{"id":8539,"date":"2019-09-22T00:44:25","date_gmt":"2019-09-21T22:44:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=8539"},"modified":"2019-09-22T23:31:58","modified_gmt":"2019-09-22T21:31:58","slug":"klima-pavillon-wechselt-von-jena-nach-gera","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2019\/09\/22\/klima-pavillon-wechselt-von-jena-nach-gera\/","title":{"rendered":"KLIMA-PAVILLON WECHSELT VON JENA NACH GERA"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Am 19. September 2019 wurde in der Stadt Jena der Klima-Pavillon an die Stadt Gera \u00fcbergeben. Die Begr\u00fc\u00dfung erfolgte durch Prof. Dr. Sell, dem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Th\u00fcringer Green-Tech-Agentur. Frau Ministerin Siegesmund blickte zur\u00fcck auf die Zeit des Klimapavillons in Jena und erl\u00e4uterte, warum das Thema der Landesregierung so wichtig ist. Lesen Sie hierzu die Mitteilung der Stadtverwaltung!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Geras Oberb\u00fcrgermeister Julian Vonarb begr\u00fcndete noch einmal, weshalb sich Gera um den Klimapavillon beworben hat.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDer Klima-Pavillon in Gera ist ein gro\u00dfartiger Leuchtturm, um die Bev\u00f6lkerung unserer Stadt und weit dar\u00fcber hinaus auf eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen unserer Zeit aufmerksam zu machen \u2014 dem Klimawandel. Der Schutz der Umwelt und des Klimas sowie die Anpassung an bereits stattgefundene und zuk\u00fcnftige Ver\u00e4nderungen sind dr\u00e4ngender denn je. Der Klima-Pavillon ist eine sehr markante und einpr\u00e4gsame Plattform, um Informationen zu transportieren, auf Probleme hinzuweisen, Unterst\u00fctzer zu finden, Netzwerke zu schaffen, Menschen zu begeistern und zum Handeln zu bewegen.\u201c<\/p><cite>Oberb\u00fcrgermeister Julian Vonarb<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Klimaph\u00e4nomene in Gera gab es in den letzten Jahren zur Gen\u00fcge \u2014 von einer Raupenplage, Baumsterben, Starkregen, St\u00fcrmen bis zum Hochwasser 2013, dass die Region stark getroffen hatte. Im Anschluss folgte die Schl\u00fcssel\u00fcbergabe und eine Verlosung von Preisen zur diesj\u00e4hrigen Klima-Ralley. <br> Nach seinen Stationen 2017 in Apolda, 2018 in Weimar und 2019 in Jena wird der Klima-Pavillon 2020 nach Gera weiterziehen. Die Stadt Gera hatte sich daf\u00fcr erfolgreich an einem Wettbewerb beteiligt.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielseitige Veranstaltungsformate sind denk- und umsetzbar. Klimamanager Thomas Krau\u00dfe hofft, damit viele Projekte in der Stadt Gera anschieben und bewegen zu k\u00f6nnen. Gera ist als Oberzentrum mit knapp 100&#8217;000 Einwohnern nach Erfurt und Jena die drittgr\u00f6\u00dfte Stadt Th\u00fcringens und damit essentieller Baustein, um die vom Freistaat Th\u00fcringen gesetzten Klimaziele erreichen zu k\u00f6nnen. Daf\u00fcr braucht es ein Umdenken in der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n\n\n\n<p>Erste Gespr\u00e4che mit dem Klimaschutzmanager der Stadt Gera f\u00fcr 2020 haben bereits stattgefunden. Am 2. Oktober 2019 ist eine Pr\u00e4sentation und Gespr\u00e4ch gemeinsam mit dem Oberb\u00fcrgermeister f\u00fcr die Presse, Vereine und Initiativen in Gera zur Vorbereitung 2020 geplant.<\/p>\n\n\n\n<p>HINTERGRUND \u2014 DIE STADT GERA UND DAS KLIMA<\/p>\n\n\n\n<p><strong>I. konkrete Probleme in Gera durch den Klimawandel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Raupenplage<br>\nDie Stadt k\u00e4mpfte erst im Juni 2019 gegen eine gro\u00dfe Schwammspinner-Raupenplage im s\u00fcdlichen Stadtgebiet. Die Raupen vermehrten sich in Massen und fra\u00dfen s\u00e4mtliche Pflanzen, besonders Eichen kahl. Diese konnten sich unter der zus\u00e4tzlichen Hitze und Trockenheit nur schwer erholen. Es war eine Zumutung f\u00fcr die B\u00fcrger. Gestank, \u00c4sthetik und wirtschaftliche Sch\u00e4den in G\u00e4rten wurden beklagt. Da die Temperaturen im Winter zu milde waren, konnten die Eier des Schwammspinners diesen unbeschadet \u00fcberstehen. Eine Bek\u00e4mpfung mit Pestiziden war nicht m\u00f6glich, da die Umwelt- und Gesundheitsgef\u00e4hrdung zu hoch gewesen w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Problem Stadtgr\u00fcn\/Baumsterben<br> Die Stadtb\u00e4ume sind in einem schlechten Zustand, und in den W\u00e4ldern ist ein Baumsterben zu beobachten: erst waren es Fichten und Kiefern, jetzt sind in besonderem Ma\u00dfe sogar Buchen durch Hitzebelastung, durchgetrocknete B\u00f6den, Baumsch\u00e4dlinge\/Krankheiten wie Borkenk\u00e4fer (sehr starke Vermehrung durch verl\u00e4ngerte Vegetationsperioden) betroffen. Herr Mittenzwey, Leiter des Fachdienstes Stadtgr\u00fcn, hat zwar 1000 Setzlinge f\u00fcr den Wald organisiert, aber leider geht es dennoch vielen B\u00e4umen schlecht bzw. sterben diese ab, weil ihnen schlicht das Wasser fehlt. Es gibt ein Problem bei der Artenauswahl bei Stadtbaum-Neupflanzungen wegen der sommerliche Hitzebelastung. Gerade in einer Stadt mit hohem Altersdurchschnitt ist man auf viel Stadtgr\u00fcn angewiesen, damit Hochbetagte, aber vor allem auch kleine Kinder, extreme Temperaturen im Sommer auch zuk\u00fcnftig gut \u00fcberstehen<\/p>\n\n\n\n<p>Starkregen<br>\nStarkregen und Hagel am 12. Juni 2019 zerst\u00f6ren den W\u00fcnschendorfer M\u00e4rchenwald. Weitere wirtschaftliche Sch\u00e4den in der Allgemeinheit gab es z. B. an Automobilen und H\u00e4usern.<\/p>\n\n\n\n<p>St\u00fcrme<br>\nIm Januar 2018 verursachte Sturmtief Friedericke gro\u00dfe Sch\u00e4den, zum Beispiel im Tierpark, aber auch im Forst.<\/p>\n\n\n\n<p>Hochwasser 2013<br>\nDer 2. Juni 2013 brannte sich in das Ged\u00e4chtnis der gesamten Region ein. An diesem Tage begann das Hochwasser in Gera, das gro\u00dfe Teile der Stadt geflutet hat. Am Pegel Langenberg war der Wasserstand 3,9 Meter zu sonst \u00fcblichen 50 Zentimetern (570 Kubikmeter im Vergleich zu 16 Kubikmeter je Sekunde mittleres Durchlaufvolumen). Das Hochwasser f\u00fchrte den Menschen die gro\u00dfe Abh\u00e4ngigkeit von der Natur sehr deutlich vor Augen. Alte Menschen sa\u00dfen in ihren H\u00e4usern fest; j\u00fcngere schleppten Schlamm aus den Kellern, als das Hochwasser vorbei war. Die Sch\u00e4den waren gro\u00df und es dauerte viele Jahre, sie zu bew\u00e4ltigen. Die Sch\u00e4den in ganz Th\u00fcringen belaufen sich auf etwa 500 Millionen Euro.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>II. Wo sieht die Stadtverwaltung dabei den dringendsten Handlungsbedarf?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>direkter Katastrophenschutz an Leib und Leben, Schutz der B\u00fcrger vor Umweltgefahren, gut aufgestellte Notfall- und Katastrophenpl\u00e4ne (Gr\u00fcndung Wasserwehr, gut ausgestattete Feuerwehren, etc.)<\/li><li>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsschaffung als nicht-investive Ma\u00dfnahme nach innen in die Verwaltung und nach au\u00dfen an die B\u00fcrger:<br>\nMenschen m\u00fcssen sich der Problematiken und Gefahren des<br>\nKlimawandels bewusst werden und entsprechend handeln und vorsorgen<\/li><li>Einbeziehung der Klimafolgenanpassung in st\u00e4dtische raumplanerische Prozesse (von der Regionalplanung, Landschaftsplanung bis hinunter zu B-Planung)<\/li><li>Fl\u00e4chenentsieglung in der Stadt (z. B. Stra\u00dfenbahngleise, Pl\u00e4tze, Brachfl\u00e4chen um Oberfl\u00e4chenabfluss von Niederschlagswasser zu verringern, Kaltluftleitbahnen zur Abk\u00fchlung der \u00fcberhitzten Innenstadt<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>III. Welche Anpassungen nahm die Stadtverwaltung hinsichtlich des Klimawandels bereits vor?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Hochwasserschutz (Land verbaut rund 35 Millionen Euro an der Wei\u00dfen Elster)<\/li><li>Am 8. August 2019 wurde erst ein neuer Teilabschnitt der Hochwasserschutzmauern durch Ministerin Siegesmund im Rahmen ihrer Sommertour eingeweiht (Hochwasserschutznmauer entlang dem Gries und linksseitig der Wei\u00dfen Elster) <\/li><li>Vergr\u00f6\u00dferung der \u00dcberflutungsfl\u00e4chen der Gew\u00e4sser: Regelungen in den Hochwasserschutzgesetzen hilfreich, aber f\u00fcr Kommunen ist der Fl\u00e4chenkauf bei Gew\u00e4ssern zweiter Ordnung nicht einfach, am Gew\u00e4sser erster Ordnung (Wei\u00dfe Elster) l\u00e4uft es gut <\/li><li>einige \u00f6ffentlichkeitswirksame Projekte gestartet, die Bewusstsein f\u00fcr die Klimakrise schaffen sollen, z. B frei verf\u00fcgbare innerst\u00e4dtische Echtzeit-Klimadaten \u00fcber das Geoportal einsehbar (Netzwerk von Klimasensoren wird \u00fcber die Freifunkkommune Gera-Greiz aufgebaut und durch die Verwaltung unterst\u00fctzt) <\/li><li>temperaturabh\u00e4ngige Eintrittspreise im Tierpark (steigt die Temperatur in der Innenstadt \u00fcber 30 \u00b0C, sinken die Preise im Tierpark; Erholungseffekt, k\u00fchler Aufenthaltsort, Bewusstseinsschaffung<\/li><li>Einstellung eines Klimaschutzmanagers, der solche Themen in Zukunft in der Stadt adressieren soll, sowohl in der \u00d6ffentlichkeitsarbeit wie auch in der Umsetzung<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>IIII. Welche politischen Rahmenbedingungen und welche Partner br\u00e4uchte es, um den angesprochenen Herausforderungen erfolgreich zu begegnen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>enge Zusammenarbeit zwischen dem Bund\/Land und den Kommunen<\/li><li>gesetzliche Regelungen und Grundsatzentscheidungen:<\/li><li>Sch\u00e4rfung und Konkretisierung des Th\u00fcringer Klimagesetzes und Hinterlegung mit gut nutzbaren finanziellen Instrumenten<\/li><li>konkrete st\u00e4dtische Vorgaben zum Beispiel im Bereich Bau und Fl\u00e4chenplanung, wie auch im Bereich Stadtgr\u00fcn<\/li><li>Haushaltssichernde Kommune, fehlende finanzielle Mittel: einfache und \u00fcbersichtliche F\u00f6rderprogramme ohne gro\u00dfe Eigenmittelaufwendungen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Am 19. September 2019 wurde in der Stadt Jena der Klima-Pavillon an die Stadt Gera \u00fcbergeben. Die Begr\u00fc\u00dfung erfolgte durch Prof. Dr. Sell, dem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Th\u00fcringer Green-Tech-Agentur. Frau Ministerin Siegesmund blickte zur\u00fcck auf die <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2019\/09\/22\/klima-pavillon-wechselt-von-jena-nach-gera\/\" title=\"KLIMA-PAVILLON WECHSELT VON JENA NACH GERA\">[&#8230;]<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":2,"featured_media":8540,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":{"0":"post-8539","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-lokal"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8539","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8539"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8539\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8578,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8539\/revisions\/8578"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8540"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8539"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8539"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8539"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}