VERGNÜGUNGSSTEUER-EINNAHMEN UNTER DEM DURCHSCHNITT

„Das ist nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig!“ Dieser Satz fällt im Alltag gern mal im Scherz. Doch in Gera ist genau das Gegenteil der Fall: Vergnügen wird besteuert, bringt der Stadt allerdings nur vergleichsweise niedrige Einnahmen pro Einwohner. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Vergnügungssteuer in den 100 größten deutschen Städten durch die Vergleichsplattform Bild-Gaming.

Demnach hat Gera zuletzt 997’118 Euro durch die Vergnügungssteuer eingenommen, was 10,43 Euro pro Einwohner entspricht. Dieser Wert liegt deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt in Höhe von 16,40 Euro pro Jahr und Kopf und ist gleichbedeutend mit Platz 68 unter den 100 größten deutschen Städten. Spitzenreiter in dieser Statistik ist Worms mit 47,99 Euro. Gar keine Einnahmen aus der Vergnügungssteuer werden hingegen in Bayern erzielt, wo die Abgabe 1979 vollständig verboten wurde.

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Das Vergleichsportal untersucht, wie hoch die Steuersätze und Einnahmen von Deutschlands 100 größten Städten durch die Vergnügungssteuer sind. Worms, Koblenz und Offenbach erzielen die höchsten Einnahmen pro Einwohner durch die Vergnügungssteuer. Potsdam, Dresden und Jena nahmen pro Kopf am wenigsten Geld durch die Steuer ein. Insgesamt verdienen Deutschlands 100 größte Städte durch die Steuer fast 370 Millionen Euro pro Jahr.

Laut dem Glücksexperten Dennis Kohl von Bild-Gaming ist die Vergnügungssteuer weit mehr als nur eine Spaßsteuer. Nahezu 400 Millionen Euro nehmen die größten deutschen Städte jährlich dadurch ein. „Das sorgt sicher auch in dem ein oder anderem Rathaus für Vergnügen”, meint Kohl und ergänzt:

„Unsere Analyse zeigt aber auch: Beim Thema Vergnügungssteuer herrscht in Deutschland so viel Vielfalt wie bei den Vergnügungen selbst. Einige Städte setzen bewusst hohe Sätze an, sei es, um bestimmte Angebote zu regulieren oder weil die Einnahmen eine feste Größe im Haushalt geworden sind. Andere Kommunen halten die Abgabe bewusst niedrig. Das kann ein strategisches Signal sein: Man möchte Spielstätten, Veranstaltungen oder Nachtleben nicht vertreiben, sondern eher anziehen oder im Wettbewerb mit Nachbarstädten attraktiv bleiben. Denn ganz ohne Spaß wäre das Leben letztlich auch nicht besonders vergnügungssteuerpflichtig.“

Über die Untersuchung

Um herauszufinden, in welcher der größten 100 Städte in Deutschland die Vergnügungssteuer am höchsten bzw. am niedrigsten ausfällt, wurde die Vergnügungssteuer auf Spielautomaten betrachtet – also die Abgabe pro Gerät und Monat beziehungsweise auf dessen Einspielergebnis. Sie macht im Normalfall den größten Teil der Vergnügungssteuer aus. Eine Ausnahme bildet Bayern: Dort ist die Erhebung einer Vergnügungssteuer seit 1979 gesetzlich verboten. Für die Auswertung der Einnahmen wurden jeweils die aktuellsten verfügbaren Zahlen der Städte zu den Gesamteinnahmen aus der Vergnügungssteuer berücksichtigt, überwiegend aus den Jahren 2023 und 2024 (Erhebungszeitraum: 17. bis 19. November). Keine aktuellen Angaben zur Höhe der Einnahmen lagen für Bremerhaven, Schwerin, Wiesbaden, Reutlingen, Marl und Hagen vor.

Über Bild-Gaming

Bild-Gaming ist eine unabhängige Informations- und Vergleichsplattform für digitales Spielen in Deutschland. Das Portal veröffentlicht regelmäßig redaktionelle Ratgeber, Marktanalysen und datenbasierte Auswertungen zu Entwicklungen im Bereich Online-Gambling sowie zu Aspekten des verantwortungsvollen Glücksspiels.

QUELLE: TWENTY-EIGHT AGENCY GMBH

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