{"id":9791,"date":"2019-12-24T12:11:31","date_gmt":"2019-12-24T11:11:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=9791"},"modified":"2019-12-24T12:24:19","modified_gmt":"2019-12-24T11:24:19","slug":"vom-weihnachtsfest-und-der-bescherung-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2019\/12\/24\/vom-weihnachtsfest-und-der-bescherung-2\/","title":{"rendered":"VOM WEIHNACHTSFEST UND DER BESCHERUNG"},"content":{"rendered":"\n<p><em>In vielen Teilen der Welt bereiten sich die Menschen derzeit auf die Weihnacht vor. Schnell werden noch die Geschenke verpackt, Lichter aufgestellt, Speisen vorbereitet und Einladungen verschickt, damit das gro\u00dfe Fest beginnen kann. Nat\u00fcrlich geh\u00f6rt auch eine Geschichte dazu, und diese f\u00fchrt zur\u00fcck in das antike Rom, wo das Weihnachtsfest seinen Ursprung hat.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wegen des besonderen astronomischen Ereignisses, n\u00e4mlich der Wintersonnenwende, war in diesem Jahresabschnitt in nahezu jedem Kulturkreis eine Zeremonie oder Feier \u00fcblich. Das Feiern und Beschenken im Dezember kann in unserem Kulturkreis bis zu den r\u00f6mischen Saturnalien, welche wiederum noch \u00e4ltere Vorl\u00e4ufer haben, zur\u00fcckverfolgt werden. Die Saturnalien waren Feiertage der S\u00e4ttigung und des Wohllebens unter den Erntegott Saturnus. Er sei Vater des Iuppiter und Herrscher eines weit zur\u00fcckliegenden goldenen Zeitalters, glaubte man. Die Feiern begannen am 17. Dezember. Es wurde nicht gearbeitet, die Standesunterschiede waren aufgehoben und man wechselte zur Belustigung vor\u00fcbergehend die gesellschaftlichen Rollen, sodass beispielsweise der Herr den Diener spielte und umgekehrt. Auch verkleidete man sich, w\u00e4hlte Festk\u00f6nige und zog durch die Stra\u00dfen. Die Leute beschenkten einander, die Tempel luden zu einem \u00f6ffentlichen Mahl ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 25. Dezember 274 wurde in Rom auf dem Campus Agrippae ein Tempel zu Ehren des Gottes Sol invictus (unbesiegbarer Sonnengott), dem Schutzgott der Herrscher, eingeweiht. Der hierzu eingef\u00fchrte reichsweite Feiertag erfreute sich zunehmender Beliebtheit. Dem Gott zu Ehren wurden \u00fcberall kleine Lichter angez\u00fcndet. An diesen fanden auch viele Christen Gefallen und lie\u00dfen sich oftmals zur Teilnahme an dem Fest verleiten. Die damaligen Kirchenlehrer sahen das und machten sich den Brauch mit den Lichtern zu eigen \u2014 allerdings im Kontext mit der Geburt Christi. Dann, im Jahre 432, bestimmte die r\u00f6mische Priesterschaft offiziell den 25. Dezember zum Festtag der Geburt Christi. Anderswo, wie in \u00c4gypten, feierte man die Geburt Christi noch immer am 6. Januar und nannte dies Epiphaneia, was &#8222;Erscheinung des Herrn&#8220; bedeutet. Zuvor hatte man dort am genannten Tag die Geburt des Sonnengottes Aion gefeiert. Daraus entwickelte sich der Feiertag &#8222;Drei K\u00f6nige&#8220;. Sowohl in Rom und den Provinzen, wie auch au\u00dferhalb derer, wurden jedoch keine Geschenke verteilt.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Verabschiedung des Cunctos populos am 27. Februar 380, ein Dekret der Imperatoren Theodosius I., Gratianus und Valentinianus II., war die Glaubensfreiheit im Herrschaftsgebiet beendet und die Annahme des katholischen Glaubens Pflicht. Zuvor hatte es mehrere, sich gegenseitig bek\u00e4mpfende christliche Str\u00f6mungen gegeben. Die religi\u00f6sen Auseinandersetzungen gef\u00e4hrdeten die Stabilit\u00e4t des Reiches zus\u00e4tzlich. Die christliche Lehre kannte n\u00e4mlich nur einen Gott, eine Wahrheit, beinhaltete strenge Regeln und harte Strafen. Doch gleichzeitig waren mehrere Versionen dieser einzig wahren Lehre in Umlauf. Fortan nun bestimmte die neue Allianz aus Staat und Kirche, was wahr und falsch ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Das beliebte Fest im Dezember wurde, so wie andere r\u00f6mische Feste auch, christianisiert. Von den belustigenden und ausschweifenden Elementen der alten Zeit lie\u00dfen die Menschen zun\u00e4chst weitgehend ab, doch durch andere V\u00f6lker, die etwas \u00e4hnliches feierten, kam der Schabernack wieder zur\u00fcck und es entstand, abseits der weihnachtlichen Feiern, der Karneval.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Brauch des Schenkens wurde im Mittelalter allm\u00e4hlich Bestandteil des christliches Festes. Tag der Gabenverteilung war der 6. Dezember; die Geschenke brachte der Nikolaus. Dies geht zur\u00fcck auf \u039d\u03b9\u03ba\u03cc\u03bb\u03b1\u03bf\u03c2 \u039c\u03c5\u03c1\u03b9\u03ce\u03c4\u03b7\u03c2, dem Priester und sp\u00e4teren Abt des Klosters Sion in der N\u00e4he von Myra. Im Jahre 310 soll er im Zuge der Christenverfolgungen gefangengenommen und gefoltert worden sein. Den von seinen wohlhabenden Eltern ererbten Besitz habe er armen Menschen gegeben, hei\u00dft es. Der 6. Dezember 343 gilt als sein Todestag.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Reformation wurde die Heiligenverehrung in den betroffenen Gebieten abgelehnt und die Bescherung auf die Nacht des 24. Dezember, nach der Christmette, verlegt. Bedacht wurden hierbei zun\u00e4chst nur Kinder. Doch die konnten oftmals nicht solange wach bleiben, weshalb in Deutschland in der Folgezeit bereits am Abend die Geschenke verteilt wurden. Dies war dann die Aufgabe des Weihnachtsmannes. Die heutige Art zu feiern kam erst im 18. Jahrhundert auf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>In vielen Teilen der Welt bereiten sich die Menschen derzeit auf die Weihnacht vor. Schnell werden noch die Geschenke verpackt, Lichter aufgestellt, Speisen vorbereitet und Einladungen verschickt, damit das gro\u00dfe Fest beginnen kann. 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