Weltkrieges ins Leben gerufen. Durch die gesammelten Spendengelder konnte das Denkmal in Trebnitz im Jahr 2002 eingeweiht werden. Wiederum durch Spendengelder der Einwohner und andere Mittel wurde im Jahre 2013 der Turm der Kirche St. Nikolaus saniert. Am 14. Juni 2014 bedankte sich die Kirchgemeinde mit einem Chorkonzert bei allen Spendern und Helfern. Doch wie vielerorts gibt es auch in Trebnitz und Laasen noch einiges zu tun, damit die Lebensqualit\u00e4t verbessert werden kann und auch das Aussehen des Ortsteiles seinen Charakter und seine Ansicht nicht verliert. Der Ortsteilrat, die Vereine sowie die B\u00fcrger wollen auch weiterhin alles f\u00fcr einen lebendigen und lebenswerten Ort tun und die Stadt in ihrer Arbeit unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG\/HARALD EICHLER<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Trebnitz und Laasen bilden zusammen den zu Gera geh\u00f6renden Ortsteil Trebnitz im Nordosten der Stadt. Trebnitz liegt auf der Spitze einer Hochebene, Laasen in einer angrenzenden idyllischen Talsenke. 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