{"id":9129,"date":"2019-11-03T00:10:15","date_gmt":"2019-11-02T23:10:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=9129"},"modified":"2019-11-03T00:10:17","modified_gmt":"2019-11-02T23:10:17","slug":"welche-strategie-verfolgt-der-us-praesident","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2019\/11\/03\/welche-strategie-verfolgt-der-us-praesident\/","title":{"rendered":"WELCHE STRATEGIE VERFOLGT DER US-PR\u00c4SIDENT?"},"content":{"rendered":"\n<p>Nachdem der US-Pr\u00e4sident die Truppen seines Landes aus Nordsyrien abgezogen hat und sich nun die Kr\u00e4fte in der Region mit weitreichenden Folgen neu ordnen, fragen sich viele Beobachter, welche Strategie er damit verfolgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 16. Oktober 2019 traf Donald Trump den italienischen Staatspr\u00e4sidenten Sergio Mattarella; es folgte eine gemeinsame Pressekonferenz. Dort sprach Trump von einer Hexenjagd, die gegen ihn gef\u00fchrt werde und erw\u00e4hnte den milit\u00e4risch-industriellen Komplex: \u201eViele Unternehmen wollen, dass weiter gek\u00e4mpft wird. Denn daf\u00fcr produzieren sie ihre Waffen \u2014 um Krieg zu f\u00fchren, nicht, um Frieden zu schlie\u00dfen.\u201d Er aber m\u00f6chte die Kriege beenden. Mit Sanktionen und Z\u00f6llen w\u00fcrden die USA mehr erreichen k\u00f6nnen, als mit milit\u00e4rischer Macht. <\/p>\n\n\n\n<p>In deutschen Zeitungen wurde dieser Teil der Pressekonferenz nur nebenbei erw\u00e4hnt. Umso akribischer suchten die Journalisten nach \u00c4u\u00dferungen, die vermeintliche intellektuelle Einbu\u00dfen offenbaren oder Belegen sollen, wie Trump die Demokratie, Vielfalt und Gleichberechtigung, so wie sie in ihrem Verst\u00e4ndnis auszusehen haben, mit F\u00fc\u00dfen tritt.<\/p>\n\n\n\n<p>Gern werden einzig die provozierenden \u00c4u\u00dferungen zitiert oder eher unwesentliche Details in Szene gesetzt, und oftmals sind die Artikel so gestaltet, dass der Leser nur zu dem Schluss kommen kann, Trump bringe die ganze Welt in Gefahr und m\u00fcsse endlich des Amtes enthoben werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Manche sehen den US-Pr\u00e4sidenten l\u00e4ngst im Wahlkampfmodus. Sie werfen ihm L\u00fcgen vor, wenn er von Frieden spricht. Denn er zog zwar die Truppen aus Nordsyrien ab, hinterlasse aber ein Machtvakuum, das von Despoten gef\u00fcllt werde und einen neuen Brennpunkt zur Folge habe. Zudem w\u00fcrden noch mehr US-Soldaten nach Saudi Arabien entsendet, wo sie dem Iran gegen\u00fcber st\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Pentagon teilte indessen mit, USA wollen den Iran mit harten Sanktionen und einer Politik des \u201emaximalen Drucks\u201d dazu bewegen, einem neuen Atomabkommen mit h\u00e4rteren Auflagen zuzustimmen. Ein anderer Teil der US-Soldaten und Panzer wird nach Ostsyrien verlagert, um dort \u00d6lfelder zu sichern. <\/p>\n\n\n\n<p>Trump wettere gegen den milit\u00e4rischen industriellen Komplex und erz\u00e4hle einen Tag sp\u00e4ter, dass noch nie jemand soviel Geld in das Milit\u00e4r investiert habe, sagen Kritiker. Rund 2,5 Milliarden US-Dollar habe er in den zur\u00fcckliegenden knapp drei Jahren ausgegeben, um das Milit\u00e4r zu modernisieren und sagte selbst: \u201eWir haben die st\u00e4rkste Armee. Das hei\u00dft aber nicht, dass wir sie in verr\u00fcckten, endlosen Kriegen verschlei\u00dfen.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Schafft Donald Trump ein weltweites Durcheinander oder verfolgt er eine Strategie? Unverkennbar hat er eigene Vorstellungen davon, wie die Dinge zu laufen haben. Was die Wirtschaft anbetrifft, versucht er im Grunde, die abgewanderte Produktion wieder in die USA zur\u00fcckzuholen, also die Wertsch\u00f6pfungskette quasi umzukehren. Doch daf\u00fcr sind in dem Land die Lohnkosten zu hoch. Der Protektionismus begann allerdings schon lange vor Donald Trump. Er wird umso extremer werden, je mehr die Expansionspolitik an Grenzen st\u00f6\u00dft. Zwangsl\u00e4ufig wird diese Politik irgendwann entweder einen Krieg oder Armut gro\u00dfen Ausma\u00dfes zur Folge haben, und Trump d\u00fcrfte dies wissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun glaubt Donald Trump, mit Drohungen und Sanktionen, also ohne Krieg, die Wirtschaft zugunsten der USA neu ausrichten zu k\u00f6nnen. Damit will er das unvermeidbare wohl nocheinmal hinauszuz\u00f6gern. Es scheint auch, als wolle er gegen bestimmte Strukturen und Kreise vorgehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Umso h\u00f6her wird auch der Druck auf den US-Pr\u00e4sidenten werden. In der Ukraine-Aff\u00e4re will man n\u00e4mlich herausgefunden haben, dass Hunter Biden als Mitglied des Verwaltungsrates des Unternehmens Burisma Holdings ein monatliches Gehalt von 50&#8217;000 Euro erhalten hatte. F\u00fcr das ukrainische Gas-Unternehmen war er bis April 2019 t\u00e4tig und soll h\u00f6here Geldbetr\u00e4ge beiseite geschafft haben. Das Land selbst habe er aber nie betreten.<br> 1,8 Milliarden Dollar aus USAID-Hilfskrediten (usaid.gov) f\u00fcr die Ukraine, de facto Steuergelder, wurden illegal in eine Privatbank geleitet, zu der auch die Burisma Holdings geh\u00f6rt.<br> Sein Vater Joe Biden, US-Vizepr\u00e4sident unter Barack Obama, soll von der Burisma Holdings knapp 900&#8217;000 Euro f\u00fcr Lobbyarbeit erhalten haben. Die Oligarchen hinter der Burisma Holdings hatten sich die Bidens demnach gekauft, und auf Druck des damaligen US-Pr\u00e4sidenten Obama und Joe Bidens soll der zust\u00e4ndige ukrainische Ermittler entlassen worden sein. Obama habe damit gedroht, die der Ukraine zugesagten Kredite in H\u00f6he von einer Milliarde Dollar nicht zu gew\u00e4hren, sollte weiter ermittelt werden. Anderswo sollen die Bidens auf \u00e4hnliche Weise Geld in private Kassen geleitet haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch hier f\u00e4llt auf, dass sich die meisten Journalisten einzig an Donald Trump abarbeiten und dem Ukraine-Skandal und anderen Machenschaften gro\u00dfen Ausma\u00dfes kaum Beachtung schenken. Oder sie \u00fcbernehmen wortgetreu die Beteuerungen der Bidens, sich nichts zu Schulden haben kommen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wahrscheinlichkeit eines unsanften Endes der Pr\u00e4sidentschaft Trumps wird einigen unabh\u00e4ngigen Beobachtern zufolge gr\u00f6\u00dfer, je intensiver der Ukraine-Skandal beleuchtet wird, je mehr er das US-Notenbanksystem zu beeinflussen sucht und je l\u00e4nger er den milit\u00e4risch-industriellen Komplex hinh\u00e4lt, w\u00e4hrenddessen sich die Konjunktur weltweit immer weiter abk\u00fchlt. In den USA sinken inzwischen auch die Fr\u00fchindikatoren f\u00fcr Dienstleistungen und das verarbeitende Gewerbe. Das prophezeite konjunkturelle Strohfeuer d\u00fcrfte wieder erl\u00f6schen, noch bevor der Wahlkampf beginnt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ZDF berichtete am 27. Oktober 2019 von der Gefahr eines B\u00fcrgerkrieges in den USA. Im Falle einer Amtsenthebung k\u00f6nnte sich Donald Trump weigern, das Wei\u00dfe Haus zu verlassen, hei\u00dft es in dem Film von Anette Brieger und Elmar Theve\u00dfen. Die Folge w\u00e4ren Stra\u00dfenk\u00e4mpfe \u2014 auch mit Waffen. Andere halten ein Attentat f\u00fcr wahrscheinlicher, weil durch das daraus resultierende Chaos die Akzeptanz deutlich strengerer Gesetze w\u00e4chst. In diesem Szenario kommt die gr\u00f6\u00dfere Bedrohung erst danach \u2014 charmant, weiblich und augenscheinlich demokratisch und menschenfreundlich. Soweit sollen gewisse Kreise die Entwicklung schon vorgedacht haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Nachdem der US-Pr\u00e4sident die Truppen seines Landes aus Nordsyrien abgezogen hat und sich nun die Kr\u00e4fte in der Region mit weitreichenden Folgen neu ordnen, fragen sich viele Beobachter, welche Strategie er damit verfolgt. 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