{"id":8830,"date":"2019-10-08T21:20:28","date_gmt":"2019-10-08T19:20:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=8830"},"modified":"2019-10-08T21:20:29","modified_gmt":"2019-10-08T19:20:29","slug":"vor-200-jahren-ging-bei-pohlitz-ein-meteorit-nieder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2019\/10\/08\/vor-200-jahren-ging-bei-pohlitz-ein-meteorit-nieder\/","title":{"rendered":"VOR 200 JAHREN GING BEI POHLITZ EIN METEORIT NIEDER"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Museum f\u00fcr Naturkunde Gera widmet sich vom 13. Oktober 2019 bis zum 22. M\u00e4rz 2020 in seiner neuen Kabinettausstellung dem 200-j\u00e4hrigen Fall-Jubil\u00e4um des Pohlitzer Meteoriten. Die Ausstellung wird am Samstag, den 12. Oktober 2019, um 19 Uhr im Museum f\u00fcr Naturkunde er\u00f6ffnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist im Rahmen der neuen Ausstellung gelungen, mehrere Teilst\u00fccke des Meteoriten auszuleihen und auszustellen. Im Mittelpunkt steht das bis heute im Museum f\u00fcr Naturkunde Gera aufbewahrte 397,46 Gramm schwere Teilst\u00fcck. Es wird erg\u00e4nzt von f\u00fcnf weiteren Teilen des Pohlitzer Meteoriten aus der Sammlung des Senckenberg Museums f\u00fcr Mineralogie und Geologie Dresden, des Instituts f\u00fcr Geowissenschaften der Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t Jena, der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, des Naturkundemuseums Mauritianum Altenburg und der Geowissenschaftlichen Sammlungen der Technischen Universit\u00e4t Bergakademie Freiberg.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus zeigt die Ausstellung einen allgemeinen Querschnitt aus der faszinierenden Welt der Meteorite, den mehr oder weniger kleinen Festk\u00f6rpern aus dem Kosmos, die die Erdatmosph\u00e4re durchquert und den Erdboden erreicht haben. Neben weiteren Stein-Meteoriten sind auch Metall-Meteoriten wie z. B. aus dem Gibeon-Streufeld in Namibia und aus dem Odessa-Meteor-Krater in Texas\/USA, aber auch Stein-Eisen-Meteorite (Pallasite) aus Russland und Wei\u00dfrussland zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Meteorit fiel am 13. Oktober 1819 gegen 8 Uhr im dichten Nebel auf das Feld des Gutsbesitzers Johann Gottlieb Rothe zwischen Pohlitz (zu Bad K\u00f6stritz) und Langenberg (zu Gera) im Gebiet beim heutigen Chemiewerk Bad K\u00f6stritz.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Knall beim Meteoritenfall sei bis nach Jena, Camburg und Hummelshain zu h\u00f6ren gewesen. Schon bald darauf entdeckte Rothe die Einschlagstelle mit rund einem Meter Durchmesser auf seinem Feld. Der mit einer dunklen Kruste bedeckte \u201eStein\u201c war ann\u00e4hernd eif\u00f6rmig, jedoch mit mehreren flachen und tiefen Eindr\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<p>Er hatte sich etwa 25 Zentimeter tief in die Erde \u201egebohrt\u201c und ma\u00df in seiner l\u00e4ngsten Ausdehnung etwa 14 Zentimeter. Der vollst\u00e4ndige Meteorit hatte bei seiner Bergung noch eine Gesamtmasse von reichlich 3 bis 3,5 Kilogramm. In den zur\u00fcckliegenden 200 Jahren wurde er jedoch in mehr und mehr kleinere und gr\u00f6\u00dfere St\u00fccke zerteilt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Karl Georg Ludwig Schottin (1773 bis 1838) war einer der ersten, der kleinere Teilst\u00fccke abschlug. Schottin wandte sich am 19. Oktober 1819 in einem Brief samt kleiner Proben des Meteoriten an Johann Wolfgang von Goethe (1749 bis 1832) in Weimar, um ihn \u00fcber das aufsehenerregende Ereignis zu informieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Goethe antwortete am 27. Oktober 1819 und bat Schottin um die Beschaffung des gesamten Meteoriten f\u00fcr einen \u201ebilligen Preis\u201c. In der Zwischenzeit hatten sich die Eigentumsverh\u00e4ltnisse am Meteoriten jedoch ver\u00e4ndert, so dass Goethe abgesehen von den bereits erhaltenen kleineren Proben leer ausging. Sein Brief befindet sich bis heute in der Sammlung des Museums f\u00fcr Naturkunde Gera und ist in der Ausstellung zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gr\u00f6\u00dfere Mengen des Pohlitzer Meteoriten befinden sich heute in Berlin, Dresden, Gera, Wien, Budapest, Jena und Gotha. Kleinere Proben sind sogar weltweit in diversen Sammlungen vertreten, zum Beispiel in Chicago, Moskau und Castel Gandolfo bei Rom.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Pohlitzer Meteorit ist ein Steinmeteorit. Er geh\u00f6rt zur gr\u00f6\u00dften und h\u00e4ufigsten Gruppe der Meteorite, den Chondriten. Sie bilden etwa 85 % aller Meteorite. Die Bezeichnung r\u00fchrt von den enthaltenen kleinen Silikatk\u00fcgelchen her, die Chondren genannt werden und die in einer feink\u00f6rnigen Gesteinsmasse eingebettet sind. Beim Pohlitzer Meteorit sind diese Silikate vor allem Olivin und Pyroxen. Daneben enth\u00e4lt der Pohlitzer Meteorit als Chondrit auch einen metallischen Anteil bestehend aus Eisen und Nickel. Klassifiziert man den Pohitzer Meteorit genauer, so z\u00e4hlt er zu den Gew\u00f6hnlichen Chondriten, die etwa 95 % aller Chondrite bilden. Innerhalb dieser geh\u00f6rt er durch seinen recht niedrigen Eisengehalt (20 %bis 24 % Gesamteisen\/4 % bis 9% metallisches Eisen) zu den L-Chondriten (low metal). Durch das enthaltene metallische Eisen ist der Pohlitzer Meteorit magnetisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Entstanden sind sie alle im Sonnensystem, denn die meisten Meteorite sind Bruchst\u00fccke von Asteroiden aus dem Asteroideng\u00fcrtel zwischen Mars und Jupiter oder selten von Planeten (Mars), hervorgegangen aus Kollisionsereignissen. Ihr Alter kann bis zu 4,56 Milliarden Jahre betragen, wodurch sie Zeugen aus der Entstehungsphase unseres Sonnensystems sind.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: MUSEUM F\u00dcR NATURKUNDE<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Das Museum f\u00fcr Naturkunde Gera widmet sich vom 13. Oktober 2019 bis zum 22. 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